Kurztest: American McGee's Grimm
Je mehr seiner Umgebung der Spieler verpestet, desto höher steigt sein „Stink-Level“. Auf höheren Stufen vergrößert sich sein Wirkungsradius, er verschmutzt dann auch Menschen und Tiere.
Das Action-Spiel Alice machte ihn berühmt: Spiel-Designer American McGee, der seinen guten Ruf später mit Machwerken wie Bad Day L.A. ruinierte. Sein neues Projekt American McGee's Grimm setzt diesen Trend fort. Es ist ein Episodenspiel, 24 Folgen mit jeweils 30 Spielminuten umfassend. Der Name verrät es: Die Märchen der Gebrüder Grimm werden durch den Kakao gezogen.
Trotz Unreal-Engine 3 ist die Grafik sehr detailarm. Immerhin, der Stil passt zum groben Spielkonzept. Trotz guter Sprecher eher nervig: Zwischensequenzen wie diese sind viel zu lang.
Wir spielten die ersten drei der wöchentlich erscheinenden Episoden - und sind vom Spielablauf enttäuscht. In Gestalt eines bösen Männleins rennt man durch winzige, optisch langweilige Levels und verbreitet Schmutz und Ekel: Wände verzerren sich, Pflanzen mutieren in bedrohliche Ranken, der Himmel kippt ins Schwarze - das geschieht automatisch im kleinen Radius um den Spieler herum und sieht cool aus, wird aber schnell öde. Von alleine beginnt der "Held" zu pinkeln, sein Urinstrahl dient als Zielhilfe für Sprünge.
Grober Unfug also, weder lustig noch spielerisch relevant. Grimm erscheint auf der Online- Plattform Gametap und ist derzeit den US-Kunden vorbehalten. Käufer aus Europa haben nur Zugriff auf die erste Episode A Boy Learns What Fear Is - die ist immerhin gratis. Sie finden das Spiel auf www.gametap.com/grimm.
Ausreichend: Stumpfes Episodengehopse ohne Witz, Finesse oder Charme

