Merkwürdige Lokalisierungen: Al Emmo
Als ich der Release-Liste von Rondomedia entnahm, dass Al Emmo and the lost Dutchman's mine in Deutschland erscheinen sollte, sprang mein kleines, Adventure-liebendes Herz in die Höhe. Es sollte ein trügerisches Jauchzen sein. Lassen Sie mich für die vollkommene, tragische Geschichte etwas zurückgehen...
...in den Spätsommer 2006. Ich war noch Praktikant bei PC Games und hatte mich gerade mit unserem Kollegen Christian Schlütter durch die Gothic 2-Extended geschlagen. Währenddessen suchte ich abends immer die gute Seite Adventuregamers.com ab und fand beim Stöbern benanntes Al Emmo.
Ein paar Tage darauf erschien auf der offiziellen Webseite der Himalaya Studios der Hinweis auf die Demoversion von Al Emmo - und ich war begeistert.
Ja, das Spiel ist nicht eben ansehnlich und steuert sich für heutige Begriffe unkomfortabel, denn es entsprach voll und ganz dem Look und Feel eines alten Sierra-Adventures. Entwickelt wurde es übrigens mit der Freeware-Umgebung Adventure Game Studio.
Aber: Al Emmo hat Charme. Ein liebenswürdiger Antiheld, der in Anoriza (kein Dan-Brown-Anagramm, aber immerhin) auf der Suche nach einer Dame gestrandet ist. Ein Junggeselle in den Mittvierzigern ohne Geld. Ein ziemlicher Versager, der von der Statur etwas an Larry Laffer erinnert - aber weit weniger von seiner Libido getrieben, sondern charmanter, bübischer. Besonders genial waren die - hier zeigen sich die klassischen Sierra-Tugenden Sprüche des Erzählers aus dem Off (dazu später mehr).
Lesen Sie weiter: das Ärgernis der deutschen Version - und ob es sich vielleicht dennoch lohnt.


Testkunden erkennen die Frauen nicht? Beim nächsten mal halt nicht beim Christopher-Street-Day eine Umfrage starten, dann müssen auch nicht irgendwelche Vollweiber aufs Cover...