Kommentar: Alone in the Dark - nix zu munkeln im Dunkeln
Im Gespräch: Alone in the Dark von Atari.
Jemineh, schon wieder ein "Skandal" in der Welt der Fachpresse: Atari geht juristisch gegen eine Redaktion vor, die das frisch erschienene Action-Adventure Alone in the Dark nicht gut findet - und diese Redaktion wehrt sich öffentlich, indem genüsslich aus dem Anwaltsfax zitiert wird. Hilfe, die schöne Pressefreiheit!
Schon landen die ersten E-Mails in meinem Postfach und besorgte Leser fragen mich: Hey, warum berichtet Ihr nicht darüber? Wo bleibt die Solidarität? Die grausame Wahrheit lautet: Es vergeht keine Woche, in der sich nicht Entwickler oder Publisher über einzelne Formulierungen, Wertungen oder Redakteure "beschweren". Das ist ihr gutes Recht.
Jeder Publisher reagiert anders: Viele Unternehmen - gerade die ganz großen - akzeptieren Tests i.d.R. als das, was sie sind, nämlich Meinung. Daneben gibt es aber auch Firmen, die sich ungerecht behandelt fühlen und virtuos auf der Klaviatur der Grausamkeiten spielen. Alles schon dagewesen: Stornierte Werbekampagnen, Streichung vom Testmusterverteiler, Ausladung von Veranstaltungen, keine Exklusivinterviews für die nächsten 200 Jahre, wüste E-Mails, laute Telefonate - das ist gelebte Praxis. Und zwar in jeder Redaktion, egal ob sie Autos, Toaster, Orangensäfte oder eben Spiele testet. Das war vor 15 Jahren so, vor zehn Jahren, letztes Jahr und wird auch in fünf Jahren noch so sein.
Meine Auffassung: Wer in der Küche kocht, muss diese Hitze aushalten. In solchen Fällen ist es mein Job, in aller Ruhe zu erklären und zu argumentieren - meist, indem man nochmal die im Test genannten Aspekte zitiert (doofe Steuerung, doofe Kampagne, doofer Multiplayer, doofer Schluss etc.).
Wir werden uns zur Vorgehensweise beider Parteien in diesem konkreten Fall weiterhin nicht äußern. Zu PC-Games-Tests nur soviel: Meine Kollegen geben sich große Mühe, um möglichst gründlich und fair zu testen und alle Vorzüge und Schwachpunkte zu besprechen. Es ist völlig normal, wenn diese Kriterien unterschiedlich gewichtet und ausgelegt werden - mal fällt die Wertung höher aus, mal niedriger. Entscheidend ist alleine, dass Redaktion und Redakteure in Ruhe arbeiten (= spielen) können.
Ich freue mich auf Ihre Kommentare und E-Mails und wünsche Ihnen auf jeden Fall ein schönes Wochenende.
Petra Fröhlich
Chefredaktion PC Games


ja und genau dieser touch den der banale kommentar der chefred. hier mit einem lakonischen "Hilfe, die schöne Pressefreiheit! "…
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Und im Gegensatz zu manch anderem fragwürdigem negativem Review, ist die Kritik hier sachlich und nachvollziehbar. Ich persönlich würde nicht so weit runter gehen (bin aber auch noch…