Bioshock
Die Tiefsee ist näher an der Hölle, als Sie denken: Wir haben uns einen Abend lang nach Rapture gewagt.
Ein Raunen geht durch die Menge. 150 Journalisten aus aller Welt halten den Atem an, als auf einer riesigen Leinwand der Beginn eines Abenteuers zelebriert wird - der Absturz eines Flugzeugs.
Mit dieser Szene eröffnet Ken Levine, Creative Director von Irrational Games, die Präsentation von Bioshock in New York. Wir waren mit Kamera und Notizblock dabei, um uns mit den Entwicklern über ihren ambitionierten Ego-Shooter-Rollenspiel-Mix zu unterhalten. Als wäre das nicht schon spannend genug, durften wir auch einen Abend lang selber spielen - wenn auch "nur" auf einer Xbox 360.
Wir ließen Cocktail-Bar, Partyhäppchen und -häschen links liegen und griffen uns sofort einen der Controller. Wir wollten schließlich möglichst viel Zeit in der Unterwasserstadt Rapture verbringen. Unser Trip in die Tiefen der See beginnt in luftigen Höhen, an Bord eines Passagierflugzeugs. Die Präsentation in lebhafter Erinnerung, wappnen wir uns und blicken dem Unausweichlichen entgegen. Den tiefen Fall in eine unbekannte Welt erleben wir dabei in der Ego-Perspektive!
Ein Krachen zerreißt die entspannte Ruhe im Inneren des Flugzeugs. Innerhalb weniger Augenblicke rauben Rauch und Feuer den panisch schreienden Passagieren die Sicht. Plötzlich eiskalte Stille. Wir sind unter Wasser, drohen zu ertrinken. Eine Reisetasche treibt an uns vorbei. Unser eigenes Ringen nach Luft kriecht in unsere Gehörgänge. Auftauchen!
Als wir die Wasser-oberfläche erreichen, brechen Lärm und Chaos über uns herein. Brennende Benzinpfützen tauchen die Umgebung in ein bedrohliches Rot, vor uns versinkt das Heck des Flugzeugs blubbernd im Meer. Am Rand unseres Blickfelds entdecken wir schemenhaft ein
Gebäude - es ist ein Leuchtturm!
Mit letzter Kraft schwimmen wir hin. Hinter uns verschwindet das Flugzeug endgültig unter Wasser. Am Fuß des Turms entdecken wir eine offen stehende Tür. Ohne zu zögern schreiten wir hindurch. Wir wissen schließlich, wo es hingeht! Im Inneren flammen Lichter auf, ein merkwürdig aussehender Fahrstuhl bringt uns in die Tiefe - der Unterwasserstadt Rapture entgegen.
Diese Vision einer besseren Stadt, so erzählt uns Ken Levine später, hat sich in ein Dystopia (Anti-Utopie) verwandelt. Eigentlich wollte der Erbauer Andrew Ryan Wissenschaftlern und Intellektuellen einen Zufluchtsort bieten, frei von Ideologien und Religionen. Doch schon nach kurzer Zeit liefen die Ereignisse aus dem Ruder. "Adam" wurde entdeckt, eine Substanz, die Menschen leistungsfähiger und schöner macht. Der Streit um die wertvolle Flüssigkeit versetzte Rapture den Todesstoß.
Nach unserem Abgang in die Tiefe finden wir uns in eben dieser Welt wieder. Schon bald treffen wir auf das, was von den Bewohnern der Welt übrig geblieben ist. Kreischende Einwohner, sogenannte Splicer, greifen uns an - kaputte Karnevalsmasken auf dem Kopf und Knüppel in der Hand. Die Wucht ihrer ungestümen Attacken verschlägt uns fast den Atem. Zum Glück haben uns die Entwickler vielfältige Mittel an die Hand gegeben, mit den Unholden fertig zu werden.


Und, hier wird doch garnichts verraten!?! Gerade wie das Spiel…