Born to Be Blue: Filmkritik zum dramatischen Musik-Biopic
Auf seinen kometenhaften Aufstieg folgt ein rasanter Fall: Jazz-Musiker Chet Baker stürzt in ein tiefes Loch aus Drogenexzessen, aus dem ihn erst seine große Liebe befreien kann. Weil Jane an ihn glaubt, wagt er den Neuanfang.
1966 vegetiert der Trompeter und Sänger Chet Baker in einem italienischen Knast vor sich hin. Das Heroin hat den Jazzmusiker niedergerungen. Aber ein Comeback scheint möglich: Ein Regisseur verpflichtet Baker für Dreharbeiten und macht ihn mit der Schauspielerin Jane bekannt, die sich in Baker verliebt. Doch als Dealer dem Musiker alle Vorderzähne ausschlagen, muss er das Trompeten unter bitteren Schmerzen neu erlernen ...
Der schon 2015 produzierte Musikfilm verquirlt das wahre Leben der Jazzlegende Baker mit Fakten und Fiktion zu einem Biopic, in dem sich ein Junkie mit Disziplin, Methadon und der Liebe einer Frau von ganz unten an die Oberfläche zurückschaufelt. Ethan Hawke (Boyhood) verkörpert Baker mit gewohnter Präzision und Intensität als Charaktermime, doch inszenatorisch kann Robert Budreau nicht ganz Schritt halten. Vieles wird zu offensichtlich ausgewalzt, manch Einstellung bleibt quälend lang stehen. Die Themen fasern aus und in der Gänze tendiert das tragische Porträt zu sehr in Richtung Verklärung.
Fazit
Der Jazzmusiker Chet Baker gerät zwischen Musik, Heroin und Liebe in einen etwas idealisiert dargestellten, dafür stark gespielten Schaffensrausch.
