Alpha Protocol Vorschau: Das Agenten-Rollenspiel endlich angespielt
Michael Thorton hat immer eine Waffe im Anschlag und einen coolen Spruch parat.
Wir stehen als Michael Thorton vor einem großen Tor. Dahinter eine Terroristen-Basis. Mit Schlapphut und Sonnenbrille verkleidet, zückt unser Agent schon bei der ersten Wache die Waffe. Sekunden später streckt ihn ein Kugelhagel nieder. Beim Anspielen von Alpha Protocol wird schnell klar: Jede Entscheidung wirkt sich sofort aus.
Deswegen gehen wir beim zweiten Versuch subtiler vor. Michael gibt vor, ein amerikanischer Waffenhändler zu sein und mit dem Terroristenboss Geschäfte machen zu wollen. Die Bösewichte fallen drauf rein, wir spazieren gemütlich in die Basis. Alpha Protocol aber geht weiter. Nachdem wir drei Minuten sorglos durch den Komplex gestiefelt sind, fällt den Terroristen auf, dass Michael doch kein Waffenhändler ist. Wir schlagen uns in die Schatten, um nicht direkt erschossen zu werden. Ob wir nun im Tarnmodus einen Fiesling nach dem anderen ausschalten, unsere Pistolen-Fertigkeiten einsetzen, um mehrere Ziele gleichzeitig zu treffen, oder per Minispiel einen Computer knacken, der dann Raketen auf die Feinde donnern lässt: Obsidians 24-Hommage lässt Ihnen bei allen Entscheidungen freie Hand und wirkt dabei unglaublich vielschichtig. Bis hinein in die Dialoge (bei denen Sie sich blitzschnell zwischen Stimmungen wie "professionell" oder "aggressiv" entscheiden müssen) beeinflussen Ihre Handlungen nicht nur den Verlauf der Weltverschwörungs-Agenten-Geschichte, sondern auch Ihre Fähigkeiten und die Beziehungen zu anderen Charakteren. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen dabei. So mag es die deutsche Söldnerin SIE, wenn Sie aggressiv mit ihr umgehen. Der zwielichtige Russe Gregori jedoch belohnt Sie mit einem Extraauftrag, wenn Sie ihn mit Samthandschuhen anfassen.
Vor jedem Einsatz dürfen Sie Michaels Ausrüstung und Aussehen ändern.
Vor jeder Mission wählen Sie Waffen und Rüstungen, die Sie mit Geld erwerben, das Sie in den Einsatzgebieten finden. Bond-Gadgets wie EMP-Granaten oder ein Alarmanlagen-Eliminierer dürfen natürlich auch nicht fehlen. Zudem dürfen Sie gegen Bares zusätzliche Infos zum Auftrag freischalten und ein Partner begleitet Sie per Funk. Die Dialoge sind dabei atmosphärisch mit glaubwürdigen Sprechern vertont. Und: Alpha Protocol dauert bei einem Spieldurchgang etwa 25 bis 30 Stunden. Es befinden sich aber 130 Stunden Sprachausgabe im Spiel. Um alles zu hören. müssen Sie Michael also schon zwei-, drei- oder viermal zum Erfolg verhelfen. Komplex genug?
Warum keine Fantasie mehr?
Nach Fantasy-Titeln wie Neverwinter Nights 2 wagt sich Obsidian an ein modernes Setting. Wir fragten bei Producer Nathan Davis nach: Hat das Studio keine Lust mehr auf Fantasy-Rollenspiele? So sei man nicht an Regeln und Geschichten anderer gebunden und könne ein ganz eigenes Spiel entwerfen, entgegnet Davis. Anstatt eines Kriegers spiele man nun halt einen Soldaten, anstatt eines Magiers einen Techniker. Trotzdem werte der Spieler genau wie in früheren Obsidian-Werken seinen Charakter in vielen verschiedenen Fähigkeiten auf und sammle Items an.
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Als Spy Thriller Fan von Spy Game bis 24 und von Bourne bis Fisher ist das genau mein Ding. Heist nicht dass die anderen Spile schlecht waeren, aber AP hat das Zeug dazu endlich mal was anders zu machen.
Glaub sowas gabs zuletzt in Deus Ex in ähnlicher Form