Jüngster Spross der Age-of-Reihe
Hier geht's rund: Fünfköpfige Hydras, ägyptische Sphinxen, Kampfkrokodile und Kriegselefanten liefern sich eine erbitterte Schlacht vor der wunderschönen Kulisse einer Wüstenstadt.
Gleich vier PC-Games-Redakteure gehörten zu den rund 10.000 Auserwählten, die sich im September heiße Multiplayer-Schlachten mit einer Vorabversion von Age of Mythology lieferten. Nur rund einen Monat war für den Betatest der Echtzeit-Hoffnung notwendig, dann schlossen die Internet-Server ihre Pforten. Die Entwickler von Ensemble Studios haben die neun Zivilisationen in allen vier Epochen und unter über 30 Gottheiten beinahe perfekt ausbalanciert. Schon wenige Tage nach dem Ende des Mutliplayertests überraschten die Age-Väter PC Games mit einer nagelneuen Version, in der neben den überarbeiteten Truppen auch die nahezu kompletten Solokampagnen enthalten waren.
Im Kern gleicht Age of Mythology seinen Empires-Brüdern wie ein Ei dem anderen. Egal ob im Mehrspielermodus oder im Einzelspielerfeldzug, bevor eine Schlacht geschlagen wird, steht Basisbau auf dem Programm. Holzfäller wandern in den Wald und kehren mit Baumaterial wieder, Minenarbeiter schürfen Gold in Bergwerken, Bauern ernten Feldfrüchte oder jagen wilde Tiere. Neu ist der vierte "Rohstoff": Glaube. Indem Sie Ihre Arbeiter zum Beten in den Tempel schicken, verdienen Sie sich die Gunst einer Gottheit. Ohne die können Sie zwar Axtkämpfer oder Streitwagenschützen rekrutieren, die besonders starken Sagengestalten bleiben Ihnen aber verwehrt. Jedes Volk hat seine eigenen mythischen Krieger. Die Griechen beispielsweise rufen Pegasi herbei, im Wortsinn fliegend schnelle Scouts, oder feuerspuckende Chimären. Als ägyptischer Pharao greifen Sie etwa auf Skarabäi zurück, gigantische Käfern, die lebenden Katapulten gleichkommen. Den Wikingern stehen Walküren und Kampfsäue zur Seite (wenn Sie die Viecher in Aktion erleben, vergeht Ihnen das Lachen). Normalsterblichen Truppen verleihen die Götter härtere Rüstungen, schärfere Schwerter oder flinkere Füße, ähnlich den Fortschritten, die in der Waffenschmiede gegen bare Münze erforscht werden können.
Steht Ihre Nation hoch in der Gunst, gewähren die himmlischen Herrscher bis zu vier verschiedene Wunder. Hades, Gebieter über das Totenreich, schützt verbündete Städte im Notfall mit drei gigantischen steinernen Bogenschützen. Der Kriegsgott Hades lässt Pestilenz auf feindliche Baracken regnen und verhindert so die Ausbildung neuer Einheiten. Vom Nordmann Thor kommt auf Wunsch eine neue Goldmine. Welche himmlischen Hilfen Sie erhalten, hängt davon ab, welchem Schöpfer Sie dienen. Zu Anfang ist das einer von drei Gottvätern pro Nation. Sobald Sie Ihren Stamm in ein neues Zeitalter führen, stößt einer von je sechs niedereren Helfern zum Olymp. 36 Gottheiten bedeuten 36 Wunder, bedeuten 36 mystische Kreaturen, bedeuten 36 verschiedene Boni auf Kavalleriepreise, Lanzenträger-Stärkepunkte und, und, und. Die Vielfalt an Technologien, Einheiten und Bauwerken übertrifft selbst die von Empire Earth. Netterweise versorgt Sie das Programm zu jedem Schalter am Interface mit Hilfetexten, die Technologiebäume lassen sich jederzeit einsehen und jeder Truppentyp ist genau beschrieben. Trotz der unglaublichen Komplexität ist Age of Mythologie so einsteigerfreundlich wie kaum ein anderes Echtzeit-Strategiespiel. Und trotz der unzähligen Kombinationsmöglichkeiten scheint auch das Balancing gelungen zu sein. Die Tuning-Liste nach dem Betatest umfasste nur wenige Punkte, beispielsweise teurere ägyptische Baracken oder billigere griechische Militärgebäude. Age of Mythology ist so gut wie fertig. Der Mehrspielermodus ist schon jetzt eine Wucht, und die Solokampagne kann bereits jetzt beinahe mit Warcraft 3 mithalten. Man darf gespannt sein, wie die Schlacht ausgeht.


Ich hoffe auch, dass das Spiel nicht so komplex wird, dass man überhaupt nicht mehr durchblickt was wo wie wogegen man macht bzw was wo wie passiert ist.