Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
  • ARMA 3

    Arma 3 im Test - Mehrspielerwertung steht fest

    Arma 3 ist eine gigantische Sandbox mit integriertem Editor. Zunächst ohne Kampagne veröffentlicht, schauen wir uns an, was die finale Version für Inhalte bietet und für wen sich der Kauf zum jetztigen Zeitpunkt lohnt. Gewertet haben wir bislang den Mehrspielermodus, bezogen auf die Szenarien, die im Spiel enthalten sind.

    Kurz vor dem Verkaufsstart von Bohemia Interactives Militär-Shooter erhielten wir Zugang zur Review-Version, die inhaltlich der Verkaufsversion entspricht. Da die Entwickler schon vor längerer Zeit bekannt gaben, dass die Kampagne erst nach Release von Arma 3 in Form von drei kostenlosen DLCs erhältlich sein wird, sehen wir derzeit von einer Einzelspielerwertung ab. Was man als Einzelspieler dennoch jetzt schon spielen kann, beleuchten wir im Test.

    Bezüglich der Mehrspielermodi haben wir inzwischen Dutzende von Partien spielen können, mit teils sehr unterschiedlichen Erfahrungen. Im Artikel gehen wir zunächst auf die Mehrspielerinhalte ein, die wir mit KI-gesteuerten Soldaten ausprobiert haben und zeigen euch, was uns bislang daran gefällt beziehungsweise stört. Da wir nun auch genügend Spiel-Erfahrung in Partien mit echten Spielern gesammelt haben, aktualisieren wir den Test und vergeben eine Mehrspielerwertung.

    Arma 3 ist kein Call of Duty und auch kein Battlefield 4 - was ist es dann?

    Wer skriptgesteuerte Bombast-Unterhaltung im Stil eines Call of Duty oder eine Zerstörungsorgie der Marke Battlefield sucht, der ist bei Arma 3 fehl am Platz. Das ist wahrlich nichts Neues, kann aber gar nicht oft genug betont werden, weil man nur allzu schnell versucht ist, alles was mit Schießen und Militär zu tun hat, in einen Topf zu schmeißen. Arma 3 steht nun in der Verkaufsversion bereit und stellt ganz klar den Sandbox-Charakter des Spiels in den Vordergrund. Weder ist es eine beinharte Simulation, noch ein einsteigerfreundlicher Casual-Shooter mit reinem Action-Fokus.

    Für reine Einzelspieler gibt es in der Release-Version zunächst zwölf Showcase-Missionen. Diese sorgen dafür, sich mit den Einheiten im Spiel vertraut zu machen. Die neun Mehrspielerszenarien bieten überwiegend Coop-Gefechte und werden allesamt gegen KI-Gegner ausgefochten. Das ist nicht gerade ein üppiger Umfang, zumal die Entwickler in den Mehrspielerszenarien längst nicht alles ausreizen, was die gigantische Spielfläche hergibt - doch dazu später mehr.

    Bleibt noch der eigentlich Kern von Arma 3, der schon in den früheren Arma-Teilen für lang anhaltenden Spielspaß sorgte. Der treibende Motor im Militärgetriebe von Arma ist und bleibt die Community. Diese hat schon seit der Beta-Phase kräftig an eigenen Inhalten gearbeitet. Beispielsweise Team-Deathmatch-Szenarien erstellt, ganze Kampagnen entworfen, PvP-Missionen integriert, neue Einheiten gebastelt und und und… doch wird das für den Test keine Rolle in Sachen Wertung spielen, denn wir werten die Inhalte des Hersteller-Produktes und nicht dessen Veredelung durch die Spieler. Der Vergleich mit Minecraft drängt sich förmlich auf – denn auch dort gibt man den Spielern etwas in die Hand, dessen Spielspaß sich hauptsächlich dadurch definiert, was man selber erschafft.

    Die Showcases von Arma 3: Coole Einzelspieler-Gefechte mit ungenutzter Spielfläche

    Die Coop-Mission 'Combined Arms' ist identisch mit dem Einzelspieler-Showcase. Die Coop-Mission "Combined Arms" ist identisch mit dem Einzelspieler-Showcase. Die ersten acht Showcase-Missionen kennen wir schon aus der Beta von Arma 3 und spielen allesamt auf der kleineren der beiden Inselkarten, Stratis. Die Aufträge dienen weitgehend als Tutorial, um den Spieler mit den verschiedenen Einheiten und Elementen in Arma 3 vertraut zu machen. Eine Infanterie-Mission beschert offene Feuergefechte, als Taucher entschärfen wir Minen und infiltrieren eine Basis. Scharfschützeneinsatz, Helikopterflug, eine Truppe befehligen – die einzelnen Szenarien sind zwar abwechslungsreich, erschaffen aber keine zusammenhängende Atmosphäre. Inhaltlich hat sich an den Aufträgen in der aktuellen Version nichts mehr geändert.

    Die Showcases numero acht bis zwölf spielen auf der großen Insel Altis und dienen weiterhin hauptsächlich dazu, dem Spieler die nun verfügbaren Inhalte, wie die steuerbaren Drohnen und dicken Panzer kennenzulernen. Obendrein gibt es noch drei Armee-Vorstellungen, was nichts anderes bedeutet, als dass man dabei alle Waffen, sowie sämtliche Fahr- und Flugzeuge der Fraktionen NATO, CSAT und AAF jeweils auf einem kleinen Areal beisammen hat, um sie auszuprobieren. Hier vermissen wir nach wie vor Düsenflugzeuge - gerade die schier imposante Fläche von Altis mit seinen 270 km² schreit doch förmlich nach Jet-Dogfights oder Luft-Bodenkämpfen.

    Das Design der Showcase-Missionen ist gut durchdacht und bietet teilweise auch schon tiefe Einblicke, wie gut die Kämpfe im offenen Gelände funktionieren (können) - immer vorausgesetzt, die KI macht einem keinen Strich durch die Rechnung. Die Showcases "Infantry", "Tanks", "Armed Assault", "Combined Arms", "Support" und "Gunships" gefallen uns bislang am besten. Diese bieten teils ausladende Feuergefechte und zeigen auch schön die Verbesserungen im Spiel. Etwa die eingängigen Quick-Commands für die Einheiten, wodurch sich Squad-Soldaten besser befehligen lassen. Detailverbesserungen gegenüber Arma 2 zeigen sich beispielsweise im Inventar und auch die gesprochenen Befehle per Funk klingen längst nicht mehr ganz so abgehackt und unpassend, wie einst.

    Unsere KI-Gruppe bewegt sich auf den ersten Checkpoint zu. Unsere KI-Gruppe bewegt sich auf den ersten Checkpoint zu. Schade hingegen ist, dass es nur eine einzige Unterwassermission gibt, die obendrein auch relativ schnell vorbei ist. Im Vorfeld wurde doch gerade betont, wie schön die Wasserszenerien geworden sind, doch werden sie von den Entwicklern so gut wie links liegen gelassen. Das gilt im übrigen auch für das riesige Terrain der Hauptinsel Altis. Die vier für die Hauptinsel verfügbaren Showcase-Missionen sind schön und gut, nutzen aber insgesamt nur ähnliches Terrain, wie in den Showcases auf Stratis. Dabei quillt Altis doch förmlich vor coolen Locations über - der riesige Salzsee im Osten etwa, oder die große Küstenstadt im Westen, das Sumpfgebiet, die Berglandschaften - warum gibt es keine Einzelmissionen, die sich mit Häuserkampf beschäftigen, warum keine Burg-Erstürmung, oder Belagerung einer Fabrik - es gäbe so viele Möglichkeiten auf Altis. Gut möglich, dass dies mit der Kampagne realisiert wird, aber die steht erst mal nicht zur Debatte. Insgesamt bekommen Liebhaber von Einzelspielerszenarien in der Verkaufsversion von Bohemia Interactive zwar solide Missionen an die Hand, diese repräsentieren aber nur einen Bruchteil dessen, was im Spiel möglich ist.

    Gutes Schießbuden-Feeling – die Fire-Drills in Arma 3

    Ganz unterhaltsam fallen die vier enthaltenen Fire-Drills aus. Diese Trainingskurse eignen sich gut, um den zielgenauen und treffsicheren Umgang mit den Schusswaffen zu lernen. Die einzelnen Kurse sind mitunter knackig abgesteckt, spielen zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten. Die Zielscheiben-Hatz auf Zeit spornt einen schon an, einen Kurs bestmöglich abzuschließen. Negativ fällt dabei jedoch auf, dass die Trainingsanweisungen nicht immer klar genug sind, sodass man manchmal hilflos umhereiert und nicht so recht weiß, was man nun genau als Nächstes tun soll. Für kurzweilige Unterhaltung reicht das aus, mehr aber auch nicht.

    Gemeinsam gegen den Feind – die Mehrspielerszenarien

    Für die kleinere Karte, Stratis, stehen vier Koop-Missionen bereit, fünf weitere Szenarien sind für Altis verfügbar. Allen gemein ist, dass man gegen KI-Gegner antritt. Fünf der Mehrspielerpartien sind rein auf Coop-Gameplay hin ausgelegt. Je nach gewähltem Szenario gehen dabei maximal sieben bis zehn Spieler in die Partie. In zwei Defend-Missionen verteidigen zwei Fünfer-Teams den Ansturm gegnerischer KI-Soldaten. In den beiden Seize-Matches versuchen wiederum zwei Fünfer-Teams mehrere Sektoren auf der Karte einzunehmen, die von der KI kontrolliert werden. Die Fünfer-Teams gehen als Alliierte an den Start, also zum Beispiel fünf NATO-Spieler und fünf AAF-Spieler. Diese Allianz kann man aber auch brechen, sich gegenseitig bekämpfen und sich obendrein mit der KI messen.

    Was bieten die Coop-Missionen?

    Die Coop-Mission 'Combined Arms' ist identisch mit dem Einzelspieler-Showcase. Die Coop-Mission "Combined Arms" ist identisch mit dem Einzelspieler-Showcase. Für jede der beiden Inseln gibt es eine "Escape from ..."-Mission. Dabei platziert das Spiel die maximal zehn Teilnehmer als Gruppe auf einem beliebigen Spawnpunkt und man muss nun versuchen, auf der Karte markierte Orte zu erreichen, um dort mit einem Helikopter oder Boot entkommen. Die Mission ist gewonnen, wenn alle das Ziel erreichen. Auf dem Weg zu den markierten Plätzen bekommen Sie es dann mit verschiedenen Gegner-Einheiten zu tun. Dieses Unterfangen stellt gerade auf Altis mitunter ein abendfüllendes Programm dar und man muss lange Laufwege einplanen. Da kommt die Speicherfunktion bei solchen Szenarien gelegen.

    Die Coop-Panzer-Mission "Tanks" ist genau die gleiche, wie im Showcase - schade, hier hätten wir uns doch ein alternatives Schlachtfeld gewünscht. Das gilt auch für die Coop-Mission "Combined Arms", die ebenfalls identisch mit der Showcase-Version ist.

    "Headhunters" ist eine weitere Infanterie-Coop-Mission, in der maximal sieben Spieler Jagd auf drei gegnerische Offiziere machen müssen.

    Für alle Mehrspielerszenarien besteht die gleiche Problematik, wie schon bei den Showcases. Die Gefechte machen Spaß, sofern die Sache mit der KI klappt. Darüber hinaus ist es schade, dass seitens der Entwickler keine großen Fahrzeug-Gefechte eingebaut wurden. Und wieder vermissen wir gerade auf Altis spannendere und vor allem abwechslungsreichere Multiplayer-Szenarien. Selbst die Fraktionsauswahl ist fest vorgegeben, "Escape from Altis" findet beispielsweise ausschließlich mit NATO-Soldaten statt, wie auch der größte Teil der übrigen Mehrspielermissionen. CSAT kommt kaum zum Einsatz und allenfalls die Verteidigungsarmee von Altis, die AAF lockert die Teamauswahl auf.

    Optischer Leckerbissen mit gewaltigem Hardware-Appetit

    Optisch bietet Arma 3 eine wunderschöne, mediterrane Landschaft. Optisch bietet Arma 3 eine wunderschöne, mediterrane Landschaft. Stratis und Altis bilden zwei wundervoll gestaltete Kriegsschauplätze und besonders die unglaublich groß geratene Hauptinsel, nach griechischem Modell der Marke Limnos gestrickt, ist eine Augenweide. Das Eiland bietet so viele Details, besitzt 48 Siedlungen, wunderschöne Küstengebiete, sanfte Hügel, Pinienwälder, Berge und jede Menge Hingucker. Das kann Bohemia. Auch die Einheiten sehen prima aus, vor allem die Fahrzeuge. Allerdings stinkt der NATO-Fuhrpark mit seinem schlichten Mausgrau gegen die coole Tarnoptik der CSAT-Einheiten ab.

    Die offene Naturlandschaft in Arma 3 wirkt lebendig, dafür sorgt auch allerlei Fauna, wie etwa hoppelnde Hasen und schlängelnde Schlangen. Wer sich in Ruhe umsieht, entdeckt umherschwirrende Bienen und Schmetterlinge, während man unter Wasser Fische und Schildkröten entdeckt. Demgegenüber wirken die Städte und Siedlungen erschreckend leer, wie ausgestorben. Gebäude sind begehbar und lassen sich taktisch nutzen, sind aber meist völlig ohne Mobiliar versehen, was die ansonsten erstklassige Atmosphäre etwas trübt.

    Arma 3 ist definitiv der grafisch schönste Teil der Reihe, vorausgesetzt, man besitzt die nötige Hardware. Auch die Review-Version, die gegenüber der Beta-Fassung noch optimiert wurde, benötigt viel Rechenpower, wenn man alle Grafikoptionen auf Maximum ausreizen will. Tipps zum Tuning sind schon bei unseren Kollegen von PC Games Hardware in Arbeit. Für unseren Vortest nutzen wir eine Intel Core i5-CPU 750 mit 2,67 GHZ, 8 GB RAM Arbeitsspeicher und eine Geforce 780 GTX. Damit lässt sich keinesfalls ruckelfrei spielen. Vor allem die Sichtweite mussten wir mitunter auf unter 2.000 Meter herabstellen, um halbwegs vernünftige Frameraten zu erzielen.

    Störende Altlasten: KI, Wegfindung, Glitches und mehr in Arma 3

    Eine geordnete Formation sieht wahrlich anders aus. Eine geordnete Formation sieht wahrlich anders aus. Arma-Fans kennen den Pferdefuß der Militär-Shooter-Reihe nur allzu gut. Für eine gute KI hat Bohemia Interactive noch keine gute Rezeptur gefunden. Zwar ist die Sache insgesamt weitaus weniger dramatisch, als zum Release von Arma 2, und doch - gerade wenn man die Missionen in Arma 3 mehrfach spielt, passieren sie, die ungeschickten Fahr- und Gehversuche der KI-Kollegen. Da fahren Panzer schon mal ineinander, läuft ein zehnköpfiger Soldatentrupp wild im Kreis umher wie eine aufgescheuchte Horde Kühe. Oder erteilte Befehle wie "Halt", werden schlicht ignoriert. Oft unfreiwillig komisch, aber auch mitunter nervig, wenn durch solche Bugs eine Mission danebengeht. Eine Mission kann jedoch gänzlich ohne solche Störungen ablaufen, dann läuft plötzlich alles wie am Schnürchen - und man fühlt sich bestens unterhalten.

    Was für die eigene Truppe gilt, macht auch beim Gegner nicht Halt. Mal treffen die feindlichen Soldaten überirdisch gut und mal treffen sie kein Scheunentor. Manchmal verhalten sie sich clever und manchmal unterirdisch dumm beziehungsweise ignorieren sogar Beschuss. Ärgerlich wird es, wenn man auf großen, weithin offenen Flächen spielt und dort Gegner in 700 Metern Entfernung entdeckt. Die eigenen KI-Jungs beginnen hemmungslos, aus dieser Entfernung ihre Magazine zu verballern, ohne zu treffen. Ok, man kann ihnen ja "Feuer Halt" befehlen, dumm nur, dass die Gegner aus dieser enormen Distanz uns mitunter Löcher in die Helme stanzen, was sehr ungesund ist. Man wird in solchen Situationen einfach das Gefühl nicht los, dass Bohemia immer noch keinen guten Mittelweg dafür gefunden hat, um Gefechte auf solche Distanzen hin ordentlich auszubalancieren.

    Auch die Physik treibt manchmal amüsante Eskapaden, so konnten wir beobachten, dass ein tonnenschwerer NATO-Panzer plötzlich wie ein Gummiball durch die Luft flog, als er mit einem anderen Panzer zusammenstieß. Wie gesagt, solche Schnitzer treten deutlich weniger auf, als es vergleichsweise zum Release des Vorgängers der Fall war, sind aber immer noch vorhanden. Einzelspieler müssen also nach wie vor mit den für Arma typischen Krankheiten leben.

    Mit Fehlern bei Grafik und Animationen müssen Arma 3-Spieler rechnen. Soldaten und auch Fahrzeuge verschwinden manchmal halb in Texturen von Objekten. Als Infanterist muss man zudem aufpassen, sich nicht zu nahe an einer kleinen Mauer in Deckung zu begeben - hier kann es passieren, das eine ungenaue Kollisionsabfrage dafür sorgt, dass die Figur automatisch aufsteht (was im Feuergefecht durchaus fatale Folgen haben kann) oder sich plötzlich auf der Mauer - und damit ohne Deckung liegend - vorfindet. An Bergfelsen bleibt man immerhin nicht mehr, wie noch in Arma 2, unweigerlich stecken, dafür katapultiert es einen aber unter Umständen auf die Bergspitze hinauf. So hat man immerhin eine spektakuläre Aussicht, denn die Landschaft in Arma 3 ist atemberaubend schön. Was im Vortest zudem mehrfach auffiel, waren leichte Verzögerungen, was Animationen und Explosionen betraf. So explodierte ein offensichtlich schon zerstörtes Panzerfahrzeug erst ein paar Sekunden später. Auch Infanteristen, die von Kugeln tödlich getroffen wurden, blieben manchmal einfach kurz stehen, bevor sie unrealistisch abgehackt animiert, zusammenbrachen.

    Ein gutes Grundgerüst - die Veredelung geschieht durch die Community

    Die KI fährt sich mitunter gnadenlos fest. Die KI fährt sich mitunter gnadenlos fest. Die bislang beschriebenen Spielinhalte bilden das Paket, das Bohemia Interactive selber zum Release geschnürt hat. Das hätte für unseren Geschmack durchaus umfangreicher ausfallen können. Dass Arma 3 mit seinen typischen Macken daherkommt, muss einem bewusst sein, wenn man sich überlegt, den Militär-Shooter zu kaufen. Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung sprechen wir nur mit folgendem Hinweis aus: Wer Arma 3 so richtig auskosten möchte, der muss definitiv das nutzen, was der im Spiel enthaltene Editor ermöglicht: User Generated Content vom Feinsten. Die Arma-Community hat schon während der Beta-Phase so viele coole Inhalte entwickelt und damit eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie viel mehr in Arma 3 drinsteckt. Die meisten Szenarien und Mods, die bislang existieren lassen sich auch in der fertigen Version spielen. Die Einbindung geschieht kinderleicht per Steam-Workshop. Erst damit läuft Arma 3 so richtig zur Höchstform auf, kann man sich als Mehrspieler-Fan auch in TDM-Matches austoben, mit allen Fraktionen ausgiebig spielen, mit Jets aus Arma 2 über Altis düsen. Denn auch das ist den Entwicklern gut gelungen: Viele Inhalte des Vorgängers lassen sich in Arma 3 reinkopieren - Einheiten, Inseln, Fahrzeuge ... das ist für langjährige Arma-Spieler perfekt.

    Wertungstendenz zum Releasetag

    Nach wie vor schauen wir uns für den Mehrspielertest ausschließlich die in der Release-Version enthaltenen Missionen (ohne Mods) an. Das Ergebnis des Releasetages ist gemischt: So erlebten wir teilweise fulminante Matches mit erstklassigem Teamplay und einer ordentlich agierenden Gegner-KI. Doch es gab auch Partien mit vielen, in denen viele Glitches und Bugs dafür sorgten, dass wir eine Partie gefrustet aufgaben. Dazu gesellten sich unschöne Dinge in Sachen Respawn-System wie etwa fehlende Munition beim Wiedereintritt ins laufende Spiel. Es gab auch mitunter Synchronisationsprobleme, Sound-Bugs und seltsame Waffenballistik zu beobachten.
    Dennoch macht der Militär-Shooter auch über weite Strecken viel Spaß, wenn eine Runde gut und ohne Störungen verläuft. Am Releasetag lag unsere Wertungstendenz für den Mehrspielermodus bei 76-80 %.

    Mehrspielerwertung für Bohemia-Inhalte

    Nachdem wir noch jede Menge Stunden Gameplay in den Mehrspielermodus investiert haben, können wir jetzt auch eine Wertung abgeben. Dabei beziehen wir uns ausschließlich auf die in der Release-Version verfügbaren Szenarien von Entwickler Bohemia Interactive. In den Partien setzte sich der Eindruck, den wir schon am Releasetag hatten, konsequent fort. Skript- und KI-Bugs treten immer mal wieder auf, wenngleich auch nicht so desolat wie einst bei Arma 2. Der erlebte Spielspaß steht und fällt zudem damit, wie viel menschliche Mitspieler in den Teams vorhanden sind. Zudem finden wie beispielsweise das Respawns-System nicht sonderlich überzeugend. Ein Beispiel - in den Seize-Szenarien muss man sich im Zuges des Missionsfortschritts vermehrt gegen Panzerfahrzeuge erwehren. Wenn es doof läuft, parkt die Gegner-KI ihre Fahrzeuge direkt an einem Spawnpunkt, so dass man sofort wieder aus den Latschen gehauen wird, wenn man das Schlachtfeld betritt. KI bedingte Spawnkills? Das muss doch nun wahrlich nicht sein, zumal es den ohnehin eher gemächlichen Spielfluss in den Szenarien zusätzlich in die Länge zieht, weil man aus weiter entfernten Spawnpunkten, die man immerhin auswählen kann, wieder ewig lang latschen muss. Ebenfalls mehr erwartet haben wir in Sachen Missionsumfang. Warum gibt es keine Unterwasser-Szenarien? Keine Häuserkämpfe? - Gerade Altis bietet so viel Potenzial. Ja, die Entwickler haben es immer wieder betont, dass Arma 3 primär eine Plattform sein soll und das ist auch ok, dennoch reicht der im Spiel enthaltene Content in der aktuell vorhandenen Form und Qualität aus, um eine uneingeschränkte Kaufempfehlung auszusprechen. Arma 3 erzielt im Mehrspielermodus daher eine Wertung von 76%.

    Arma 3 (PC)

    Spielspaß-Wertung
    76 %
    Leserwertung
    (0 Stimmen):
    -
    Pro & Contra
    Schön designte Einheiten und Fahrzeuge
    Riesige Spielfäche
    Unbegrenzte Mod-Fähigkeit
    Tolle Soundkulisse
    Stimmiger Soundtrack
    Grafisch imposante Landschaften
    Spannendes Schlachtgefühl
    Komfortable Mod-Einbindung dank Steam-Workshop
    Austauschbare Waffenmodule erlauben praktische Waffenmodifizierungen
    KI- und Skriptfehler
    Teils umständliche Einheitenbedienung
    Zu wenig Inhalte vom Entwickler
    Absurd hohe Hardware-Anforderungen
    Teils unrealistische Physik
    Fehler bei Ballistik- und Deckungssystem
    Grafikbugs und Glitches treten an etlichen Stellen auf
    Mäßige Performance

  • Arma 3

    Arma 3

    Plattform
    PC
    Publisher
    Morphicon
    Developer
    Bohemia Interactive Studio
    Release
    10.09.2013

    Es gibt 35 Kommentare zum Artikel

    Von Shadow_Man
    Ich hatte ihn ja schon mal gefragt, was er eigentlich spielt, aber bisher noch keine Antwort bekommen 
    Von Kwengie
    verdammt noch mal, mach es besser!
    Von Shadow_Man
    Ich hatte dazu hier schon einen Thread aufgemacht: http://forum.pcgames.de/s.... Leider schien sich niemand dafür zu interessieren. Ich bin auch für einen Test, weil es würde mich auch interessieren, ob das Spiel etwas taugt. Interessant schaut es ja aus 

    Aktuelle Online-Spiele Releases

    Cover Packshot von Wildstar Release:

    Wildstar

    NCSoft
    Cover Packshot von Legends of Aethereus Release:

    Legends of Aethereus

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 10/2014 PC Games Hardware 11/2014 PC Games MMore 03/2014 play³ 11/2014 Games Aktuell 10/2014 buffed 04/2014 XBG Games 05/2014
    PC Games 10/2014 PCGH Magazin 11/2014 EDGE 267 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run

    Unser Netzwerk

    PC GAMES HARDWARE BUFFED GAMES AKTUELL VIDEOGAMES ZONE READMORE GAMEZONE 4PLAYERS