Auf Wiedersehen Realität: Kuriose Zitate aus der Spiele-Industrie
Zwischen der Realität und dem, was einflussreiche Menschen gerne als Realität wahrnehmen, klafft manchmal ein großer Spalt. Dass diese These auch auf diverse Persönlichkeiten aus der Spiele-Industrie zutrifft, beweisen die folgenden, kuriosen Zitate. Und die Fakten drum herum. Hier unsere Top 6.
Platz 6: John Riccitiello, CEO von Electronic Arts
John Riccitiello, CEO von Electronic Arts.
"Wir langweilen die Leute zu Tode. Es gibt zu viele Spiele, die aussehen wie Spiele aus dem letzten Jahr, die damals schon aussahen wie Spiele aus dem Jahr davor." - Juli 2007
Ehrliche Worte von John Riccitiello (deshalb nur Platz 6), die er nur wenige Monate nach seiner Wiedereinstellung als Geschäftsführer von Electronic Arts äußerte. Wer danach auf eine rasante Verbesserung hoffte, der hoffte vergebens. Ein beispielhafter Blick auf die Entwicklung der FIFA-Serie auf dem PC: FIFA 08 machte im Vergleich zu FIFA 07 nur einen winzigen Sprung in Sachen Grafik und Technik. FIFA 09 machte einen großen. FIFA 10 sprang zurück. Und nun behaupte Mal jemand, "Selbsterkenntnis sei der erste Weg zur Besserung”. Nichtsdestotrotz: Für mutige Projekte wie Dead Space und Mirror's Edge verdient Electronic Arts ein bisschen Lob!
Das englische Original-Zitat: "We're boring people to death and making games that are harder and harder to play. There's been lots of product that looked like last year's product, that looked a lot like the year before."
Platz 5: Steve Ballmer, CEO von Microsoft
"Es besteht keinerlei Chance, dass das iPhone einen signifikanten Marktanteil erreicht. Keine Chance." - März 2007
Eine mutige Prognose, die Steve Ballmer im März 2007 stellte. Wenig später sollte sich herausstellen: eine signifikant falsche Prognose. Bereits 2008, also rund ein Jahr später, erreichte Apples iPhone einen Marktanteil von 28 Prozent in den Vereinigten Staaten (Quelle: Apple). Im ersten Quartal des Fiskaljahres 2009 sicherte sich Apple bei den weltweiten Verkaufszahlen von Smartphones den dritten Platz, hinter Nokia und Research in Motion.
Das englische Original: "There's no chance that the iPhone is going to get any significant market share. No chance.”
Platz 4: Saturo Iwata, Chef von Nintendo
"Der Kunde will keine Online-Spiele.” - 2004
Er hat irgendwie Recht. Aber auch irgendwie Unrecht. Seine Kunden, so scheint es, wollen tatsächlich keine Online-Spiele. Sie wollen Spiele ohne Story, ohne Tiefgang, aber für den perfekten Spaß für Zwischendurch. Oder fürs Abnehmen. Solche Spiele brauchen keinen Online-Modus. Nichtsdestotrotz: Playstation Home, Xbox Live und die zahlreichen Online-Rollenspiele beweisen das Gegenteil: Der Kunde will sehr wohl im Internet spielen, miteinander und gegeneinander. Nur eben seine Kunden nicht.
Das englische Original: "Customers do not want online games."
Platz 3: Bobby Kotick, Chef von Activision
Bobby Kotick, Chef von Activision-Blizzard.
"Als ich vor rund zehn Jahren unzählige Verbraucher-Experten für Activision engagierte, war es mein Ziel, jeglichen Spaß am Produzieren von Videospielen zu unterbinden." - September 2009
Mit dieser Aussage sank Bobby Koticks Beliebtheitsgrad bei den Kunden erheblich, was zahlreichen negativen Kommentaren aus sämtlichen themenbezogenen News-Meldungen zu entnehmen ist. Für zusätzlich Würze sorgte die Bekanntgabe, Call of Duty: Modern Warfare 2 werde keine Dedicated Server unterstützen - PC-Spieler fühlten sich ohnehin bereits verarscht veräppelt. Den kuriosen Drilling komplettierte Kotick einige Tage später mit dem Wunsch, die Preise von Spielen zu erhöhen. Autsch.
Das englische Original: "The goal that I had in bringing a lot of the packaged goods folks into Activision about 10 years ago was to take all the fun out of making video games.”
Platz 2: Reggi Fils- Aime, Präsident von Nintendo of America
"Ich denke, wir können die Halo-Zielgruppe mit The Conduit und Dead Space Extraction von der Wii überzeugen. Und wissen Sie was? Wenn die Leute eine Wii besitzen, dann kaufen Sie Mario Kart und Wii Fit Plus." - Juni 2009
Man darf zu Recht behaupten, Reggie Fils-Aime habe mit seiner Prognose weit an den Fakten vorbeigeschossen. Die Wii verkauft sich blendend, keine Frage, Non-Casual-Spiele aber nach wie vor mehr als bescheiden. The Conduit bildet keine Ausnahme: Ende 2009 lagen die Verkaufszahlen von The Conduit bei schlanken 270.000 Einheiten - in Europa und den USA, wohl gemerkt. Ebenfalls enttäuschend: Dead Space Extraction verkaufte sich in den Vereinigten Staaten in der ersten Woche nur 9.000 Mal. Also entweder ist die Halo-Zielgruppe kleiner als erwartet oder ...
Das englische Original: "We think we can win over the Halo audience with something like The Conduit, a multi-player, online, shooting experience, or Dead Space Extraction. And you know what? Once those people buy into Wii, they'll go buy Mario Kart or Wii Fit Plus.”
Platz 1: John Romero, Mitgründer von id Software
John Romero is about to make you his bitch.
"John Romero steht kurz davor, Sie gefügig zu machen.” - 1997
Mit diesem kontroversen Werbe-Slogan (englisches Original: "John Romero is about to make you his bitch.”) sorgte John Romero 1997 für Aufsehen. Um sein jüngstes Projekt schnürte sich damals ein immenser Hype, der die Erwartungen an Daikatana weit nach oben hievte. Blöd nur, dass es mit Daikatana steil bergab ging. Nach zahlreichen Verschiebungen erschein das Action-Spiel erst 2000. Daikatana litt unter langweiligen Gegnern, altbackener Grafik und dummen KI-Gegnern. Zusammen mit seinem Spiel versank auch John Romero im Boden.
Das englische Original: "John Romero is about to make you his bitch."


Platz 1: "We are realeasing Duke Nukem Forever."
Damit ist die Langeweile gemeint, die Spieler wiederfährt, die immer und immer wieder die gleiche Kost an Games vorgesetzt bekommen, denke ich.
Mir ist sowas egal, ich zocke auch das x-te JRPG oder Adventure oder *insert beliebiges Lieblingsgenre here* mit Freude, solange Story, Atmosphäre und Gameplay stimmen.
Was war denn an Dead Space komplexer als in anderen Spielen, z.B. RE 1? Wenn wir von ARMA 1+2, OFP, GTR, IL-2 sprechen, dann könnte ich die Aussage nachvollziehen. Aber doch nicht bei oberflächlichen Actionspielen wie NFS Shift oder Bad Company.
gefunden.
David Cage (Entwicklungschef von "Heavy
Rain") hat auf der GDC 2009 in Köln
folgendes gesagt.
Die Dramaturgie der meisten Spiele bewegt
sich nach wie vor auf Porno Niveau.
Eine „Handlung“ finde meist ohnehin nur in
überflüssigen Zwischensequenzen statt. Wie
man richtig erzählt, führt laut Cage die
Filmindustrie vor, die “Kulturprodukte für alle
Altersstufen anbietet”. Entwickler sollten
“Spiele für 35-Jährige entwickeln”, denn diese
Zielgruppe wachse und sei mit den üblichen
“Rette die Welt”-Geschichten nicht zu
begeistern.
Quelle:
http://www.rooster24.com/...