Galaxien-Kollisionen: Kugelsternhaufen sind Überbleibsel in der Milchstraße
Der Kugelsternhaufen M80 im Sternbild Skorpion befindet sich rund 28.000 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Auch er überlebte eine kosmische Katastrophe.
Woher kommen die Kugelsternhaufen in unsere Milchstraße? Astronomen haben mit Hilfe von Simulationen die Herkunft der Kugelsternhaufen erklären können, die unsere Milchstraße umgeben. Diese etwa 200 Gruppen von Sternen bestehen jeweils aus bis zu einer Millionen Sterne und sind gut 13 Milliarden Jahre alt. Damit stammen sie aus der frühesten Periode des Universums. Bisher konnte die Wissenschaft aber nicht erklären, wie diese Sternhaufen entstanden sind. Jetzt ist klar: Die Kugelsternhaufen überlebten ein Massaker kosmischen Ausmaßes.
In ihren Simulationen ließen die Astronomen aus Deutschland und den Niederlanden Galaxien kollidieren (so genannte Starbursts). Bei den Zusammenstößen dieser Galaxien entstanden zahllose neue Sterne, die sich anschließend zu den Sternhaufen gruppierten. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass die Sternhaufen um unsere Milchstraße unterschiedlichen Alters sind - die älteren Gruppen haben in etwa die gleiche Anzahl an Sternen, während die jüngeren Haufen offenbar völlig zufällige Zahlen an Sternen aufweisen.
In einem englischsprachigen Artikel im Magazin "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" über die Überlebenden eines 13 Milliarden Jahre alten Massakers schreibt Dr. Diederik Kruijssen: "It is ironic to see that starbursts may produce many young stellar clusters, but at the same time also destroy the majority of them." Auf Deutsch: "Es ist eine Ironie, dass die Starbursts viele junge Sternhaufen entstehen lassen, aber gleichzeitig die meisten davon zerstören".
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