Alone in the Dark im Test - Die Rückkehr einer Legende?
Professionell inszenierte, angenehm kurze Cutscenes kurbeln die Spannung immer wieder an.
Die Gegner, meist wieselflinke Zombies, hüpfen und prügeln so energisch, dass man sich schnell überfordert fühlt - egal ob mit dem Gamepad oder mit Maus und Tastatur. Selbst mit einem Schwert herumzufuchteln schüchtert Gegner nicht ein - um sie vollständig zu beseitigen, muss man sie in Brand stecken. Ein Problem, das man oft unter Druck löst: Schüttet man etwa eine Flasche hochprozentigen Alkohol auf dem Boden aus, erhält man zusammen mit einem Feuerzeug eine Brandfalle. Kombiniert man die Flasche hingegen mit einem Lappen, entsteht ein Molotowcocktail. Oder man gießt den Alkohol auf die oft spärlich verteilte Pistolenmunition - so erhalten die Geschosse eine Brandwirkung und lassen Gegner nach einigen Treffern verpuffen.
Eden Games’ eigene Grafik-Engine leistet Erstaunliches: Viele Figuren protzen regelrecht mit Details.
Besser gefällt dieser Realismus beim Lösen von Rätseln: Man erhellt sich den Weg mit brennenden Möbelstücken, nutzt Flammen, um hölzerne Hindernisse zu beseitigen, oder schwingt schwere Metallgegenstände, um Türen einzuschlagen. Carnbys Inventar besteht aus den Innentaschen seiner Jacke. Beim Öffnen blickt er einfach - unheimlich stilvoll! - aus der Ego-Sicht an sich herunter. Der Platz hier ist arg begrenzt, das zwingt den Spieler zum Nachdenken: Nimmt man lieber ein Heilspray anstelle von Batterien mit, um so seine Wunden zu versorgen? Oder kombiniert man es mit einem Feuerzeug zum mächtigen Flammenwerfer?
Alone in the Dark lässt viele dieser spannenden Freiheiten und erzeugt so das Gefühl von "Survival Horror", Carnbys Kampf ums nackte Überleben. Das unweigerliche Ausmisten und Pflegen des Inventars ist deshalb ein wichtiger Teil des Spiels - das kann fordernd, aber auch nervig sein. Schade: Aufgrund des innovativen Inventar- und Item-Systems findet Edward keine weiteren Schusswaffen, denn mehr könnte er einfach nicht tragen. So tauscht er nur einmal seine Pistole gegen ein besseres Modell - das ist einfach zu wenig!

