Bioshock
Plasmide (die Sie überall im Spiel finden und dank derer Sie Spezialfähigkeiten entwickeln) sind neben herkömmlichen Schießprügeln das beste Mittel gegen die anrückenden Tiefseebewohner. Schon nach wenigen Spielminuten bekommen wir in einer dramatischen Sequenz unsere erste übernatürliche Fähigkeit spendiert. Der Elektroblitz, den wir jetzt verschießen, schockt unsere Gegner und setzt sie für Sekunden außer Gefecht. Die Palette der Kräfte erweitert sich später um weitere nützliche Feind-Stopper. So beherrschten wir gegen Ende des Abends Telekinese und schleuderten den Splicern allerlei Gegenstände an die Maske.
Die abgedrehten Plasmide können aber noch mehr. Per Eiskraft frieren wir die Bewohner ein oder lassen sie mit einer Art Zorn-Plasmid aufeinander losgehen. Während des Spielens konnten wir die gelungene Kombination von Waffen und Plasmiden bewundern: Wir schockten unsere Kontrahenten per Elektrokraft, um ihnen dann mit dem Revolver gezielt den Rest zu geben. Bei solchen Aktionen können wir sogar die Umwelt mit einbeziehen.
"Alles im Spiel kann man als Waffe benutzen", sagt Ken Levine - und der Mann weiß, wovon er redet. Ein Unhold stapft durch eine Pfütze? Einfach mit dem Elektroblitz auf das Wasser ballern und die Leitfähigkeit des kühlen Nasses erledigt den Rest. Noch beeindruckender ist es, Gegenstände per Telekinese in ein Feuer zu halten und dann den Kreaturen von Rapture um die Ohren zu hauen. Die Möglichkeiten, die die Entwickler erdacht haben, sind mannigfaltig und spannend. Und wer einfach mit Waffengewalt durch die Räume ziehen will, kann das natürlich auch tun. Nur wird das Spiel so ungleich schwerer und verliert viel an Reiz.
Die dritte Möglichkeit, die wir nutzen, um den Weg zu ebnen, sind Selbstschussanlagen. Die altertümlichen Maschinen stehen an festen Orten oder fliegen über unseren Köpfen Patrouille. Um an sie heranzukommen, reicht ein Funken unserer Elektrokraft. Danach programmieren wir die Blechwächter um. Das Minispiel, das wir dabei erledigen, hat uns aber noch nicht überzeugt: Wir leiten eine Flüssigkeit mit Rohren um; etwas zu simpel für unseren Geschmack. Zum Glück lassen sich diese Aktionen auch mit Geld lösen. Fortan bezahlen wir einfach einen kleinen Betrag, um die Maschinen danach an unserer Seite zu wissen.
Während wir tiefer in die Station vordringen, bewundern wir die Liebe zum Detail, die Irrational Games in Rapture gesteckt hat. Der Umstieg auf die Unreal-Engine-3 hat sich sichtlich gelohnt. Auch wenn es abgedroschen klingt, noch nie hat Wasser so gut ausgesehen! Stimmungsvolle Lichtquellen und eine gruselige Geräuschkulisse lassen uns immer wieder zusammenzucken.
Das abgedrehte Szenario unter Wasser erzeugt seine ganz eigene Atmosphäre. Wir fühlen uns wie ein Eindringling, der etwas Verbotenes entdeckt. Einen Großteil der Stimmung macht dabei der Spiegel aus, den uns die Entwickler vorhalten: Der Abgrund aus Gier und Größenwahn, der die Einwohner von Rapture verschlungen hat, ist durchaus auch in der Realität zu finden. Mit den moralischen Entscheidungen, die wir treffen müssen, setzt das Spiel noch einen drauf. Wer einmal einem kindlichen Sammler begegnet ist, vergisst das nicht so schnell .
Die kleinen Mädchen streifen durch die Unterwasserstation, immer auf der Suche nach der Ressource Adam - sie sind das Ergebnis eines grausigen Experiments. An ihrer Seite stapfen die gewaltigen Big Daddys. Mit brutaler Sturheit gehen diese Kampfmaschinen gegen alle vor, die den Sammlern ein Haar krümmen wollen.
Genau hier setzt das Spiel die moralischen Daumenschrauben an: Erledigen wir das Kind in unserer Gier nach Adam oder verwandeln wir sie zurück und verzichten auf das wertvolle Material? Ein Kollege, der neben uns spielt, tötet das Geschöpf, ohne mit der Wimper zu zucken. Uns läuft es kalt den Rücken hinunter.
Am Ende des Abends legten wir das Gamepad nur widerwillig weg. Dafür durften wir am nächsten Morgen noch einen Blick auf die PC-Fassung werfen. Die sieht mindestens genauso gut aus, punktet aber mit tollen Finessen. Mausspieler bekommen ein angepasstes Interface. Die Steuerung erschien uns zudem intuitiver: So wechseln Sie mit der rechten Maustaste blitzschnell zwischen Waffen und Plasmiden.
Verbesserte Texturen und dynamische Schatten rücken Bioshock auf dem PC ins rechte Licht. "Wir sind PC-Entwickler, das soll man sehen" lacht Ken Levine. Wir haben es gesehen. Und sind begeistert.


Und, hier wird doch garnichts verraten!?! Gerade wie das Spiel…