Black Mirror: Der dunkle Spiegel der Seele
Samuel schreckt auch vor dem Abstieg in düstere Grabkammern nicht zurück.
Samuel Gordon hatte sich geschworen, nie wieder auf das Familienanwesen Black Mirror in der tiefsten englischen Provinz zurückzukehren, nachdem seine Frau in dem Schloss ums Leben gekommen ist. Aber der mysteriöse Tod seines Großvaters treibt den gebrochenen Mittdreißiger in den Schoß der Familie zurück. Starb der rüstige Rentner doch nicht etwa an einem Herzinfarkt, sondern an den Folgen eines Fenstersturzes aus seinem Arbeitszimmer. Bei den Nachforschungen trifft Samuel dann auf zwielichtige Provinzler und deckt reihenweise okkulte Geheimnisse auf ...
Die gute alte Zeit
Von nun an ist es Ihre Aufgabe, Samuel in diesem Point&Click-Adventure durch detailreich gestaltete Schauplätze vom Schlossgarten bis hinein in unterirdische Katakomben zu dirigieren. Stoßen Sie in den Kulissen auf obligate Objekte, werden diese mit einem Linksklick untersucht oder eingesammelt - ein Rechtsklick ermöglicht hin und wieder weitere Interaktionen und fördert beispielsweise ein Buch zutage, das an die Unterseite einer Schreibtischschublade geklebt wurde. Besonders komfortabel: Via Doppelklick überspringen Sie lange Laufwege zu den Ausgängen des aktuellen Bildausschnitts, welche sich sogar auf Knopfdruck einblenden lassen.
Nadel im Heuhaufen
Im Arbeitszimmer seines Großvaters sucht Samuel nach Hinweisen.
Ein ähnliches Feature sehnt man sich mitunter für mikroskopisch kleine, aber lösungsrelevante Gegenstände herbei. Neben der zuweilen enervierenden Suche nach solch gut versteckten Hotspots kostet auch die Steuerung von Black Mirror manche Spielminute, da Sie meistens nur die linke Maus-
taste benötigen, manchmal aber doch nur ein Rechtsklick weiterhilft. Das wiederholte Abklopfen von Gegenständen wird damit zur Routine, der ein bitterer Beigeschmack künstlicher Spielzeitverlängerung anhaftet.
Wink mit dem Zaunpfahl
Dafür sind die eigentlichen Rätsel stets fair. Das gilt sowohl für die Kombinationsrätsel als auch für diverse Logikpuzzles, in denen Sie die Funktionsweise altertümlicher Schalttafeln ausbaldowern müssen. Wer die Dialoge aufmerksam verfolgt und herumliegende Manuskripte studiert, erhält zu jeder Kopfnuss hilfreiche Hinweise. Zu simpel wird's dennoch nicht - selbst versierte Adventure-Spieler sind mit Black Mirror mühelos 15 Stunden und länger beschäftigt.
Kein Grund zum Fürchten
In einigen Rätseln müssen Sie Papierschnipsel richtig zusammenfügen - hier zu
einem Foto.
Überzeugt das Rätseldesign auf Anhieb, kommt die Grusel-Story nur langsam in Fahrt. Zu undurchsichtig beginnt die Geschichte, zu schwer fällt die Identifikation mit den steif herumstaksenden Charakteren. Black Mirror erreicht so zwar zu keiner Zeit die Güteklasse eines Alone in the Dark, fesselt nach einiger Spielzeit dennoch bis in die Abendstunden - nicht zuletzt dank der erstklassigen deutschen Synchronisation mit motivierten Sprechern. Samuel beispielsweise wird von David Nathan gesprochen, der auch Johnny Depp seine Stimme leiht.

