Battlestations: Pacific (PC)

Release:
15.05.2009
Genre:
Action
Publisher:
Eidos

Battlestations: Pacific-Test: Guter Genre-Mix mit kleinen Macken

30.05.2009 12:00 Uhr
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Neu
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Battlestations: Pacific - feines Sushi-Restaurant oder doch eher Schnellimbiss? Wir stürzen uns in den Pazifikkrieg, um diese Frage zu klären.

Wir schreiben den 7. Dezember 1941: Europa steckt tief im Chaos des Krieges, Hitlers Afrikafeldzug ist in vollem Gange und auch die Sowjetunion wankt unter dem Ansturm der Wehrmacht. Nur die USA wahren noch immer Neutralität, zumindest bis zu dem besagten, schicksalhaften Dezembermorgen. Battlestations: Pacific versetzt Sie unmittelbar nach dem Start hinter den Steuerknüppel eines japanischen A6M-Zero-Jägers. Ziel ist der Navy-Stützpunkt Pearl Harbor und der dort ahnungslos vor Anker liegende US-Flottenverband. Im Gegensatz zum Vorgänger steuern Sie in der Kampagne von Battlestations: Pacific nicht nur die amerikanische Pazifikflotte, sondern auch deren Gegenüber aufseiten des Kaiserreichs. Nichts geändert hat sich hingegen an der Grundidee des Spiels: Sie fliegen Jäger und Bomber in bester Arcade-Manier. Darüber hinaus stehen sogar U-Boote, Kreuzer und Flugzeugträger unter Ihrem Kommando. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, erteilen Sie Ihren Streitkräften Befehle auf einer Strategiekarte, ordern Verstärkungen und wechseln zwischen den Einheiten hin und her. Sie können praktisch jederzeit die Kontrolle über jede Ihrer Einheiten übernehmen, vom Aufklärungsflieger bis zum majestätischen Zerstörer. Trotz dieses Variantenreichtums krankte der Vorgänger Battlestations: Midway an Eintönigkeit. Dieses Problems nahm sich Entwickler Eidos Hungary an und versuchten, die Missionen abwechslungsreicher zu gestalten, was allerdings nicht ganz gelang. #
Battlestations: Pacific-Screenshots (11) Battlestations: Pacific-Screenshots (11) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Zwar gibt es in Pacific neben typischen Verteidungs- und Zerstörungsmissionen noch die Variante, dass Sie einen Stützpunkt mit Landungsbooten einnehmen müssen, der tatsächliche spielerische Unterschied zum Auftrag "Zerstöre XY!" fällt jedoch gering aus. Im Großen und Ganzen konnten die Entwickler viele Fehler des Vorgängers ausbügeln. Die Einsätze erweisen sich als ausgewogener im Schwierigkeitsgrad, Checkpoints minimieren die Frustgefahr. Sogar die Gegner-KI, in Midway ebenfalls ein Kritikpunkt, kann im Nachfolger überzeugen. An der Grafik polierte Eidos genauso fleißig. Battlestations: Pacific hat zwar keine Ambitionen zur Grafikreferenz, der Titel präsentiert sich aber sehr ordentlich. Zudem wichen die kräftigen Farben und das strahlende Blau des Meeres im ersten Ableger einem etwas "dreckigeren" Stil, der die Weltkriegsatmosphäre weitaus besser einfängt.

Also alles prima? Nicht ganz. Die Mängel in der Bedienung konnten die ungarischen Entwickler nicht beseitigen. Auf der taktischen Karte ist die PC-Version ihren Konsolenschwestern überlegen. Sobald Sie jedoch mit Maus und Tastatur in die Haut eines Jägerpiloten schlüpfen, können Sie einpacken. Es herrscht also praktisch Gamepad- oder Joystick-Pflicht. Insgesamt geriet die Steuerung zu kompliziert und umständlich. Selbstverständlich fällt es schwer, die Unzahl an Funktionen sinnvoll auf einem Eingabegerät unterzubringen. Trotzdem steuert sich Battlestations zu unkomfortabel. Wie zum Ausgleich dazu gibt sich auch das Spieltempo träge und behäbig, ein Flugzeugträger ist schließlich kein D-Zug. Diese beinahe schon gemütliche Form des Krieges steht stellvertretend für Battlestations und im krassen Gegensatz zu den hektischen Effektschlachten eines HAWX oder Blazing Angels. In großen Seeschlachten und im starken Multiplayer-Teil funktioniert dieses Konzept hervorragend. Die Mischung aus taktischen Flottenmanövern und Bomberangriffen sowie spannenden Dogfights unterhält hervorragend. Nur schaffte es Eidos Hungary nicht, die Stärken von Battlestations in die Einzelspielerkampagne hinüberzuretten. Im Solospiel mag der Titel einfach nicht so recht mitreißen. Es fehlt an Tempo sowie an Momenten, die begeistern und in Erinnerung bleiben.

So bleibt am Ende ein Spiel, das weder Fisch noch Fleisch ist. In ausgewachsenen Seegefechten liegt in dieser Vielfalt seine Stärke, in den Kampagnen stolpert der Titel hingegen über eintönige Einsätze. Battlestations: Pacific macht handwerklich vieles richtig, leistet sich kaum grobe Patzer. Allein es fehlen die Höhepunkte.

Weiterführende Bildergalerie zu Battlestations: Pacific

Battlestations: Pacific (PC)
Spielspaß-Wertung

77 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Erfrischender Genre-Mix aus Action-Simulation und Strategie
Streckenweise etwas zu gemütliches Spieltempo
Unterschiedliche Einheitengattungen sorgen für Abwechslung.
Sehr hakelige Maussteuerung
Große Seegefechte machen mächtig Laune.
Eintöniges Missionsdesign
   
Christoph Peter Schuster
„Netter Genre-Mix mit kleinen Macken.“
Die Mischung macht’s! Battlestations: Pacific nimmt sich diesen Spruch zu Herzen: flotte Dogfights, der Nervenkitzel eines Bomberpiloten im Zielanflug und das mächtige Gefühl, wenn die Artilleriebatterien eines Zerstörers aus allen Rohren feuern. Dazu eine Prise Strategie, ja das gefällt. Die Entwickler leisten sich außer der hakeligen Steuerung und der etwas altbackenen Präsentation kaum Fehler. Warum der Titel trotzdem an der 80er-Hürde scheitert? Es gibt einfach keinerlei echte Highlights!
   
Erfahrener Benutzer
Moderation
30.05.2009 12:00 Uhr
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Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
30.05.2009 22:06 Uhr
Ich fliege immer noch mit meinem Sidewinder FF. Bei Flugeinlagen geht doch nichts über einen Guten Joystick. Die (ordentliche) implementierung eines Joysticks hat mir schon in der BF-reihe gefehlt. Also ich sehe da eher ein Plus anstatt eines negativen Punktes!
Community Officer
Bewertung: 0
30.05.2009 14:06 Uhr
Also ich hatte sehr viel Spaß mit dem Spiel. Allerdings ist die Langzeitmotivation nicht so sehr gegeben. Also nach einer Weile wird das langweilig, weil es eben doch immer das selbe ist.

Das gemächliche Tempo habe ich für mich persönlich übrigens als Pluspunkt verzeichnet. Ich mag keine Hektik.

Was…