Black & White 2
So schön diese Idee auch sein mag - sonderlich präzise ist die Steuerung dadurch nicht. Hinzu kommt das wirklich unattraktive Menü, das sich in mehrere Untergruppen unterteilt. Hier wählt man umständlich Gebäude zum Bau aus, blättert in Statistiken, kauft neue Zauber oder sieht Informationen zu seiner Kreatur ein. Generell ist das Menü zwar funktional, wirkt aber auch sehr plump und unfertig. Außerdem reagiert der Mauscursor oft ziemlich träge.
Hier und da leuchten auf der Insel verschiedene Schriftrollen auf - bronzene Rollen enthalten Tutorial-Tipps, die hauptsächlich die Steuerung betreffen. Hinter silbernen Schriftrollen verbergen sich freiwillige Miniaufträge von schwankender Qualität. Mal räumt man einfach nur Steine weg oder beobachtet einen Menschen, was ziemlich langweilig ist. In anderen Aufträgen gilt es, einige Fässer auf Holzstapel zu werfen - eine nervige Angelegenheit. Trotzdem ist es ratsam, hin und wieder einige dieser Aufgaben zu lösen, um mehr Tribut zu bekommen.
Mit Tribut kaufen Sie sich neue Zauber, Gebäude sowie Fähigkeiten für Ihre Kreatur.
Schlussendlich gibt es noch goldene Schriftrollen - diese enthalten Pflichtaufträge, die zum Bestehen der Mission notwendig sind. Doch eigentlich sind goldene Rollen recht überflüssig, denn in jeder Mission ist das Ziel immer gleich, nämlich die Insel zu erobern. Sie haben stets einen Gegenspieler mit einer Basis und oft auch mit einer eigenen Kreatur. Darüber hinaus sind mehrere kleinere Dörfer über die Insel verstreut, die Sie einnehmen sollen. Wie Sie das machen, ob nun mit Überzeungskraft oder Waffengewalt, das ist Ihnen überlassen.
So spielen liebe Götter
Als guter Gott greifen Sie niemanden an, sondern kümmern sich einzig und allein um den Aufbau Ihrer Stadt. Je schöner und größer sie wird, desto mehr erhöht sich Ihr Eindruck bei den anderen Dörfern. Wenn Sie genügend Eindruck gesammelt haben, laufen die anderen Dorfbewohner zu Ihnen über und bringen obendrein noch eine ganze Ladung Rohstoffe mit. Der Aufbau-Part von Black & White 2 ist das Glanzstück des Spiels: Sie dürfen nach Herzenslust Getreidefelder, Wohnviertel, Tempel, Universitäten, Altare und Windmühlen bauen.
Die umständliche Zitadelle aus dem Vorgänger ist ersatzlos gestrichen - eine weise Entscheidung! Als Baumaterial benötigen Sie Holz und Erz. Letzteres ist ein endlicher Rohstoff, sprich: Wenn er verbraucht ist, müssen Sie ohne auskommen. Die Bäume für die Holzgewinnung wachsen nach - wenn Sie sich entsprechend darum kümmern.
Entweder Sie gießen sie von Zeit zu Zeit per Wasserzauber, um die Bestände gesund zu halten, oder sie heuern einige Ihrer Dorfbewohner als Förster an, die den Job für Sie übernehmen. Außerdem können Ihre Untertanen noch andere Tätigkeiten annehmen und beispielsweise zu Bauern, Baumeistern oder Brütern werden - letztere kümmern sich um den Nachwuchs.
Das Bauen von Straßen ist wirklich cool: Sie klicken einfach auf einen bereits bestehenden Weg, halten die Maustaste gedrückt und ziehen einen neuen Weg "heraus" - keine Auswahl im Baumenü ist nötig. Die Pfade lassen sich mit etwas Übung "natürlich" um Gebäude und Hügel herum führen - fast so, als würde man sie auf den Boden malen.
