Add-on-Geplänkel - das Anno-Interview
Neue Schläuche: Ein halbes Jahr nach dem Anno-Verkaufsstart erscheint Anno 1503 in vielen weiteren Ländern als "1503 A. D.".
Jürgen Reußwig packt aus: Der Geschäftsführer von Sunflowers hat mit PC Games über den Erfolg von Anno 1503, über das geplante Add-on und den Mehrspieler-Modus gsprochen:
PC Games: Wie zufrieden seid Ihr mit dem bisherigen Erfolg von Anno 1503?
Reußwig: "Mit Anno 1503 sind wir natürlich super zufrieden. Es hat unsere Erwartungen mehr als erfüllt, wenn nicht übertroffen, denn wir haben Stand heute im deutschsprachigen Raum schon gut 450.000 Stück durchverkauft und das ist natürlich ein gigantischer Erfolg. Damit haben wir jetzt schon in puncto Verkaufsgeschwindigkeit alle Rekorde gebrochen. Wir haben die Stückzahl in fünf Monaten verkauft und damit das schnellstverkaufte Spiel aller Zeiten."
PC Games: Was habt ihr euch für 2003 vorgenommen?
Reußwig: "Unser Ziel ist jetzt, Anno 1503 zum bestverkauften Spiel aller Zeiten zu machen, also Anno 1602 vom Thron zu stoßen. Age of Empires 2 ist auf Platz 2, und mit Anno 1503 sind wir heute schon auf Platz 3. Im Laufe des Jahres wollen wir dann beide überholen. Wenn wir bis Jahresende noch 250.000 verkaufen, haben wir das auf jeden Fall geschafft. Was man natürlich auch noch sehen muss, ist die Wirtschaftslage - viele Produkte sind im Weihnachtsgeschäft hinter den Erwartungen zurückgeblieben und wir haben es geschafft, nach fast sechs Monaten immer noch in den Top 10 zu sein, trotz der vielen starken Titel, die danach noch rausgekommen sind. Inzwischen wurde Anno 1503 auch in zwölf Sprachen synchronisiert und wird in der ersten Aprilwoche dann weltweit simultan in 70 Ländern auf den Markt kommen. Unser großes Ziel ist ganz klar Amerika, und da haben wir mit Anno 1602 natürlich schon ganz gut vorgelegt. Anno 1602 ist dort das bestverkaufte deutschsprachige Spiel, über 250.000 Mal verkauft. Das heißt, wir haben mit Anno 1602 dreimal mehr verkauft als mit allen vier Siedler-Teile zusammen."
PC Games: Was wäre passiert, wenn Anno 1503 statt 450.000 nur 100.000 Mal verkauft worden wäre?
Reußwig: "So ein Worst-Case-Szenario haben wir gar nicht geplant, weil wir eigentlich recht zuversichtlich waren aufgrund der Nachfrage vor dem Release und des Feedbacks. Dass so was passieren könnte, war für uns überhaupt kein realistisches Szenario."
PC Games: Anno 1503 bricht einen Rekord nach dem anderen, während viele Hersteller über Raubkopien klagen. Wie passt das zusammen? Warum wird ein Anno 1503 gekauft und nicht kopiert?
Reußwig: "Ich denke ja, dass Anno auch kopiert wird, dass deutlich mehr als 450.000 Leute Anno spielen. Die Schätzungen variieren ja immer zwischen einem Drittel und 50 % Raubkopien. Ich persönlich denke, dass die Leute die wirklichen Toptitel gerne im Original haben wollen. Ich glaube, dass viel kopiert wird nach dem Motto 'Den Titel schau ich mir erst mal an, aber ich bin nicht bereit, das Geld dafür auszugeben.' Doch die wirklichen Blockbuster, die möchte man dann doch im Original zu Hause haben. Das war für uns auch ein Anreiz zu sagen: Wir wollen ein sehr hochwertiges Produkt machen, eine sehr schöne Verpackung, die man sich auch gern ins Regal stellt, und ein ordentliches Handbuch. Wir haben versucht, den Leuten auch wirklich was in die Hand zu geben, bei dem sie sagen: Ja, das ist es auch wirklich wert."

