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  • Ein ganzer Kerl dank Papi

    GUT & BÖSE Ihre zwei Berater geben Ihnen entsprechend ihrem Naturell teils widersprüchliche Tipps, wie Sie Quests lösen könnten. GUT & BÖSE Ihre zwei Berater geben Ihnen entsprechend ihrem Naturell teils widersprüchliche Tipps, wie Sie Quests lösen könnten. Dutzende von Reportagen über Black & White gelesen, aber keinen blassen Dunst, worum"s in diesem Spiel eigentlich geht? Damit ist jetzt Schluss: PC Games erklärt, was Black & White so cool macht.
    Petra, Du wirst nicht glauben, was passiert ist "" Mit einem Seufzer lässt sich Peter Molyneux in den Sessel plumpsen und macht eine Kunstpause, so als ob er einem jeden Moment eröffnen wolle, dass sich die Festplatte mit der weltweit einzigen Kopie von Black & White soeben verabschiedet hätte. "Wir haben heute Abgabetermin für die Alpha-Version bei Electronic Arts - um 19 Uhr!". Gut, das erklärt zumindest die allgemeine Hektik im edel ausgestatteten Lionhead-Großraumbüro. "Und jetzt rate mal, was wir vergessen haben: Die Speicherfunktion! Man kann derzeit tatsächlich keine Spielstände anlegen!". Bei den internen Tests sei das Speichern per spezieller Tastenkombination möglich gewesen, doch das wäre dem Spieler natürlich nicht zuzumuten. "Man könnte meinen, dies sei mein erstes Spiel!", schimpft er sich selbst und schüttelt den Kopf. Während um ihn herum Programmierer hektisch Codes in ihre Tastaturen hacken, zeigt uns Peter in aller Seelenruhe das Spiel, das er als sein bisher bestes und innovativstes bezeichnet. O-Ton: "Wir sind an unsere Grenzen gegangen - ich, Peter Molyneux, kann derzeit schlichtweg kein besseres Spiel entwickeln." Dennoch scheint alle paar Minuten was nicht zu funktionieren. Dann ruft er einen Namen in den Raum, gefolgt von der Frage: "Kriegen wir das bis heut abend gefixt?!?" Antwort in 100 % der Fälle: "Klar, Peter, ich mach mich sofort dran." Und dann legt Molyneux los: Er zeigt, warum dieses Spiel auf Icons und Bedienleisten verzichten kann - mit der Maus dreht, zoomt und schwenkt er sich durch die atemberaubende 3D-Inselwelt Eden, die so prächtig und idyllisch daherkommt, als ob eine Abbildung aus einem Wachturm-Heftchen als Vorbild gedient hätte. Umspült von sanften Wellen, türmen sich riesige Berge auf, die umgeben sind von Tälern, in denen sich allerlei Getier tummelt.
    Sobald man als Black & White-Spieler die Kinnlade wieder in die Ausgangsposition zurück gefahren hat, sollte man einen Blick ins Dorf werfen. Ein emsiges Völkchen geht seelenruhig seinem Tagwerk nach. Da werden Bäume gefällt, Felsen abgebaut und Häuschen gezimmert. Die Bewohner fischen, kochen, spielen Fußball, jagen, hacken, flirten, heiraten und zeugen Nachwuchs - ganz so, wie Sie"s aus Aufbauspielen wie Die Siedler gewohnt sind. Aber: Direkt steuern können Sie die Menschlein nicht, dafür lässt sich die Umgebung beeinflussen: mit dem Mauszeiger, einer "Zauber-Hand", lassen sich unter anderem Bäume und Felsen aufnehmen.
    Beim Überfliegen der Landschaft entdecken Sie an vielen Stellen kleine Schriftrollen, die stellvertretend für Quests (Aufgaben) stehen und die Story vorantreiben. Diese Quests können Sie in beliebiger Reihenfolge angehen. Je nachdem, ob und wie Sie die Aufgaben bewältigen, werden Sie von den Bewohnern belohnt. Eines der einfacheren Beispiele: Gleich neben der Siedlung gibt es einen Steinkreis, bei dem mehrere Monolithen fehlen. Jetzt grasen Sie die Insel ab, suchen die Hinkelsteine und setzen sie in die Vertiefungen ein - fertig! Später wird"s natürlich komplizierter - auch deshalb, weil zuweilen mehrere Götter das Gleiche vorhaben. Natürlich kümmern Sie sich nicht von Anfang bis Ende um ein- und dasselbe Volk - da gibt es Azteken, Tibeter, Ägypter, Japaner, Griechen, Indianer, um nur einige zu nennen. Mit jedem Stamm bekommen Sie weitere Zaubersprüche hinzu. Die Indianer zeigen Ihnen Wettersprüche, von Südseebewohnern lernen Sie Voodoo-Magie und bei den Ägyptern erfahren Sie, wie man allein mit Zauberkraft Gebäude erschaffen kann.
    Hat sich das Völkchen so weit ausgedehnt, dass es an die Grenzen eines anderen Stammes stößt, lassen sich blutige Auseinandersetzungen nicht ganz vermeiden. Anstatt aber Ihre Untertanen in die Schlacht zu schicken, setzen Sie auf mächtige Zaubersprüche - Feuerbälle, Blitze, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Seuchen, Tornados, Insektenplagen und noch ein paar Dutzend weitere Katastrophen gehören zu Ihrem Repertoire. Ihr Volk selbst belegen Sie mit Selbstheilungs-Sprüchen oder verpassen der gesamten Siedlung einen riesigen Schutzschild. Voraussetzung für alle diese Tricks sind aber riesige Mengen Mana, also magische Energie. Und die kriegen Sie wiederum nur, wenn sie vom Volk angebetet werden. Sofern Sie ein guter Gott sind, passiert dies aus purer Dankbarkeit. Gelten Sie als "böse", beten Sie die Bewohner Edens aus Furcht vor Strafen an. Bereits Kleinigkeiten können über Ihr Image als Gott entscheiden: Wenn Sie den Holzhackern die Arbeit abnehmen und die Bäume mitsamt der Wurzel ausreißen und direkt ins Sägewerk liefern, spart dies eine Menge Zeit und Schweiß - das gibt Pluspunkte.
    Wenn Sie die Glocke Ihres Hauptquartiers - einer turmartigen Zitadelle - läuten, kommen die Bewohner aus ihren Häusern gerannt und tanzen mit ekstatisch zuckenden Bewegungen und lautstark gospelnd um Ihre Zentrale. Allzu übertreiben sollte man es mit den Gottesdiensten nicht, denn während die Dörflinge beten, können diese natürlich keine Häuser bauen oder Holz hacken. In Kriegszeiten kann es aber durchaus Sinn machen, die Anhänger zu verstärktem Gebet anzuhalten. Aus der anfangs schlichten Zitadelle entwickelt sich, je nach Charakter des Gottes, mit der Zeit eine düstere Festung oder ein prächtiges Märchenschloss; im Inneren des 3D-Gemäuers erwarten Sie raumhohe "Kirchenfenster" mit Statistiken und Auswertungen. Genauso wie die Zitadelle verändert sich die Landschaft - abgrundtief miese Götter spielen eben in einer wüsten Einöde. Black & White heißt nun mal nicht umsonst Black & White, denn das Programm bewertet permanent, wie Sie sich verhalten und passt die Umgebung entsprechend an. Daneben sorgen Tag- und Nachtwechsel, Jahreszeiten, Schnee und Regen für spektakuläre Ansichten.
    Wie wird nun aus Mana ein Furcht erregender Donnerblitz? Gezaubert wird nicht einfach durch Anklicken eines Icons, sondern per "Gestik-Erkennungs-System": Mit entsprechenden Mausbewegungen zeichnet man Buchstaben und Symbole (Kreise, Quadrate, Dreiecke, Pentagramme etc.) auf den Boden - daraus ergibt sich die Art und die Stärke des Zauberspruchs. Das Programm erkennt automatisch, welchen Spruch Sie zaubern möchten. Je perfekter Sie "malen", desto massiver die Auswirkungen. Eine kleine Spirale führt bereits zu einem netten Wirbelsturm; je länger Sie Spiralen auf den Bildschirm malen, desto kräftiger das Ergebnis - bis hin zum ausgewachsenen Tornado. Um Himmelswillen, heißt das etwa, dass man pausenlos wie ein Wilder die Maus übers Pad scheuchen muss? Nein, bei Black & White geht"s zwar heiß her, aber Sie werden immer genug Zeit haben, um auf Attacken der Konkurrenz zu reagieren. Beispiel: Bevor ein Blitz über einer gegnerischen Siedlung niedergeht, werden zunächst dunkle Wolken aufziehen. So können Sie rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten - für fast jede Attacke gibt es eine passende Abwehrmethode.
    Als ob es noch nicht reicht, sich um ein ganzes Volk zu kümmern, züchten Sie nebenher auch noch eine Kreatur heran, die Sie beim Kampf gegen andere Götter unterstützt. Ihr Startexemplar bekommen Sie quasi "geschenkt": Schon nach kurzer Erkundungstour auf der Insel macht man in einem kleinen Tal eine putzige Entdeckung: Drei kleine Tierbabys - ein Affe, ein Tiger, eine Kuh - warten da auf ein neues Herrchen oder Frauchen. Anfangs sind die Tiere knuffig und unverdorben und blicken Sie mit großen Knopfaugen an, doch viele, viele, viele Spielstunden später hat sich daraus ein prächtiger Pfundskerl entwickelt. Denn das Tier wächst und wächst und wächst: Es kann so groß werden, dass die Fußstapfen große Krater hinterlassen und beim Auftreten die Erde bebt. Direkt herummanövrieren lässt sich Ihr Liebling nicht; der kleine Kerl tapst eigenständig durch die große Welt und lotet seine Grenzen aus. Wer jemals einen Furby oder ein Tamagotchi bedient hat, wird mit der Erziehung wenig Probleme haben: Durch Kitzeln/Streicheln beziehungsweise Schläge auf empfindliche Körperstellen (ausgelöst durch Festhalten der linken oder rechten Maustaste) wird Ihr Schützling für seine Taten belohnt oder bestraft - und lernt dadurch. Beispiel: Wenn Ihr Schützling mal "muss" und einen großen Fladen mitten auf dem lokalen Kindergarten abwirft (bei einer Kuh von Godzilla-Ausmaßen können da durchaus ein paar Kubikmeter zusammen kommen), sollten Sie ihn mit der Maus züchtigen - nach dem Motto "Das machst du nicht noch mal!" Der gleiche Vorgang auf einem Acker hat da schon was Gutes - schließlich dient der Stuhlgang dann als willkommener Dünger. Und wenn der Bursche gar im feindlichen Lager seine Spuren hinterlässt und ganze Häuser unter sich begräbt, ist das erst recht eine satte Belohnung wert.
    Alles, was Sie vormachen, ahmt die Kreatur nach - egal ob Sie Felsbrocken aufschichten oder ins Meer werfen. Selbst vorgeführte Zaubersprüche werden allmählich erlernt: Wenn Sie einen Feuerballspruch ausprobieren, während das Tier interessiert zuschaut, brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn es irgendwann selbst damit herum experimentiert. Sollten Sie Ihr Volk schlecht behandeln, wird es die Kreatur Ihnen gleich tun und die kleinen Menschlein zertreten wie Ameisen. Das Tier merkt sich auch prägende Erlebnisse: Wenn Sie es streicheln, während eine bestimmte Musik-CD im Laufwerk abgespielt wird, tanzt es künftig zur gleichen Musik - machen Sie sich schon mal auf break-dancende Kühe gefasst. Schlägt man eine Kreatur während eines Songs, dann wird sie beim nächsten Mal weglaufen oder sich verstecken.
    Andere Götter züchten natürlich ihrerseits Kreaturen. An deren Körper kann man häufig ihre Vorgeschichte ablesen: Blaue Flecken deuten darauf hin, dass das Biest häufig geschlagen wurde. Bei Narben und dicken Muckis wissen Sie: Aha, das Tier hat schon den einen oder anderen Kampf hinter sich. Riesige Zähne und lange Klauen deuten auf einen verkappten "Kampfhund" hin, der sich äußerst aggressiv verhält. Einem schmächtigen Kerlchen fehlt es hingegen an Futter, ein dicker Bauch könnte bedeuten, dass Ihr Kerl zu viele fetthaltige Menschlein verputzt hat. An Mimik und Gestik lassen sich obendrein Gefühle ablesen - da wird gegrinst, geheult, geschnurrt, geschmollt und geknurrt. Kommt es zum Streit mit den Nachbarn, schlägt immer auch die Stunde Ihres Lieblings, denn anders als Götter verbrauchen diese kein Mana beim Ausüben von Zaubersprüchen. So richtig Sorgen müssen Sie sich um den Schützling nicht machen: Auch wenn er in einem Gefecht unterliegen sollte, sterben kann er nicht - er gewinnt allenfalls an Erfahrung. Haben sich Tier und Herrchen "auseinander gelebt", können Sie später auf eine andere Kreatur umsteigen: Hätten Sie gern ein Krokodil? Eine Schildkröte? Einen Löwen? Oder etwa ein Pferd?
    Im Mehrspielermodus können Sie der ganzen Welt zeigen, was für ein tolles Exemplar Sie da herangezüchtet haben: Wie bei einer Rassehundeausstellung treffen sich im Internet alle erfolgreichen Schöpfer - zu Schaukämpfen oder um spezielle Netzwerk-Karten unsicher zu machen. Der Modus "The Gathering" ist mehr oder weniger ein riesiger Chatraum im ICQ-Format, wo man durch seine Kreatur vertreten wird. Gag am Rande: Die Lippen und Kiefer der Kreaturen bewegen sich synchron zu den Texten, die Sie eintippen. Ab Anfang November wird man das Gathering-Basisprogramm kostenlos von der Lionhead-Website herunterladen oder von der PC-Games-Heft-CD aus installieren können. Da dürfen sich auch Black & White-Nichtbesitzer austoben und erste Gehversuche wagen, allerdings wird nach dem Verlassen des Programms nicht abgespeichert. Online können Sie vor allem Zaubersprüche und andere Fähigkeiten tauschen und handeln. Neben vielen anderen Modi gibt es unter anderem ein "Black & White-Universum", das mehrere Einzelspieler-Inseln miteinander verknüpft. Wer möchte, gründet einen Black & White-Clan und lässt seinen Tiger zusammen mit Affe, Wolf und Kuh antreten. Sogar ein eigenes Clan-Tattoo darf man entwerfen und auf beliebige Stellen des Tiers kleben - und wenn wir "beliebige" sagen, dann meinen wir auch beliebige! Anders als etwa in Diablo 2 können Sie Ihren Helden vom Einzel- in den Mehrspielermodus übernehmen, dort neue Sprüche erlernen lassen und ihn dann wieder in die Kampagne einbauen. Auch sehr praktisch: Die Kreaturen richten ihren Besitzern Websites ein und aktualisieren diese selbst - zum Beispiel mit Bildern von besonders beeindruckenden Kämpfen.
    Vergessen Sie all die Spielbeschreibungen, die Ihnen Black & White als Rollenspiel, Prügelspiel oder gar Simulation verkaufen wollen - Black & White ist ein frischer Mix aus Populous, Pokémon, Dungeon Keeper und Creatures. Das Schöne daran: Sie können sofort einsteigen, müssen nicht langwierig Voreinstellungen treffen oder die Grafik in den Optionen so anpassen, dass es auf Ihrem Rechner läuft. Denn diese Arbeit nimmt Ihnen das Spiel ab: Alle Details - von Wasserreflexionen und Wolken über Zauber-Effekte bis hin zu Auflösung und Farbtiefe - werden so eingestellt, dass permanent ruckelfreie 20 Bilder/Sekunde erreicht werden. Das PC-Games-Testcenter wird also vermutlich von der Farbe "Grün" geprägt sein.

    Bildergalerie: Black & White
    Bild 1-3
    Klicken Sie auf ein Bild, um die Bilderstrecke zu starten! (4 Bilder)
  • Black & White
    Black & White
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Lionhead Studios
    Release
    17.08.2009
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07.03.2001
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