Online-Abo
Login Registrieren
Online-Abo
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Alice: Madness Returns: Kranker Trip ins Wunderland - Leser-Test von RedDragon 20

    Alice: Madness Returns ist der Nachfolger von American McGees' Alice, das im Jahr 2000 erschien und einen recht freien Nachfolger des Wunderlands von Lewis Carroll darstellt. Seit dem 16. Juni dürfen Spieler zum zweiten Mal mit der namensgebenden Protagonistin in das Wunderland abtauchen und dort zahlreiche irre Gestalten vermöbeln, Rätsel lösen und allerlei skurrile Schauplätze besuchen. Der Besuch ins Wunderland lohnt sich...wenn auch nicht ganz uneingeschränkt.

    Am Anfang zeigt sich das Wunderland noch friedlich und bunt. Am Anfang zeigt sich das Wunderland noch friedlich und bunt. Quelle: Alice: Madness Returns
    Zwischensequenzen, die die Story voran treiben, werden in Form stilvoller Bilder erzählt. Zwischensequenzen, die die Story voran treiben, werden in Form stilvoller Bilder erzählt. Quelle: Alice: Madness Returns Darum geht es:
    Vor elf Jahren nahm ein Feuer Alice die Familie und hinterließ einen zerstörten Geist und eine zerschmetterte Seele. Sie wurde in die Rutledge-Irrenanstalt eingewiesen, in der sie sich bemühte, ihren inneren Dämon zu bekämpfen, dabei aber immer mehr in ihre eigene Traumwelt abdriftete – dem Wunderland. Zehn Jahre später wird sie entlassen, trägt jedoch noch immer die schwere Last dieser Tragödie mit sich. Erneut reist sie auf der Suche nach ihren Erinnerungen und der Wahrheit um ihre Vergangenheit ins Wunderland, muss aber bei ihrer Ankunft erkennen, dass auch das Wunderland sich verändert hat und irgendetwas gehörig schief gelaufen sein muss. Irgendeine böse Macht versucht, das Wunderland und seine (teilweise völlig wahnsinnig gewordenen) Bewohner zu zerstören. Von da an heißt es für Alice: kämpfen und das Wunderland und damit sich selbst retten. Im Laufe der Handlung beginnt Alice, an der Schuld, die sie sich all die Jahre für den Tod ihrer Familie gab, zu zweifeln und ist entschlossen, sich selbst Klarheit zu verschaffen.

    Grafik:
    Eins vorneweg: Der Grafikstil ist reinste Geschmackssache. Wer nichts mit dem Comiclook anfangen kann, der wird mit Alice: Madness Returns kaum Freude haben, auch wenn sich das Spiel durch seinen absurden Stil deutlich von der Masse abhebt, der von abgedreht und grotesk, bis grauenhaft verzerrt reicht. Das Spiel beginnt in der trüben, tristen Realität Londons des 19. Jahrhunderts. Hier zeigt sich die Grafik grau und alles andere als "wundersam". Ganz anders als das Wunderland, wo bisweilen kräftige Farben und ein überaus fantasievolles, ideenreiches Design vorherrschen. Die Grafik zeigt sich stark überzeichnet, wirkt aber nie "lächerlich" oder ins lustige hinab gezogen. Man merkt stets, dass das Spiel trotz seines Looks für Erwachsene zugeschnitten ist und ein dem völligen Wahnsinn verfallenem Wunderland zeigt. Trotz des Comiclooks fesselt das Spiel mit einem sehr abwechslungsreichen Leveldesign, das davon zeugt, zu was für krankhaften Fantasien der Mensch fähig ist. Denn krank und absurd sind zwei Adjektive, mit denen man Alice: Madness Returns mit gutem Gewissen beschreiben kann. Und das ist in diesem Fall nicht negativ zu behandeln. Das Abenteuer beginnt in London des 19. Jahrhunderts, wo die psychisch labile Alice betreut wird. Das Abenteuer beginnt in London des 19. Jahrhunderts, wo die psychisch labile Alice betreut wird. Quelle: Alice: Madness Returns

    Wo der Grafikstil überaus positiv zu bewerten ist, fallen rein technisch aber ein paar Schnitzer auf. So sind die Level sehr abwechslungsreich gestaltet und die Atmosphäre wirkt trotz der vielen quietschbunten Abschnitte beklemmend und düster. Die Charaktere sind allesamt schick modelliert und weisen viele Details auf. Insbesondere Alice ist schick modelliert, wobei ihre Haare besonders ins Auge fallen, da man selbst einzelne Strähnchen erkennt, die vom Wind umspielt werden. Dagegen wirkt die Umgebung aber ein wenig, als würde die Unreal Engine 3, die das Spiel antreibt, nicht mehr als das leisten. Texturen wirken ein wenig detailarm und oft laden sie in Zwischensequenzen noch nach, sodass für ein oder zwei Sekunden ein matschiges, detailarmes Bild zu sehen ist. Alles in allem wirkt die Grafik gut, bis sehr gut, aber nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Da macht das integrierte PhysX, von dem ohnehin nur GeForce-Besitzer ruckelfrei profitieren, nicht viel wett.

    Sound
    Zum Sound gibt es wohl kaum etwas negatives zu sagen. Schon im Menü hört man melanchonisches Violinenspiel und die musikalische Untermalung zieht sich so durch das gesamte Spiel hindurch, ohne aufdringlich zu wirken. Passend dazu leisten die deutschen Synchronsprecher tolle Arbeit und hauchen den irren Charakteren im Spiel Leben ein. Man hört schon allein aus der Stimme heraus, dass so manche Charaktere dem Wahnsinn verfallen sind und das Alice zwar ein pfiffiges, keckes Mädchen ist, aber schwer mit ihrer Last zu kämpfen hat und ihre Psyche alles andere als stabil scheint.

    Das Spielgeschehen wird durch solche Passagen aufgelockert. Erinnert ein bisschen an alte Jump'n Run-Klassiker Das Spielgeschehen wird durch solche Passagen aufgelockert. Erinnert ein bisschen an alte Jump'n Run-Klassiker Quelle: Alice: Madness Returns Steuerung und Gameplay:
    Das Kampfsystem, welches eine der wesentlichen Aspekte des Spiels darstellt, gibt sich überraschend taktisch und geht auch mit Maus und Tastatur gut von der Hand. Bewegt wird Alice gewohnt mit per WASD und Maus. Mit E blockt man Angriffe ab oder wirft sie (sofern man ein gutes Timing hat) zurück, während man mit den Maustasten (Linke Maustaste für Nahekampf und rechte Maustaste für Fernkampf) angreift. Ausgewichen wird mit der Shift-Taste. Empfehlenswert hierbei ist aber, die Tastenbelegung so zu ändern, wie man eben am besten zurecht kommt. Dazu haben viele Gegner ihre ganz eigenen Schwachstellen, die man erst nach und nach frei kämpfen muss, bevor man den letzten Hieb setzt und dem Gegner den Garaus macht. Auch hier ist oft gutes Timing gefragt. Aber auch eine gute Portion Geduld, denn oft hat man es mit mehreren verschiedenen Gegnertypen gleichzeitig zu tun, die dann auf dem Bildschirm herum wuseln, explodieren und zum Angriff ansetzen. An solchen Stellen werden die Kämpfe mitunter recht hektisch und unübersichtlich, wobei die manchmal störrische Kamera es nicht besser macht. Sobald Alice am Ende ihrer Kräfte ist und nur noch wenig Lebensenergie hat, wechselt man per Knopfdruck in den Hysteria-Modus. In diesem Modus wechselt das Bild auf Schwarzweiß (einzig das Blut wird knallrot dargestellt) und Alice teilt ungleich mehr Schaden aus und ist für kurze Zeit unbesiegbar. Aber Achtung! Dieser Modus ist nur für begrenzte Zeit verfügbar. Alles in allem sind Steuerung und Kampfsystem solide und gehen sehr gut von der Hand. Nur in Gruppenkämpfen wird es hektisch und die Kameraführung ist nicht perfekt und manchmal störrisch. Szenen wir diese schlichtweg eines: herrlich krank. Szenen wir diese schlichtweg eines: herrlich krank. Quelle: Alice: Madness Returns

    Neben den Kämpfen muss Alice außerdem allerhand Rätsel lösen und Hindernisse überqueren. Die vielen Hüpfeinlagen und Schalterrätsel fordern das ganze Spiel über und werden von mal zu mal auch schwieriger und erfordern nach und nach mehr Hirnschmalz und Geschick, werden aber auf Dauer recht eintönig. So muss man beispielsweise die kleine Uhrenbombe auf einen Schalter platzieren, damit sich ein Weg öffnet und sich Plattformen erheben. Nun heißt es: schnell und sicher auf die andere Seite kommen, denn die Uhrenbombe (mit der sich auch im Kampf Gegner ablenken lassen) läuft nur begrenzte Zeit, bis sie explodiert. Manchmal löst man auch kleine Puzzelrätsel, bringt so einige spaßige Rutschpartien hinter sich oder spielt ein paar Runden Schach, in denen man die Schachfigur und deren Gegenstück gleichzeitig ans Ziel bringen muss. Aufgelockert wird das auf Dauer eintönige Gehüpfe noch durch Passagen in 2D-Ansicht, die an alte Jump'n Run-Klassiker erinnern und sehr stilvoll gestaltet sind, sowie im 5. Kapitel durch zwei Geschicklichkeitsspiele, in denen man einen Puppenkopf durch und über Hindernisse rollen lässt. Dazu zeigt sich das Leveldesign relativ linear. Wer aber stumpf von Levelanfang bis Ende durchhüpft, der verpasst teils sehr gut versteckte, geheime Wege. Die Augen offen halten lohnt also.

    Fazit:
    Alice: Madness Returns ist vor allem eins: anders. Es hebt sich überdeutlich von der Masse heutiger Mainstream-Ballereien ab und besticht sofort durch seine beklemmende, irre Atmosphäre. Das Kampfsystem und die Steuerung zeigen sich, bis auf ein paar kleine Schnitzer, solide und gut. Allerdings wirken manche Passagen durch Unmengen an Hüpfeinlagen und Schalterrätsel etwas gestreckt, wenn auch stets fordernd. Das (lineare) Leveldesign ist extrem abwechslungsreich und bietet auch einige Verstecke, die es zu besuchen gilt. Besonders gefallen hat mir der kleine Zusatz, dass man den Vorgänger, American McGees' Alice, kostenlos dazu bekommt. Technische Mängel, wie das Nachladen von (etwas verwaschenen) Texturen, künstliches Langziehen der Spielzeit in Form von einem Übermaß an Hüpfeinlagen und etwas hektische, teils recht unübersichtliche Kämpfe trüben den Spielspaß. Trotzdem hatte ich gute 10-12 Stunden jede Menge Spaß. Alice: Madness Returns ist ein ideen- und abwechslungsreiches Spiel, das vielleicht nicht jedermanns Geschmack entspricht, aber durch seine dichte Atmosphäre, der interessanten Geschichte und dem absurden Leveldesign bei der Stange hält und fasziniert.

    Negativpunkte:
    - teilweise etwas verwaschene Texturen ( -3 )
    - kurzes Nachladen von Texturen ( -3 )
    - etwas bockige Kamera ( -2 )
    - gestreckte Levelpassagen ( -4 )
    - mit der Zeit etwas eintöniges Gameplay ( -5)

    Alice: Madness Returns

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: RedDragon20
    83 %
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    10/10
    Atmosphäre
    10/10
    PC GAMES
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Alice: Madness Returns
    Alice: Madness Returns
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Spicy Horse
    Release
    16.06.2011
    Es gibt 7 Kommentare zum Artikel
    Von HNRGargamel
    geiles Spiel, aber die Speicherpunkte nerven zum Teil.. sind teilweise zu weit auseinander gesetzt... -.-
    Von TycoonXD
    Es gibt ja nun einen dlc dafür der aber für pc nicht kaufbar ist.... ABER man kann ihn freischalten ganz einfach so …
    Von xxmajexx
    Wer sich ein genaueres Bild machen will, ca 8 Stunden hab ich gestreamt  .Teil 1. http://www.livestream.com..…
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
830663
Alice: Madness Returns
Alice: Madness Returns: Kranker Trip ins Wunderland - Leser-Test von RedDragon 20
Alice: Madness Returns ist der Nachfolger von American McGees' Alice, das im Jahr 2000 erschien und einen recht freien Nachfolger des Wunderlands von Lewis Carroll darstellt. Seit dem 16. Juni dürfen Spieler zum zweiten Mal mit der namensgebenden Protagonistin in das Wunderland abtauchen und dort zahlreiche irre Gestalten vermöbeln, Rätsel lösen und allerlei skurrile Schauplätze besuchen. Der Besuch ins Wunderland lohnt sich...wenn auch nicht ganz uneingeschränkt.
http://www.pcgames.de/Alice-Madness-Returns-Spiel-17756/Lesertests/Alice-Madness-Returns-Kranker-Trip-ins-Wunderland-Leser-Test-von-RedDragon-20-830663/
22.06.2011
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2011/06/AliceMadnessReturns_2011-06-21_21-12-31-11.jpg
Alice: Madness Returns
lesertests