Alias
In den USA ein Quotenhit, erreicht die Action-Serie mit der "Golden Globe"-Gewinnern Jennifer Garner als schlagkräftige Doppelagentin Sydney Bristow hierzulande nur mäßige Einschaltquoten. Nichtsdestotrotz steht seit Anfang Juli das offizielle und komplett eingedeutschte Action-Adventure zur Pro7-Serie in den Händlerregalen, bei dem Sie mit der schönen CIA-Agentin aus der Verfolger-Perspektive gefährliche Aufträge rund um den Erdball meistern.
Packende Story
Die spannende Hintergrundgeschichte der Xbox-Umsetzung stammt aus den Federn der TV-Drehbuchautoren und ist ein unabhängiger Plot, der zeitlich zwischen der zweiten und dritten Staffel spielt: In der CIA-Zentrale erfährt Sydney von ihrem Vater und Vorgesetzten Jack Bristow, dass ein Kollege namens Jacobs vermisst wird. Dieser hatte sich bei Anna Espinosa, einer Agentin des gegnerischen Geheimdienstes "K-Direktorat", eingeschleust. Blöderweise ist seine Tarnung aufgeflogen und sein weiteres Schicksal ungewiss. In seiner letzten Nachricht war die Rede von einer ominösen Maschine, an der Annas Schergen arbeiten. Um Näheres zu erfahren, wird Sydney auf den Fall angesetzt.
Tarnung ist das A und O
Wenige Augenblicke später finden Sie sich in der attraktiven Haut der Geheimagentin in einem Casino wieder. Dort hielt sich Ihr vermisster Kollege nämlich zuletzt auf. Als Kellnerin verkleidet sollen Sie eigentlich nach Spuren suchen, machen jedoch alsbald eine folgenschwere Entdeckung: Neben Anna hält sich auch der Top-Spion Sark in der Spielhölle auf. Um seine Spur nicht zu verlieren, flößen Sie dessen Fahrer ein radioaktives Serum ein, damit Ihre Zentrale ihn überall hin verfolgen kann. Nachdem Sie das gesamte Gebäude infiltriert, zahlreiche Gegner ausgeschaltet und eine Reihe relativ simpler Rätsel gelöst haben, ist die erste von sechs Missionen geschafft.
Miese Bedienung!
Zwischen und während der einzelnen Levels halten Sie vorgerenderte Zwischensequenzen auf dem Laufenden. Die Geschichte führt Sie im weiteren Spielverlauf unter anderem nach Marokko, Saudi-Arabien, Rumänien oder Rio de Janeiro. Wie in der TV-Serie stecken auch bei der PC-Spionin allerlei technische Raffinessen im Hosenbund, die das Agentenleben leichter machen. Die Palette reicht vom einfachen Dietrich über die handliche Mini-Kamera bis hin zu futuristischen Stickstoff-Kühl-Pistolen oder einem praktischen Thermal-Sichtgerät. Im Laufe des Spiels kommen mehr als 20 solcher Gadgets zum Einsatz, die sich einfach per Maus- oder Gamepad-Klick aufrufen lassen sollen. In der Praxis schaut das Ganze allerdings anders aus. Aufgrund der feinfühligen Bedienung wählen Sie oftmals das falsche Hilfsmittel aus - auf Dauer ist das ziemlich nervig. Auch sonst ist es den Entwicklern nicht gelungen, eine befriedigende Steuerung zu produzieren. Bei den realistischen Kampfsport-Einlagen ist es nahezu unmöglich, einen bestimmten Gegner gezielt anzugreifen, da sie immer in alle möglichen Himmelsrichtungen tritt und schlägt. Häufig bekommen Sie Ihre Widersacher gar nicht erst zu Gesicht. Während bei vergleichbaren Titeln wie Splinter Cell und Thief: Deadly Shadows die Kamera stets im Mittelpunkt des Geschehens ist, sehen Sie bei Alias aufgrund der permanenten Perspektivenwechsel meist nur einen Bruchteil Ihrer Umgebung. Besonders chaotisch ist das Zielen mit einer Waffe. Da es kein Fadenkreuz gibt, verballert Sydney die Hälfte der kostbaren Munition einfach in der Gegend.
Toller Soundtrack!
Neben simplen Rätseleinlagen (Tür mit Dietrich öffnen, Zahlen-Code in einem PC knacken) müssen Sie in einigen Missionen auch über schmale Balken balancieren, um unbemerkt ans Ziel zu gelangen - was aufgrund der fummeligen Steuerung sowohl mit Maus und Tastatur als auch mit Gamepad zum unfreiwilligen Geduldsspiel wird. Erschwerend kommt hinzu, dass Sie nur an Savepoints speichern dürfen. Immerhin füllt sich Sydneys Gesundheitsbalken mit der Zeit von selbst wieder auf - folglich gibt es auch keine Medipacks zum Einsammeln. Über die kantige und teils pixelige Grafik der Konsolen-Umsetzung trösten der erstklassige und aus der TV-Serie bekannte Soundtrack sowie die ordentlichen Übersetzungen mit den Original-Synchronstimmen hinweg.

