Avengers: Endgame: Die 12 größten Überraschungen - Wer stirbt, wer kommt zurück? - Vorsicht Spoiler!
Lang und breit wurde über das große Avengers-Finale spekuliert: Welcher Held würde sterben, wer könnte noch zurückkehren - und wen ereilt womöglich ein völlig anderes Schicksal? In unserem Special lassen wir den Spoilern freien Lauf und besprechen die besten, spannendsten und schockierendsten Überraschungen aus Avengers: Endgame.
Nach Avengers: Infinity War hatten die Fans der Marvel-Helden viele Fragen: Wie würden die Helden das Fingerschnippen von Thanos umkehren? Wie können die Verstorbenen zurückgebracht werden? Welche Helden bleiben tot und welche werden im letzten Gefecht fallen? Und gibt es wieder eine Szene nach dem Abspann?
Nach dem Kinostart von Averngers: Endgame wissen wir, welche Überraschungen Marvel sich bis zum großen FInale aufgehoben hat: Nachdem wir den bildgewaltigen Streifen in unserer Kritik zu Avengers: Endgamekomplett ohne Spoiler besprochen haben, drehen wir nun den Spieß um: In dieser Meldung besprechen wir alle kleinen und großen Überraschungen, die der Film zu bieten. Ihr könnt euch gerne in den Kommentaren austoben und uns schreiben, womit euch Avengers: Endgame (jetzt kaufen 9,37 € ) am meisten überrascht, begeistert oder enttäuscht hat - Spoiler sind hier ausdrücklich erlaubt!
Fertig?
So, ab hier gilt's: Feuer frei!
Black Widow opfert sich
Mal ehrlich: Habt ihr das kommen sehen? Wir jedenfalls nicht! Zwar war zu erwarten, dass sich jemand für den Seelenstein opfern würde, doch wir hätten hier eher auf Hawkeye (oder eine andere Lösung) getippt. Schon allein, weil Black Widow doch einen lange überfälligen Solo-Film bekommen soll - ist der Plan nun etwa wieder gestorben? Oder wird der Film die Ursprünge der Heldin beleuchten und weit in der Vergangenheit spielen? Oder gibt es doch noch eine Chance, dass Natasha Romanoff von den Toten zurückkehrt? Marvel-Fans dürfen weiter raten.
Quelle: Marvel
Black Widow stirbt, soll aber noch einen eigenen Film bekommen. Wird es ein Prequel?
Iron Man rettet das Universum - und stirbt
Schon lange wurde darüber spekuliert, dass Robert Downey Jr. die Rolle des Iron Man nicht mehr lange spielen würde. Trotzdem ist sein heldenhafter Abgang keine Selbstverständlichkeit, da er sich im Laufe des Films zum glücklichen Familienvater entwickelt, der seine Tochter liebevoll umsorgt. Dass Tony ausgerechnet jetzt den Löffel abgibt, macht seinen Tod umso trauriger. Natürlich ist die Botschaft hinter seinem Abgang klar: Das MCU begann mit der Geburt von Iron Man - und mit ihm findet das Marvel-Filmuniversum, so wie wir es kannten, auch sein vorläufiges Ende.
Quelle: Marvel
In Avengers: Endgame verliert Tony Stark sein Leben. Es ist das Ende einer Ära.
Ein besonders liebenswertes Detail: Am Ende der Totenfeier sehen wir Tonys Tochter neben Happy Hogan sitzen, der schon im ersten Iron Man mit von der Partie war und auch in späteren Filmen wie Spider-Man: Homecoming auftrat. Die Szene macht klar, dass Happy sich in Zukunft um Tonys Tochter kümmern wird. Besonders nett daran: Happy wird von Jon Favreau gespielt, dem Regisseur und Executive Producer des ersten Iron Man-Films, was ihn zur einer der Schlüsselfiguren hinter dem Erfolg des gesamten MCU macht. In diesem Moment nimmt also auch Favreau selbst Abschied von Iron Man, den er so viele Jahre vor und hinter der Kamera begleitet hat.
Ein Wiedersehen mit Happy wird es aber trotzdem geben: Er ist bereits in Trailern zum kommenden Spider-Man: Far From Home zu sehen. Und langweilig dürfte es Favreau ohnehin nicht werden: Nach seinem Regie-Erfolg mit The Jungle Book verpasst er gerade der Disney-Verfilmung Der König der Löwen den letzten Schliff und stellt seine mit Spannung erwartete Star Wars-Serie The Mandalorian fertig.
Captain America lebt glücklich und zufrieden
Es war kein Geheimnis, dass Schauspieler Chris Evans seinen Vertrag mit Marvel erfüllt und nicht verlängert hat, was bedeutet: Für diesen Captain America ist nach Endgame endgültig Schluss. Trotzdem findet Steve Rogers kein Ende im Kampf - stattdessen nutzt er die Zeitmaschine, um in die Vergangenheit zu reisen, wo er seine große Liebe Peggy Carter wieder in die Arme schließen kann. Mit ihr verbringt er ein glückliches Leben; am Ende von Avengers: Endgame sehen wir ihn als zufriedenen alten Mann auf einer Bank sitzen. Das bedeutet: In dieser Zeitlinie, die durchs Rogers' Eingreifen entstanden ist, muss es neben unserem bekannten Captain America auch die ganze Zeit über einen zweiten, älteren Captain gegeben haben, der aber nie in eine der großen Schlachten eingegriffen hat - stattdessen hielt er sich im Verborgenen und ließ den Dingen ihren Lauf.
Quelle: Marvel
Steve Rogers hat viel durchgemacht. In Avengers: Endgame darf er nun zufrieden alt werden.
Thor trifft Big Lebowski: Der Absturz eines Helden
Kein ein anderer MCU-Held musste so viele Neuerfindungen über sich ergehen lassen wie Thor. Der Donnergott aus Asgard bekam nach dem enttäuschenden Thor: The Dark World eine Frischzellenkur verpasst, gemeinsam mit Regisseur Taika Waititi wurde der Marvel-Held in eine fröhlichere, tollpatschigere Richtung gelenkt - das Ergebnis, das in Thor Ragnarok zu bestaunen war, kam bestens bei den Fans an, hatte man doch endlich die ideale Richtung Mischung aus leichtfüßigem Humor und Coolness gefunden, die dem Charakter bislang gefehlt hat. So gestärkt trat Thor in Avengers: Infinity War auf, wo er wunderbare Szenen spendiert bekam und sich gegen Ende sogar auf dem neuen Höhepunkt seiner Macht präsentierte.
Quelle: Marvel
Fragwürdige Entscheidung: Im Verlauf des Films wird Thor zur Lachnummer degradiert.
All das geht in Avengers: Endgame jedoch im Grunde baden, denn Thors Rolle wird ein weiteres Mal umgekrempelt: Nachdem er im Zorn einem wehrlosen Thanos den Kopf abschlägt, verliert Thor sich in den folgenden Jahren in Selbstmitleid. Er säuft sich vor Kummer eine Wampe an und hängt mit seinen Kumpels - darunter der liebenswerte Korg - in einer abgelegenen Hütte rum, wo sie gemeinsam Videospiele spielen und die Zeit totschlagen. Auch wenn die Szene unbestritten lustig ist: Mit der Entscheidung, den Charakter derart der Lächerlichkeit preiszugeben, dürfte Marvel nicht jeden Fan glücklich machen - in unserer Kritik zu Avengers: Endgame zählen wir Thors Rolle zu den Schwachpunkten des Films, was sich leider bis zum Ende durchzieht: Mit Strickjacke, Vollbart und Wampe erinnert er frappierend an den Dude aus The Big Lebwoski, wie selbst Tony Stark in einer Szene bemerkt. Die meiste Zeit des Films verbringt Thor damit, nach Bier zu verlangen, in Tränen auszubrechen oder Blödsinn zu reden. Gegen Ende darf er zwar nochmal kräftig zuhauen und ein paar starke Sprüche raushauen, doch zu alter Form findet er nie mehr zurück, was ihm auch selbst bewusst ist: Der Film endet damit, dass Thor den Thron von Asgard an Walküre abgibt und sich den Guardians of the Galaxy anschließt.
Immerhin für Cossplayer hat die Sache auch ein Gutes: Auf Comic-Messen dürfte es künftig jede Menge "Thor Lebowskis" zu sehen geben - endlich mal ein Kostüm, für das man auch Bart und Bierbauch zum Einsatz bringen kann.
Walküre kehrt zurück - und wird die erste Königin von Asgard
Nach ihrem Debüt in Thor Ragnarok hatten wir sie in Avengers: Infinity War vermisst: Walküre, die schlagfertige Kriegerin, verkörpert von Tessa Thompson. Ihr Schicksal wird zwar nie richtig erklärt, doch immerhin kehrt sie in Avengers: Endgame wieder auf die Bildfläche zurück. Allzu viel Zeit wird ihr in der Geschichte zwar nicht eingeräumt, doch immerhin darf sie in der finalen Schlacht gegen Thanos mitmischen - und wird am Ende des Films sogar zur Königin von Asgard ernannt, da Thor sich weigert, den Thron zu besteigen. Damit steht der Marke Thor eine neue, interessante Zukunft bevor - womöglich mit Walküre in einer noch wichtigeren Rolle als bisher.
Quelle: Marvel
Valkyrie wird die neue Königin von Asgard und löst damit Thor ab.
Und er ist doch würdig!
Eine der lustigsten Szenen aus Avengers: Age of Ultron wird in der finalen Schlacht von Avengers: Endgame völlig unerwartet aufgegriffen: Gerade als Thanos die Oberhand gewinnt, saust Mjölnir (Thors Hammer, den er aus der Vergangenheit gestohlen hat) durchs Bild - und zwar direkt in die Hand von Captain America. Spätestens hier dürften manche Comic-Fans ein Freudentränchen verdrücken, denn es stimmt: Mjölnir erachtet Steve Rogers als würdig, und so kann er die mächtige Waffe nun gegen Thanos einsetzen. Was folgt, ist eine der besten Kampfszenen im gesamten Film - ein toller Gänsehautmoment nicht nur für Marvel-Fans!
Quelle: Disney
Ist Steve Rogers würdig, Thors Hammer zu schwingen? Jetzt wissen wir's!
Diese Charaktere bleiben tot
Nicht alle Figuren, die in Avengers: Infinity War starben, wurden durch Thanos' Fingerschnippen ausgelöscht. Andere gaben bereits vorher durch andere Umstände den Löffel ab - und wie es scheint, bleiben sie auch tot. So wird kein Wort mehr über Vision verloren, der sein Leben verlor, als Thanos ihm den Mind Stone aus dem Schädel riss. Trotzdem gib es noch eine Möglichkeit, die Figur zurückzubringen: In Infinity War werden Teile seiner Persönlichkeit von Shuri gespeichert, es ist also möglich, dass Vision - in veränderter Form - nochmal zurückkehrt. Immerhin soll er gemeinsam mit Wanda "Scarlet Witch" Maximoff eine eigene Serie erhalten.
Quelle: Marvel
Wer bleibt tot, wer kehrt zurück? Diese Fragen wären vorerst geklärt.
Anders sieht es bei Loki aus: Er starb in Thanos' Würgegriff und bleibt damit tot. Allerdings gelingt es ihm, in einer alternativen Zeitlinie kurz nach der Schlacht um New York (also noch vor den Ereignissen von Thor: The Dark World) den Tesserakt an sich zu reißen und sich damit an einen unbekannten Ort zu teleportieren. Damit erkaufen sich die Autoren die nötige Luft, um die geplante Loki-Serie umzusetzen - in welcher Zeitlinie die spielen, weiß allerdings keiner.
Von Heimdall, der in Infinity War sein Ende findet, müssen wir uns wohl dauerhaft verabschieden - er kehrt in Avengers: Endgame nicht zurück.
Captain America hat einen Nachfolger
Es war nur eine Frage der Zeit, bis Steve Rogers einen Nachfolger ernennen und den Titel des Captain America weiterreichen würde. In einigen Comics hatte bereits Bucky Barnes aka Winter Soldier die Ehre; nach den Ereignissen der letzten Captain America-Filme hätten wohl viele darauf getippt, dass er die Rolle übernehmen würde. Doch stattdessen geht der Vibranium-Schild in den Besitz von Sam "Falcon" Wilson über, der auch in einigen Comics die Nachfolge von Captain America antritt. Auf Bucky könnte indessen eine andere Zukunft warten: In der Post-Credits-Szene von Black Panther wird er von einigen Kindern in Wakanda als "White Wolf" bezeichnet, einen Titel, den auch T'Challa später in Avengers: Infinity War verwendet. Wie es mit beiden Figuren weiter geht, werden wir wohl künftig über Disneys Streaming-Dienst erfahren - dort soll irgendwann eine Serie mit Bucky und Wilson in den Hauptrollen erscheinen.
Quelle: Disney
Links im Bild: Falcon, der in Civil War an der Seite von Captain America kämpft und in Avengers: Endgame den Schild erben wird.
Die neue, alte Gamora
Während manche Charaktere endgültig abdanken, ist Gamora ein Sonderfall: Sie starb in Infinity War, als Thanos sie für den Seelenstein opferte. Trotzdem gibt's in Avengers: Endgame ein Wiedersehen: Durch die Zeitreisen treffen wir auf eine jüngere Gamora, kurz bevor sie zum ersten Mal auf die Guardians of the Galaxy trifft und sich von Thanos lossagt. Diese Gamora reist gemeinsam mit Thanos und Nebula (die beide sterben) in die Zukunft, wo sie auch verbleibt. Als sie am Ende auf Star-Lord trifft, ist dieser überglücklich - sie dagegen kennt ihren Geliebten noch überhaupt nicht. Das bedeutet: In künftigen Marvel-Filmen wie Guardians of the Galaxy Vol. 3 werden wir es mit einer neuen Gamora zu tun haben, die womöglich eine andere Entwicklung durchmachen wird als ihre Vorgängerin.
Quelle: Marvel
Die bekannte Gamora (links) bleibt tot. An ihre Stelle tritt eine jüngere Version aus der Vergangenheit.
Thanos stirbt gleich zwei Mal
Eine clevere Überraschung gibt's gleich im ersten Filmdrittel: Die Avengers machen sich gemeinsam mit Captain Marvel auf die Suche nach Thanos und werden auf einer blühenden Gartenwelt fündig, wo sich der Titan gemütlich zur Ruhe gesetzt hat. Die Helden stürmen sein Haus, überwältigen ihn - und schließlich wird er von Thor in einem Wutanfall enthauptet, als dieser erfährt, dass Thanos die Infinity Steine zerstört hat. Damit ist Thanos tot und besiegt - wie also wollen die Autoren die restlichen zwei Filmstunden füllen? Die Zeitreise macht's möglich! Während die Avengers in die Vergangenheit düsen, um die Infinity Steine zu suchen, kommt ihnen ein jüngerer Thanos - der hier noch mit seinen Feldzügen beschäftigt ist - auf die Schliche. So gelingt es ihm, per Zeitportal in unsere Gegenwart zu reisen und die Avengers mit seiner geballten Armee anzugreifen. Auf dem Schlachtfeld findet schließlich auch dieser Thanos sein Ende - womit wir dem Superschurken ein zweites Mal beim Sterben zusehen.
Quelle: Marvel
Thanos wird in Avengers: Endgame gleich zwei Mal besiegt.
Cleverer Zeitsprung
Wir hatten es anhand des Super Bowl Teaser Trailers bereits vermutet: In Avengers: Endgame gibt es einen signifikanten Zeitsprung von fünf Jahren. Das ermöglicht den Autoren, viele Figuren erheblich weiterzuentwickeln. So bilden Bruce Banner und Hulk nun eine Person. Hawkeye hat sich zum brutalen Ronin gewandelt. Tony Stark hat gemeinsam mit Pepper Potts eine Tochter, außerdem hat er seiner Frau eine maßgeschneiderte Rüstung angefertigt, dank der sie in der finalen Schlacht als Rescue mitmischen kann. Thor hat die Zeit indessen genutzt, seinen Kummer zu ersaufen und ein paar Kilo zuzulegen. Nebula, Rocket, Okyoe, War Machine und Captain Marvel haben sich zu mehreren Teams zusammengeschlossen, die von Black Widow koordiniert werden. Steve Rogers engagiert sich derweil in einer Selbsthilfegruppe und kümmert sich um Menschen, die durch die Dezimierung traumatisiert wurden. Nur einer blieb ganz beim Alten: Ant-Man. Der war nämlich all die Jahre im Quantenraum gefangen, für ihn sind seit Infinity War nur ein paar Stunden vergangen.
Quelle: Marvel
Ant-Man hat als vielleicht einzige Figur keine größere Veränderung durchgemacht.
Wiedersehen mit alten Bekannten
Kein anderer Marvel-Film ist dermaßen vollgepackt mit großen und kleinen Auftritten bekannter Charaktere. So kehren nicht nur Korg (Taika Waititi) und Valkyrie (Tessa Tompson) aus Thor Ragnarok zurück, es gibt auch ein Wiedersehen mit vielen Figuren, die schon längst ins Gras gebissen haben: Durch mehrere Zeitsprünge in die Vergangenheit treffen unsere Helden beispielsweise erneut auf den Hydra-Chef Alexander Pierce (Robert Redford), auf Crossbones (Frank Grillo) vor seiner Enthüllung oder auf die oberste Zauberin (Tilda Swinton), die eher halbherzig in der Schlacht um New York mitmischt. Hank Pym (Michael Douglas) ist in einer digital stark verjüngten Version zu sehen, ebenso wie Howard Stark (John Slattery), der eine überraschend lange Szene spendiert bekommt. Thors Mutter Frigga (Rene Russo) darf sich über eine längere Dialogszene freuen und sogar Natalie Portman, die dem Marvel-Universum eigentlich abgeschworen hatte, ist in einer kurzen Einstellung nochmal als Jane Foster zu sehen. Maria Hill (Cobie Smulders), Nick Fury (Samuel L. Jackson), Janet Van Dyne (Michelle Pfeiffer) und General Ross (William Hurt) haben zwar keine Sprechrollen, dürfen aber zumindest bedeutungsschwanger in die Ferne starren. Aus der Serie Agent Carter kehren nicht nur die gleichnamige Heldin (Hayley Atwell), sondern auch Edwin Jarvis (James D'Arcy) zurück, der später als Vorlage für Tony Starks KI-Kumpel J.A.R.V.I.S. dienen wird.
Quelle: Marvel
Stan Lee (1922-2018) hat in Avengers: Endgame seinen letzten Cameo-Auftritt.
Einen wichtigen Gastauftritt wollen wir nicht vergessen: Stan Lee, der sich in Avengers: Endgame passenderweise zum letzten Mal die Ehre gibt. Es war uns ein Fest, Stan!
Was denkt ihr?
Womit hat euch Avengers: Endgame am meisten überrascht? Schreibt uns eure Gedanken zum Film und keine Angst vor Spoilern - in dieser Meldung dürft ihr bedenkenlos jedes Handlungsdetail diskutieren!

Die MCU-Filme sind für sich allein gesehen nicht komplex. Story und Charaktere haben allerdings durchaus ihren Wert. Ant-Man ist kein Actionfilm sondern eher ein Heist-Movie. Winter Soldier ist auch kein Actionfeuerwerk. Die Filme haben durchaus Variation. Davon abgesehen beziehen sie alle ihre Vorgänger mit ein, Charaktere bauen sich konstant auf und haben vielfältige Emotionen etc., sind also tatsächliche menschliche Charaktere.
Und durch die Vielzahl der Filme entsteht dann eben doch eine Saga-interne Komplexität. Etliche dutzend Charaktere, über 20 verschiedene Einzelstories, die ineinander greifen und Charaktere, die miteiander wachsen und sich ändern. Das MCU ist nicht anspruchsvoll in dem Sinne, den du meinst, aber hat durchaus einen gewissen Anspruch :-)
Und bei Transformers hast du mit dem letzten Ableger Bumblebee einen Titel, der den Lebensstil der 80er wieder aufleben lässt.
Etwas anderes ist es, wenn ein Darsteller tatsächlich stirbt und im Film von ihm Abschied genommen wird wie bei Paul Walker in Fast & Furious 7, wo sich am Ende die Wege trennen.
Ihr ahnt es vermutlich schon, dass Tony bzw. Iron Man mein Lieblingscahrakter ist und ich fand diesen Abschluss für ihn nahezu perfekt. Er hatte seine Familie gerettet und auch geholfen den ersten Snap rückgängig zu machen, was er ja vorher mit Pepper besprochen hatte in einem schönen Dialog.
"Ich bin glücklich mit dir und der Kleinen. Ich sollte ins Bett gehen und all diesen Zeitreise-Kram vergessen."
"Aber könntest du dann auch deinen Frieden finden?"
Einer der schönsten und für mich auch gleich noch ärgerlichsten Momente war allerdings sein Tod. Er hatte Thanos und dessen Armee besiegt und sich dabei selbst geopfert und dann ist erst Rhoady bei ihm als sein bester Freund, dann kommt Spider-Man an und hinter ihm sah man schon, wie Pepper wartete, dass sie sich von Tony verabschieden kann. Ich dachte die ganze Zeit nur "Geh endlich da weg, du nerviger Bengel. Pepper muss zu Tony hin, sie gehört einfach zu ihm!"
Thors Verwandlung vom starken Schönling hin zum bierbäuchigen Trauerklos fand ich ebenso super. Das war etwas, das mich wirklich beeindruckt hatte, dass es so durchgezogen wurde. Thor war immer so ein bisschen der Schönling und wurde auch oft mit Anspielungen darauf geärgert in verschiedenen Filmen, aber hier wird er dann der trauernde, bierbäuchige Versager, der an der Niederlage gegen Thanos zerbrochen ist. Ich finde es irgendwie nachvollziehbar und nur das Gespräch mit seiner eigentlich bereits verstorbenen Mutter (möglich dank Zeitreise) bringt ihn wieder zurück in die richtige Stimmung, damit er überhaupt richtig mitkämpft und nicht erneut heulend wegrennt (Rocket hat da natürlich auch seinen Anteil geleistet mit seiner bewegenden Ansprache über Familie und die Guardians). Am Ende fasst er dann sogar neuen Mut, um zu weiteren Abenteuern aufzubrechen mit den "Asguardians of the Galaxy" (der Spruch war super) und wird nicht König von Asgard, sondern entscheidet sich bewusst dagegen. Auch hier eine deutliche Kehrtwende zu seinen Anfängen hin, wo er eher ein Haudrauf war, der nur den nächsten Kampf suchte.
Steve als der letzte der "großen Drei" bekam auch ein friedliches Ende spendiert und er hat Tonys Rat angenommen, dass er sich ein friedliches Leben suchen und seine Zeit einfach mal genießen sollte.
Dass er am Ende noch einmal auftaucht wäre nicht unbedingt nötig gewesen, aber im Hinblick auf weitere Filme/Serien musste es natürlich irgendwie begründet werden, warum dann plötzlich ein anderer Captain America zu sehen sein wird.
Steve ist für mich noch derjenige von den dreien, den ich am wenigsten sympathisch finde (nicht direkt unsympathisch, nur deutlich weniger als Tony oder Thor). Dennoch auch hier ein schöner Abschluss seiner persönlichen Geschichte.
Bruce Banner/Hulk fand ich ehrlich gesagt extrem enttäuschend. Der "schlaue Hulk" wurde mir zu plötzlich eingeführt und hat im Grunde so gut wie nichts geleistet, wurde sogar teilweise zur Witzfigur degradiert (Szene im Restaurant mit dem Selfie zusammen mit den Kindern). Klar, er war vermutlich einfach froh, dass er sich inzwischen unter Kontrolle hat und sogar ausgeglichen ist, aber für mich kam dieser Schnitt viel zu schnell und wurde auch nur wischi-waschi erklärt.
"Wir wurden von Thanos verhauen und haben uns dann vertragen"
Das ist nicht der Hulk, den ich kenne. Er wurde zum ersten mal besiegt, zieht gleich seinen Schwanz ein und rennt heulend weg? Also bitte... Hulk strongest there is!!!
Zumal Hulk auch im ganzen Film nichts mehr geleistet hat, was Bruce nicht auch ohne ihn geschafft hätte oder es sogar ohne ihn gemacht hat. Selbst im "alten" New York war es Bruce, der die Zauberin überzeugt hat und nicht "der neue Hulk", ebenso kämpft er am Ende nicht einmal mehr mit (das war für mich die Enttäuschung des Films), sondern wird erst von dem Haus verschüttet und taucht dann gar nicht mehr auf??? Enttäuschend, dabei hätte er da nochmal so richtig "den Hulk raus lassen" und durch Thanos Truppen wüten können. Das hätte ich gerne noch mal gesehen.
Natasha Romanov/Black Widow und ihr Tod kamen für mich recht plötzlich, doch nachvollziehbar. Da ich sie aber nie so wirklich interessant fand, habe ich da aber nicht richtig mitgelitten.
Clint Barton/Hawkeye/Ronin gehört für mich in eine ähnliche Schublade wie Black Widow. Finde ich nicht so wirklich interessant, daher ist mir sein Schicksal auch recht egal. Einzig der "Kampf" zwischen ihm und Widow darum, wer sich opfern muss, war ganz nett gemacht, aber mitgefiebert habe ich nicht wirklich.
Bei Captain Marvel/Miss Kurzhaarfrisur (oh man, sah das kacke aus) fand ich es gut, dass sie fast komplett rausgehalten wurde und sie sogar von Thanos verdroschen wurde. Es wurde gezeigt, dass sie wirklich richtig stark ist, aber eben auch ziemlich engstirnig, wenn sie sich einfach blindlings auf Thanos stürzt. Sie kann ihn zwar kurz aufhalten und sogar überbieten an reiner Kraft, aber Thanos ist durch und durch ein Kämpfer und erweist sich als einiges schlauer, indem er einfach den Power Stone von dem Handschuh löst und sich damit Cap Marvel vom Hals hält. Rein kraftmäßig ist sie ihm überlegen, aber kämpferisch ist er taktisch deutlich besser aufgestellt.
Da fand ich die Szene, wo sich alle weiblichen Charaktere nebeneinander aufbauen, um Cap Marvel und den handschuh zum Van zu bringen, schon recht peinlich.
"Du wirst es alleine nicht schaffen!"
"Sie ist nicht alleine!"
Naja, sie wurden dann auch alle innerhalb von Sekunden verhauen und Cap Marvel hätte ebenso gut auch einfach mit ihrer Power durch die ganzen "Minions" (wie auch immer man diese Chitauri bezeichnen möchte) durchfliegen können.
Insgesamt fand ich den Film gut. Das erste Drittel ist mir etwas zu langatmig geraten, das hätte man gerne ein wenig kompakter machen können, doch als einerseits Abschluss vom bisherigen MCU und speziell auch Tonys Abschied fand ich gerade die vielen ruhigen Momente zwischen ihm und seiner Tochter unheimlich gut und wichtig. Es gab durch die Zeitreisen sehr viele Momente, die man noch deutlich in Erinnerung hatte (Szene nach Lokis Niederlage im ersten Avengers z.B.) und auch viele neue Szenen, die alles ein wenig runder erscheinen lasen, wie etwa Tonys Gespräch mit seinem Vater oder auch Thors Gespräch mit seiner Mutter. Der Film ist ganz deutlich nicht das übliche Actionspektakel, das man sonst schon so oft gesehen hat, sondern in großen Teilen ein sehr ruhiger und schöner Abschied für "unsere" Helden...
Ich schließe diesen irgendwie schon wieder viel zu lang gewordenen Text mit meinem Lieblingszitat, das mich nun teils schon seit über 10 Jahren begleitet...
Thanos: "Ich bin... unausweichlich..."
Tony Stark/Iron Man: "Ich... bin... Iron Man!"
Die MCU-Filme sind für sich allein gesehen nicht komplex. Story und Charaktere haben allerdings durchaus ihren Wert. Ant-Man ist kein Actionfilm sondern eher ein Heist-Movie. Winter Soldier ist auch kein Actionfeuerwerk. Die Filme haben durchaus Variation. Davon abgesehen beziehen sie alle ihre Vorgänger mit ein, Charaktere bauen sich konstant auf und haben vielfältige Emotionen etc., sind also tatsächliche menschliche Charaktere.
Und durch die Vielzahl der Filme entsteht dann eben doch eine Saga-interne Komplexität. Etliche dutzend Charaktere, über 20 verschiedene Einzelstories, die ineinander greifen und Charaktere, die miteiander wachsen und sich ändern. Das MCU ist nicht anspruchsvoll in dem Sinne, den du meinst, aber hat durchaus einen gewissen Anspruch :-)
- Personen, die in mehreren Filmen vorkommen und die man vielleicht beim ersten Mal übersehen hat
- natürlich die Infinity-Steine
- die Alien-Rassen