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  • BROKEN AGE

    Broken Age im Test: Charmantes Kickstarter-Adventure, aber (noch) kein Klassiker

    Im Februar 2012 trat Double Fine fast im Alleingang die Erfolgswelle von Kickstarter los, Tim Schafers Adventure-Projekt wurde mit Spendengeldern überhäuft. Nun, fast zwei Jahre später, muss sich zeigen, was vom Hype übriggeblieben ist: Kann Tim Schafer mit Broken Age an alte Erfolge anknüpfen? Wir haben das erste der zwei Kapitel durchgespielt.

    Broken Age im Test: Fast 22 Monate ist es her, seit Double Fine für gewaltiges Aufsehen gesorgt und die Crowdfunding-Szene rund um Kickstarter gründlich auf den Kopf gestellt hat. Satte 3,3 Millionen US-Dollar an Spenden konnten Tim Schafer (Psychonauts, Grim Fandango) und sein Team damals sammeln, um ein altmodisches Adventure auf die Beine zu stellen. Weil die Entwickler ihre Ziele aber etwas zu hoch schraubten, erscheint das Spiel Broken Age in zwei Kapiteln – das erste ist mittlerweile fertig und muss im Test zeigen, ob es den großen Erwartungen gerecht wird.

    Hinweis: Ursprünglich hatte Double Fine ein umstrittenes Embargo für Presse und Backer verhängt, das es uns untersagt hätte, das Spiel bis zum Release am 28. Januar zu testen. Dieses Embargo hat Double Fine mittlerweile zurückgezogen.

    Der eigenwillige Grafikstil erinnert uns an Kinderbücher. Die meisten Szenen sehen sehr hübsch aus. Der eigenwillige Grafikstil erinnert uns an Kinderbücher. Die meisten Szenen sehen sehr hübsch aus. Quelle: PC Games Ein Junge, der sich auflehnt …

    Broken Age erzählt nicht eine, sondern gleich zwei Abenteuergeschichten, jede mit eigener Hauptfigur, zwischen denen man beliebig hin- und herwechseln kann. Eine der beiden Handlungen spielt auf einem skurrilen Raumschiff, das scheinbar nur einen Menschen an Bord hat, nämlich den frustrierten Jungen Shay, der von dem überfürsorglichen Schiffs-computer an der Leine gehalten wird: schlafen, duschen, essen, dazu ein wenig geistlose Zerstreuung – so sieht Shays vollautomatisierter Alltag aus. Spielerisch ist dieser Beginn etwas verwirrend in Form von Mini-Aufgaben aufbereitet: Shays tägliches Unterhaltungsprogramm sieht etwa vor, dass er in einer Dampflok einen Berg hinabfährt, Berge von Eiscreme weglöffelt oder mit quietschvergnügten Kreaturen aus Wolle schmust – skurrile Szenen, die nicht im Geringsten auf das vorbereiten, was danach folgt: Shay bricht aus seinem Alltag aus und verbündet sich mit einem sprechenden Wolf, der überraschenderweise in den Tiefen des Raumschiffes haust und den Jungen mit einem geheimnisvollen Auftrag betraut … mehr wird nicht verraten!

    … und ein Mädchen, das sich wehrt

    Die zweite Handlung erzählt von dem Mädchen Vella und bildet einen starken Kontrast zu Shays schrägem Raumschiffabenteuer: Die Heldin döst hier anfangs noch friedlich unter einem Baum, der sich vor einem idyllischen, kleinen Dorf erhebt. Das tapfere Mädchen genießt so seine letzten Momente der Ruhe, denn ihm steht ein grausames Schicksal bevor: Sie soll, um ihr Dorf zu schützen, einem riesigen Monster zum Fraß vorgeworfen werden – ein Ereignis, das im gesamten Ort mit einem fröhlichen Fest gefeiert wird. Einzig Vella ist von dieser Idee überhaupt nicht begeistert und beschließt, ihren eigenen Weg zu gehen: Auf dem Rücken eines Vogels flüchtet sie in den Himmel, wo sie auf ein merkwürdiges Volk trifft, das es sich in den Wolken gemütlich gemacht hat. Von hier aus schmiedet Vella einen Plan, um das verhasste Monster umzubringen und so künftige Generationen vor ihrem eigenen Schicksal zu bewahren.
    Das alles spielt sich so schräg, wie es klingt; Broken Age bemüht sich nicht um Erklärungen, sondern inszeniert seine Fantasy-Welt mit dem Selbstverständnis eines Kinderbuches: Es gelten seltsame, märchenhafte Regeln in Tim Schafers neuem Spiel – die muss man nicht verstehen, aber zumindest akzeptieren.

    Kurze Spielzeit, wenig Anspruch

    Die Abenteuer von Vella und Shay sind zwar charmant, brauchen aber eine gute Viertelstunde, um in Fahrt zu kommen. Erst nach einem zähen Einstieg kann Shay etwa sein Schiff frei erkunden und sich in bewährter Point&Click-Manier durch die Flure und Räume bewegen. Auch Vellas Story benötigt etwas Zeit, bis man die Heldin von Raum zu Raum scheuchen kann, damit sie sympathische Charaktere anquatscht, Gegenstände aufsammelt und Kombinationsrätsel löst. Profis werden sich dabei durchweg unterfordert fühlen: Broken Age ist ein ausgesprochen leichtes Adventure und das führt auch zu einer mageren Spielzeit. Drei bis vier Stunden dürften durchschnittliche Spieler brauchen, bis sie den Abspann sehen, Rätsel-Experten sind wahrscheinlich noch schneller durch. Das klingt nach wenig, doch muss man bedenken, dass Broken Age in zwei Kapiteln erscheint – und der zweite Teil wird erst im Sommer kostenlos nachgepatcht. Außerdem ist gerade das offene Zwischenfinale prima gelungen: Die Auflösung dürfte nicht nur viele Spieler überraschen, sondern macht auch einfach Lust auf mehr – das abschließende Kapitel kann uns gar nicht früh genug erscheinen.

    Die englischen Sprecher sind hervorragend. Der Holzfäller Curtis wird beispielsweise von Wil Wheaton (Star Trek: The Next Generation, The Big Bang Theory) gesprochen. Die englischen Sprecher sind hervorragend. Der Holzfäller Curtis wird beispielsweise von Wil Wheaton (Star Trek: The Next Generation, The Big Bang Theory) gesprochen. Quelle: PC Games Nette Nebenfiguren, starke Sprecher

    Wenn Double Fine das Spiel vervollständigt, sollten die Entwickler auch dringend mehr Zeit für die Nebenfiguren einräumen – die kommen im ersten Kapitel des Spiels nämlich zu kurz. Da werden wunderbar verschrobene, witzige Charaktere eingeführt, doch so schnell sie erscheinen, verschwinden sie auch wieder. Gespräche sind kurz und bündig gehalten, an Rätsellösungen sind andere Figuren außerdem kaum beteiligt. Dadurch wirkt die Handlung nicht nur etwas gehetzt, sie verspricht auch einfach mehr, als sie liefert – zumindest im ersten Kapitel. Das erscheint umso fragwürdiger, wenn man die hochwertige Auswahl an Sprechern betrachtet: Die Top-Besetzung umfasst Größen wie Jennifer Hale (Mass Effect), Jack Black (Tenacious D) oder Wil Wheaton (Star Trek, The Big Bang Theory) – sie alle überzeugen mit tollen Leistungen. Elijah Wood (Der Herr der Ringe) spricht seine Hauptrolle als Shay jedoch etwas zu brav und müde – das ist zwar nicht seine Schuld, immerhin hat Tim Schafer die Figur so geschrieben, doch das Ergebnis ist dennoch ein Charakter, der längst nicht so charismatisch rüberkommt wie Schafers frühere Helden: Gegen Charmebolzen wie Raz (Psychonauts), Eddie (Brütal Legend) oder Manny (Grim Fandango) wirken Shay und Vella leider etwas blass.

    Was nicht heißen soll, Broken Age sei nicht lustig: Die ruhige, leicht melancholische Stimmung wird immer wieder von vergnügten Sprüchen und kleinen Gags unterbrochen, die dank der guten Sprachausgabe fast immer zünden. So ist es etwa eine Freude, auf Shays Raumschiff die fröhlich plappernden Teleporter zu benutzen – sie wecken Erinnerungen an die Werke des Kult-Autoren Douglas Adams (Per Anhalter durch die Galaxis).

    Vella flüchtet in den Himmel, wo sie auf merkwürdige Wolkenbewohner trifft. Vella flüchtet in den Himmel, wo sie auf merkwürdige Wolkenbewohner trifft. Quelle: PC Games

    Toller Sound sorgt für Atmosphäre

    Mit drei Millionen US-Dollar hatte Double Fine weitaus mehr Geld über Kickstarter eingenommen, als ursprünglich geplant. Die zusätzlichen Moneten steckten die Entwickler nicht nur in prominente Sprecher, sondern auch in einen aufwendigen, orchestralen Soundtrack, der jede Szene stimmungsvoll untermalt – in manchen Momenten fühlt man sich fast an einen Disney-Film erinnert, so hochwertig ertönt die Musik aus den Lautsprechern. Klasse! Anders als der gute Sound dürfte die Grafik jedoch nicht nur auf Gegenliebe stoßen: Der 2D-Stil wirkt, als sei er einem Kinderbuch entliehen, und ist bewusst detailarm gezeichnet – manche der Hintergründe sehen sehr hübsch aus, andere hingegen wirken lieb- und leblos. Auch das Charakterdesign ist eigenwillig, erfüllt aber zumindest seinen Zweck, trotz schwacher Animationen.

    Die Steuerung ist solide, aber nicht gerade elegant: Hotspots kann man nur mit der linken Maustaste anklicken, eine Untersuchen-Funktion auf der rechten Taste gibt es nicht. Eine Hotspot-Anzeige fehlt ebenso wie die genretypische Beschriftung von Hotspots. So entsteht der Eindruck, dass Double Fine die Steuerung vor allem für Tablets optimiert hat.

    Die Geschichte geht weiter

    Broken Age weckt Erwartungen, die es nicht ganz einlösen kann – die wunderbar verrückte Story bleibt unter ihren Möglichkeiten, was vor allem an den Nebenfiguren liegt, denen Schafer einfach nicht genug Zeit einräumt. Zudem sind die Rätsel zu leicht geraten, man hat das Abenteuer dadurch zu schnell durchgeklickt. Aber: All das sind Kritikpunkte, die das zweite Kapitel ausgleichen kann, das im Sommer kostenlos nachgepatcht wird. Und wer weiß – vielleicht stößt Broken Age dann doch noch in höhere Wertungsregionen vor.

    Broken Age (PC)

    Spielspaß-Wertung
    76 %
    Leserwertung
    (2 Stimmen):
    84 %
    Pro & Contra
    Erfrischend skurrile Grundidee
    Sehr gute englische Sprachausgabe
    Deutsche Untertitel (immerhin!)
    Eigenwilliger Kinderbuch-Grafikstil
    Überraschendes, offenes Ende, das Lust auf das zweite Kapitel macht
    Gefühlvoller, orchestraler Soundtrack
    Einige gelungene Gags
    Die liebenswerten Nebenfiguren kommen etwas zu kurz
    Story wirkt etwas gehetzt und verworren
    Hauptfiguren bleiben recht blass
    Geringer Rätselanspruch
    Kurze Spielzeit (3–4 Stunden) für das erste der zwei geplanten Kapitel
    Schwache Animationen
    Keine Hotspot-Beschriftungen

  • Broken Age

    Broken Age

    Plattform
    PC
    Publisher
    Double Fine Productions
    Developer
    Double Fine Productions
    Release
    28.01.2014

    Es gibt 22 Kommentare zum Artikel

    Von Cityboy
    Möglich, nein.. ganz bestimmt sogar. Dennoch .. Das Produkt übezeugt mich in keinster Weise. Kein schimmer warum mir das so sehr auf der Seele lastet. Wahrscheinlich hab ich mir viel mehr erhofft.
    Von LordCrash
    Und ich werde den Verdacht nicht los, dass du absolut keine Ahnung hast, wovon du sprichst...
    Von Cityboy
    Das Spiel hat nie im Leben 3,3 Mio gekostet. Ich sag auch nix zu dem Grafikstill, jedem das seine, aber ich werd immernoch nicht den Verdacht los, dass der Tim billig produziert hat und rest der Kohle ab in sein persöhnliches Sparschwein gesteckt hat. Das einzig teure an dem Spiel sind die Sprecher. Ich mag mich vielleicht irren, aber ich rieche übelst Salz in der Suppe :( Sorry

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