Baphomets Fluch 4: Der Engel des Todes
Point & Click in 3D: Kann der vierte Teil der ursprünglich als Trilogie geplanten Serie die hohen Erwartungen der Fans erfüllen?
Priester Mark (Mitte) hilft Nico und George bei der Suche nach Anna Maria.
Während George Stobbart zu Fuß im strömenden Regen auf dem Weg ins Büro ist, kreisen seine Gedanken um die dünne Auftragslage und unbezahlte Rechnungen. Seit der Patentanwalt von seinem letzten Abenteuer zurückgekehrt ist, krebst er am Rand des Existenzminimums. Kaum Aufträge, kaum Geld, aus Freundin Nico wurde eine Ex. Dann der Lichtblick: Eine hübsche junge Frau erwartet George in seinem Büro - Anna Maria wirft George eine Geschichte über ein altes Manuskript und einen Schatz an den Kopf und sich anschließend in seine Arme. So weckt frau den männlichen Beschützerinstinkt.
Die äußeren Werte
Die Blondine lockt mit ihrem Aussehen - und mit 20.000 Dollar Prämie, sollte George den Schatz finden. So fassen Sie sich als Spieler ein Herz und ziehen Ihren digitalen Georgieboy an den Haaren aus dem Dreck - oder? Im Spiel fällt zunächst die liebevoll gestaltete, aber teilweise polygonarme Grafik auf. Die Figuren sind kantig, viele Texturen schwächeln auf Konsolenniveau, trotz der "Nur für den PC"-Entwicklung.
Dafür bauten die Entwickler von Sumo Digital, die für die technische Umsetzung von Der Engel des Todes verantwortlich zeichnen, schicke Shader-Effekte ein. Die Engine schiebt pompöse Rauch-, Licht- und Partikeleffekte durch die Renderpipelines Ihrer Grafikkarte. Schieben dürfen Sie auch - Ihren Spielcharakter durch Schauplätze in New York, Istanbul, Rom, Phoenix und im Vatikan.
Würde Ihnen nicht die krude Steuerung viel zu oft dazwischenpfuschen, wäre das Spiel ein Vergnügen. Häufig bleibt Ihre Pixelgestalt aber an Durchgängen oder Wänden hängen, verheddert sich in Pixelecken und läuft auf der Stelle. Gratulation an die Entwickler! Sie haben es damit geschafft, die wohl unseligste Steuerung in einem Adventure zu programmieren.
Der Spieler bewegt die Figur entweder mit der bereits aus Teil 3 bekannten direkten Steuerung mit den Cursortasten oder benutzt die Point-&-Click-Steuerung mithilfe der Maus. Problematisch hierbei ist zum einen die störrische dynamische Kamera, die oft so ungünstig positioniert ist, dass Ihnen wichtige Hotspots entgehen, zum anderen nervt die schlechte Wegfindung. Im Garten des Topkapi-Serails sollen Sie etwa in einem zeitkritischen Rätsel die Pumpe des Brunnens deaktivieren und sich dann mit Anna Maria in diesen hineinschleichen.
Verlassen Sie sich an dieser Stelle auf die Maussteuerung, ohne George Zentimeter für Zentimeter in die richtige Richtung zu klicken, stirbt Ihr digitales Alter Ego den Pixeltod und Sie dürfen die ganze Chose wiederholen. Wieder und wieder. Um die nervigen Unzulänglichkeiten der Wegfindung auszugleichen, spielen Sie am besten mit Maus- und Tastatursteuerung. Diese Kombination bewährte sich im Test noch am besten. Dass sich die Sprachausgabe nicht per Mausklick abbrechen lässt, erklärt THQ damit, dass der Spieler sonst wichtige Informationen versäumen könnte. Warum sich die nicht einfach nach dem Gespräch in Ihrem PDA befinden, wissen nur die Götter.

