Alone in the Dark im Test - Die Rückkehr einer Legende?
Special: Gamepad oder Tastatur und Maus - womit steuert sich Alone in the Dark besser?
Special: Versprochen ist versprochen! Die Ankündigungen von Eden Games im PC-Games-Check.
Beim Werfen von Gegenständen wird dieser
Pfeil eingeblendet. Das Item fliegt danach in Zeitlupe und lässt sich leicht mit der Pistole treffen. Praktisch! [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Wenn Spieleentwickler ihr Produkt als bahnbrechend anpreisen und die Fachpresse sich von der Euphorie anstecken lässt, spricht man schnell von einem Hype. Hat man Ihnen zu viel versprochen? Hat das französische Studio Eden Games (Test Drive Unlimited) es übertrieben, als es seine innovativen Ideen bewarb?
Die simple Antwort: nein. Alone in the Dark ist mehr als nur ein sehr gutes Action-Adventure - es bringt das Genre einen deutlichen Schritt nach vorne. Denn Eden Games hat Wort gehalten! Die Geschichte erzählt von dem Helden Edward Carnby, der die düstere Verwandlung des New Yorker Central Park zu einem Vorhof der Hölle miterlebt. Filmreif inszenieren die Entwickler ihre bluttriefende Handlung, arbeiten gekonnt mit rasanten Schnitten, wilden Kameraschwenks, Tiefenunschärfe und eindrucksvoller Lichtregie.
Nicht mal die Levelarchitektur
bietet hier Deckung – versteckt sich Carnby hinter einer Säule, reißt das bärenstarke Vieh sie kurzerhand heraus. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Die Technik leistet wertvolle Beiträge: Da betrachtet man einfache Spielfiguren plötzlich als "virtuelle Schauspieler", wenn sich ihre detailreich texturierten Gesichter zum Spiegelbild von Trauer, Entsetzen oder nackter Panik verziehen. Auch werden englische Stimmtalente aufgefahren, die locker das Niveau einer guten Filmproduktion erreichen. Deutsche Sprachausgabe ist zwar ebenfalls wählbar, klingt aber deutlich schlechter - zum Glück bietet Alone in the Dark fünf Sprachen an. Nicht nur ihre Inszenierung, sondern auch die Struktur der Handlung erinnert an Filme, genauer: an TV Serien. Das Spiel ist in acht Kapitel gegliedert und erzählt die Ereignisse einer einzigen Nacht - inklusive dramatischer Enthüllungsmomente und "Was bisher geschah"-Rückblenden beim Laden eines Spielstandes. So etwas gab es bislang noch nicht.
Action oder Adventure - zu beiden Genres sollte man sich verbunden fühlen, will man Alone in the Dark genießen. Als Carnby absolviert man ebenso viele Kämpfe wie Rätsel und nutzt dabei die fantastisch interaktive Umgebung aus. Die meisten Objekte und Oberflächen werden nämlich physikalisch korrekt berechnet, was bedeutet: Sie verhalten sich realistisch. Flammen springen auf brennbare Objekte über, metallische Türen verbeulen bei schweren Treffern, Kabel und Seile schwingen glaubwürdig hin und her. Das ist wichtig, da man oft Gegenstände packen und umherschleudern muss: Eine fließende Bewegung mit der Maus oder dem Analogstick eines Gamepads genügt und Carnby lässt etwa eine Schaufel über seinem Kopf kreisen. Ein Klick oder eine schnelle Bewegung des Sticks und der Held schlägt zu. Dieses System ist nett gedacht, nervt aber in der Praxis, vor allem im Nahkampf:
