Das Schattenreich eines bösen Gottes
"Soll ich diesen Dorfbewohner fressen?", fragt die Kreatur mit arglosem Blick. Ja! Denn Düsternis soll unsere Herrschaft prägen und das Land mit Kriegen überziehen. Black & White 2 als echter Fiesling zu spielen, ist ohne Zweifel reizvoll und unterscheidet sich völlig vom Dasein als fürsorglicher Gott. Schon bald verdunkelt sich Ihre göttliche Hand, die den Mauscursor im Spiel darstellt, und klauenartige Fingernägel sprießen aus den Kuppen. Gleichzeitig beginnt die menschenfressende Kreatur gebeugt zu gehen. Ihr Gesichtsausdruck wird genau wie das Fell finster; Reißzähne lugen bedrohlich hervor.
Das gefährliche Äußere der Kreatur passt gut zu den Zwecken, die ein böser Gott mit ihr verfolgt. Bauarbeiten, Hilfe beim Sammeln von Rohstoffen oder gar Unterhaltung für die Dorfbewohner kommen nicht in Frage - stattdessen schwingt sich Ihr Helfer zum Kriegsherrn auf, der Armeen in der Schlacht befehligt und selbst mit aller Gewalt in Kämpfe eingreift. Ein ausgewachsener, wütender Löwe nimmt es beispielsweise ohne Probleme mit 50 oder noch mehr feindlichen Schwertkämpfern auf - dann tritt er kräftig auf den Boden, dass die Erde zittert, und schleudert die Gegner mit einer wischenden Armbewegung Abhänge herunter. Mit Wonne wirkt die Kreatur verheerende Blitz- und Feuerwunder. Zusätzlich hebt ein böser Gott Trupps von Bogenschützen und Nahkämpfern aus; Katapulte helfen bei der Zerstörung feindlicher Festungsanlagen.
Auch das Antlitz einer dunklen Stadt hat nichts vom Glanz guter Siedlungen. Statt Villen und Landhäusern pferchen böse Götter ihre Untertanen in triste Hütten und Hochhäuser. Auf prachtvolle Tempelanlagen, Universitäten oder Parks verzichtet man zugunsten noch größerer Armeen, schließlich ist der Unterhalt von Soldaten teuer. Besonders Erz, der einzige nicht reproduzierbare Rohstoff, ist für böse Götter von großer Bedeutung.

