ArmA 2: Operation Arrowhead (PC)

Release:
25.06.2010
Genre:
Online
Publisher:
Morphicon

ArmA 2: Operation Arrowhead im Test: Erweiterung stolpert über alte Hürden

15.07.2010 11:46 Uhr
|
Neu
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PC Games testet ArmA 2: Operation Arrowhead und stellt fest, dass Bohemia störrisch an alten Konzepten festhält und die Militärsimulation scheinbar ausschließlich für leidensfähige Enthusiasten entwickelt.

Schön: Immer wieder unterbrechen Ereignisse die Missionen, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Ein echter Fortschritt! Schön: Immer wieder unterbrechen Ereignisse die Missionen, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Ein echter Fortschritt! [Quelle: Siehe Bildergalerie] Die Armed Assault-Reihe gehört zu einer selten gewordenen Art Spiele. Sie hat sich der möglichst authentischen Simulation von Kriegsszenarien verschrieben, pfeift auf simples, eingängiges Gameplay und fordert Spieler, die komplexe Steuerung in einer riesigen Welt stundenlang zu erlernen, bevor erste Erfolge sichtbar werden. In Zeiten schneller und eingängiger Shooter wie Modern Warfare 2 sicherlich kein leichtes Vorhaben. Hinzu kommt, dass die Spiele, zuletzt Arma 2, von unsäglichen Fehlern geplagt waren, die Missionen unlösbar machten und zu wirren Situationen mit der künstlichen Intelligenz führten. Jetzt, ein gutes Jahr später, legt Entwickler Bohemia Interactive nach. Mit Operation Arrowhead kommt ein eigenständig laufendes Add-on auf den Markt, das das Hauptspiel in puncto Präsentation und Missionsdesign klar in den Schatten stellt. Ein großes Aber bleibt dennoch.

Nach Takistan geht es. So uninteressant wie der Name ist auch die Hintergrundgeschichte, die Sie in den Konflikt in dem fiktiven orientalisch anmutenden Land führt.
Anders als im Hauptspiel schlüpfen Sie dieses Mal in die Rollen mehrerer amerikanischer Soldaten, etwa Panzerkommandant Ben Hererra oder Infanterist Terry Graves. So stellen die Entwickler sicher, dass die Spieler die gesamte Palette der virtuellen Kriegsführung zu Gesicht bekommen. Das merken Sie schon recht früh im Spiel, denn bereits in der zweiten Mission dürfen Sie die Kontrolle über einen Panzer der Marke M1 Abrams und mehrere Bradley-Schützenpanzer übernehmen und durch Feindesland patrouillieren. Später stehen etwa Scharfschützeneinsätze, Helikop­tereinsätze oder Drohnensteuerung auf dem Missionsplan. Bohemia Interactive hat sich bei den einzelnen Abschnitten sichtbar Mühe gegeben, den Spielern modernes Kriegsgerät an die Hand zu geben und mit kreativen Aufträgen für Abwechslung zu sorgen. In diesen Belangen steckt Operation Arrowhead seinen Vorgänger locker in die Tasche.

Das liegt unter anderem daran, dass in jeder Mission meist etwas Unvorhergesehenes passiert, sodass Sie Ihre Kräfte in eine ganz andere Richtung lenken müssen. Während einer Panzerpatrouille etwa wird vor Ihren Augen ein Transportflugzeug von einer Rakete erwischt und kracht mehrere Kilometer hinter Ihnen in Feindesgebiet. Klar, dass Sie Ihre Tour abbrechen und zu Hilfe eilen!

Schon früh dürfen Sie Panzer fahren. Schön, wenn die Fahrzeug-KI mitspielen würde! Dieser feindliche Soldat rennt stur an uns vorbei - genau wie das Dutzend Kollegen, das ihm folgt. Schon früh dürfen Sie Panzer fahren. Schön, wenn die Fahrzeug-KI mitspielen würde! Dieser feindliche Soldat rennt stur an uns vorbei - genau wie das Dutzend Kollegen, das ihm folgt. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Oder aber Sie sind gerade dabei, mit einem kleinen Trupp, ausgestattet mit einem hochmodernen Scharfschützengewehr, eine strategisch wichtige Mine einzunehmen und stoßen in den gesicherten Räumen plötzlich auf eine tickende Bombe. Nun müssen Sie in Windeseile den Abschaltcode besorgen, während Sie von allen Seiten weiter von feindlichen Kräften unter Feuer genommen werden. Puristen werden vielleicht meckern, wie wenig ein solches Szenario mit echtem Krieg zu tun hat, doch wir finden, dass dieser Umschwung zu spannenden Aufträgen richtig guttut! Positiv zu vermerken ist dabei, dass erfüllte Missionsziele nahezu ausnahmslos und fehlerfrei erkannt wurden. So spielt sich die etwa zehnstündige Kampagne nun deutlich flüssiger.

Dennoch erbt das Add-on unschöne Fehler des Hauptprogramms. So etwa in der gerade angesprochenen Panzer-Mission. Denn noch immer ist die KI der Militärsimulation alles andere als perfekt, viele kleine Schnitzer verzögern das Vorankommen. Sie werden auch in Operation Arrowhead nicht umhinkommen, öfter mal frustriert die Flinte ins Korn (oder die Maus an die Wand) zu werfen. Lassen Sie zum Beispiel die KI ans Steuer, erwarten Sie Szenen, die im positivsten Sinne komisch-kurios wirken. Da vollführen Ihre Fahrer gerne mal sinnfreie Pirouetten, schleichen mit Standgas durch die Landschaft oder schaffen es sogar, ihr tonnenschweres Gefährt irgendwie auf den Rücken zu drehen.

Dieser feindliche Soldat rennt stur an uns vorbei - genau wie das Dutzend Kollegen, das ihm folgt. Dieser feindliche Soldat rennt stur an uns vorbei - genau wie das Dutzend Kollegen, das ihm folgt. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Nerviger wird es, wenn plötzlich missionsrelevante Dinge fehlen, sodass Sie – im schlimmsten Fall – einen kompletten Auftrag von mehreren Stunden wiederholen müssen. In unserem Fall verschwand nach einer Zwischensequenz plötzlich unser Panzer. Unmittelbar danach sollten wir an einem Begleitfahrzeug eine Drohne steuern – besagtes Fahrzeug war aber kurz vorher auf einem Baumstumpf hängen geblieben und unerreichbar. Wirklich ärgerlich dabei ist, dass ebensolche Fehler schon im Hauptprogramm zu finden waren und noch immer nicht anständig entfernt wurden. Ähnliches gilt auch für die gegnerische KI, die Sie einmal auf mehrere hundert Meter präzise niederstreckt, an anderer Stelle aber keine drei Meter an Ihnen vorbeijoggt. All das sind bekannte Arma-Fehler, die wirklich nicht mehr sein müssen!

Trotz einiger Verbesserungen hinkt Arma 2: Operation Arrowhead jedem modernen Shooter hinterher. Selbst wenn die Serie, die in der Tat in ihrer Art einzigartig ist, für sich den Titel der Militärsimulation beansprucht, ist dies kein Grund, Trends und Einflüsse anderer Spiele komplett zu ignorieren. Noch immer herrscht dieselbe staubtrockene Präsentation, die unsausgegorene und viel zu komplizierte Steuerung. Seit Jahren hält Bohemia Interactive­ störrisch an seinem Konzept fest, immer mit dem Vermerk, dass es den Profispielern und Hardcorefans so gefalle. Noch immer ist die Hürde für Einsteiger (trotz guten Tutorials!) nahezu unüberwindlich, selbst Kenner der Serie freuen sich sicherlich über ein wenig mehr Modernität in Präsentation und Gameplay. Genau das würde der Serie guttun und zeigen, dass Militärsimulationen nicht ausschließlich in die Hände der ganz wenigen, leidensfähigen Enthusiasten gehören.

ArmA 2: Operation Arrowhead (PC)
Spielspaß-Wertung

69 %
Leserwertung
(19 Votes):
72 %
Riesige Spielwelt
Noch immer massiv fehlerhafte Fahrzeug-KI
Solider Umfang für ein Add-on
Altbackene Präsentation
Abwechslungsreiche Missionen
Umständliche Steuerung
   
Robert Horn
Die Serie tritt auf der Stelle
In Sachen Missionskreativität ist das Add-on ein Riesenschritt in die richtige Richtung, aber die peinlichen Versuche von Zwischensequenzen sind schon fast rührend. Sie sind symptomatisch für den unbeholfenen Versuch der Entwickler, ein wenig Moderne in ihr angestaubtes Spiele-Äußeres zu zwingen. Denn die Präsentation und Eingängigkeit von Arrowhead hinkt der Zeit so weit hinterher, dass ich um ein unrühmliches Ende der Serie fürchte, wenn sich da nicht bald was tut. Das darf nicht passieren. Denn das Herz der Simulation, das Gefühl, im virtuellen Krieg zu stecken, das kriegt sonst keiner so hin.
   
Erfahrener Benutzer
Moderation
15.07.2010 11:46 Uhr
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Dein Kommentar
Neuer Benutzer
Bewertung: 1
15.12.2011 18:24 Uhr
Also Kritik muss ja auch sein aber es kann nicht sein das Leute, die erstmal überhaupt keine Ahnung von Militär-Simulation haben und zusätzlich auch noch einen schlechten Rechner haben(Arma läuft zwar bei euch aber nicht grafisch), hier eine Bewertung unter aller Sau abgeben.Es giebt zurzeit Weltweit keine…
Benutzer
Bewertung: 0
05.08.2010 10:39 Uhr
@[color="black"] anjuna80

also ich muss Schadow_Man recht geben wenn er schreibt: "Sollte man aber ein Spiel nicht…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
05.08.2010 09:56 Uhr
Zitat: (Original von Shadow_Man;8841341)

Sollte man aber ein Spiel nicht nur danach bewerten, ob es gut oder schlecht ist und nicht nach Schwierigkeitsgrad oder Anfängerfreundlichkeit? Denn sonst dürfte es ja nicht mehr Spielspasswertung, sondern müsste Mainstreamwertung heißen!

Mainstreamwertung würde ich es…