pcgames.de - Wissen, was gespielt wird!

Activision Blizzard

Spiele für Deutschland - ein teures Vergnügen

08.05.2002 13:39 Uhr
|
Neu
|

Soldier of Fortune 2 - in der deutschen Version werden menschliche Charaktere zu Robotern umfunktioniert. Soldier of Fortune 2 - in der deutschen Version werden menschliche Charaktere zu Robotern umfunktioniert. Wer meint, der Jugendschutz in Deutschland käme vor allem bei den Herstellern selbst und bei kontrollierenden Instanzen zu kurz, irrt: Wie PR-Chef Frank Hermann von Electronic Arts (Command & Conquer-Reihe, Harry Potter und der Stein der Weisen) gegenüber der Financial Times Deutschland geäußert hat, entfallen bei Herstellungskosten von etwa 500.000 Euro für ein Spiel etwa acht Prozent des Betrags auf die Lokalisation - zu der unter Umständen auch inhaltliche "Anpassungen" für den deutschen Markt gehören. "Diesen Aufwand betreiben die Softwarehäuser nur in Deutschland," so Hermann. Und versuchen damit, Indizierungen und einen Image-Verlust zu vermeiden.
Mit wieviel Aufwand und Kosten so eine Umprogrammierung verbunden sein kann, lässt beispielsweise das Interview mit Activision in der aktuellen PC Games (Ausgabe 06/02, zur Zeit im Handel erhältlich) erahnen. Der Hersteller gibt hier unter anderem bekannt, dass alle menschlichen Charaktere im Ego-Shooter Soldier of Fortune 2 speziell für die deutschen Version zu Robotern umgestaltet werden.
Einen weiterer wichtiger (und aufwändiger) Faktor der Kontrolle ist hier zu Lande die Einstufung durch die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle), nach der die Spiele mit Altersempfehlungs-Plaketten versehen werden, bevor sie in den Handel kommen. USK-Leiter Peter Gerstenberger zu den USK-Beurteilungen: "Was in einem Spiel nicht gezeigt werden darf, ist einem 200-seitigen Katalog zusammengefasst. Dazu zählen beispielsweise nationalsozialistische Symbole und bestimmte Schimpfworte. Selbst Verpackungen werden umgestaltet. (...) Spiele in denen Gewalt zelebriert wird, werden gleich von uns abgelehnt da der Paragraph 131 des Strafgesetzbuches die Darstellung und Verbreitung von Gewaltverherrlichung gegen Menschen sowie die Verharmlosung verbietet." Bei der Beurteilung orientiere sich die USK "am gesprochenen Recht und an den bisherigen Entscheidungen der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, BBjS".
Die Kosten des USK-Einstufungsverfahrens trägt die Spieleindustrie.
Durch die derzeitige massive Stimmungsmache gegen Computerspiele befürchten die Herstellerfirmen laut Financial Times momentan dauerhafte und massive wirtschaftliche und Image-Verluste. Theodoridis Theodossios von Eidos Deutschland (Tomb Raider-Reihe, Commandos 2): "Hat sich ein solches Bild erst einmal festgesetzt, wird das sehr, sehr schwer für die Spiele-Branche, das wieder gerade zu rücken".

Mehr zu Activision Blizzard in PC Games MMore 05 / 2012 - ab 11.04.2012 am Kiosk!
Titelstory Mists of Pandaria: Besser als WoW Cataclysm? Jede Menge Infos und Bilder aus der Beta + Live-Eindrücke aus den Blizzard-Studios! 46 Seiten Klassenguides, Diablo 3 im Check + 32 Seiten Gratisbeilage „Transmogrifizieren“ zum Herausnehmen!
Moderation
08.05.2002 13:39 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
09.05.2002 14:18 Uhr
Die Preise sind ganz einfach gestiegen - das hat nichts mit den Produktionskosten eines Spiels zu tun. Am Beispiel von dem Duke: "Duke Nukem Forever ist nicht annähernd so teuer zu entwickeln, wie viele denken." (Scott Miller)

Vielleicht will man den Umsatz noch mehr steigern, um einen noch größeren…
Benutzer
Bewertung: 0
09.05.2002 13:52 Uhr
Entwicklerkosten sind gesteigen, mhh, aber warum waren die Spiele vor der Euro Umstellung denn billiger als sie jetzt sind? Vor dem Euro 80 DM und jetzt ca 100 DM. Warum so ein Anstieg auf einmal? Hat sich der Verbotskatalog nach der Euroumstellung um 100 Seiten erweitert???

MfG

Omnibrain
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
08.05.2002 21:03 Uhr
Tja, dann sieht es im Moment wohl so aus als würden wir viele Spiele demnächst in Deutschland gar nicht mehr - bei Media Marlt LOL - zu Gesicht bekommen.
Aber zum Glück gibt es ja immer noch das Internet und auf Ami Seiten werde ich wohl mit der Hilfe meiner Kreditkarte immer noch…

Verwandte Artikel

60°
 - 
Im Streit zwischen Activision und den ehemaligen Angestellten von Call of Duty: Modern Warfare 2-Entwickler Infinity Ward ist Geld geflossen: Activision überwies den Anwälten der Infinity Ward Employee Group (IWEG) 42 Millionen US-Dollar. Bruce Isaacs, leitender Anwalt der Gruppe, ist damit aber nicht zufrieden. mehr... [4 Kommentare]
37°
 - 
Kaum ein anderes Spiel scheint so sehr geschaffen für Facebook wie Die Sims. Seit gut einer Woche ist die Beta von Sims Social live - und schon weit über sieben Millionen Fans sind dabei. Es scheint, als hätte die Welt förmlich darauf gewartet. PC Games hat bereits viele Stunden in Sims Social verbracht und einige pikante Affären mit Kollegen und Freunden gestartet - rein virtuell, versteht sich. mehr... [3 Kommentare]
33°
 - 
Im Rechtsstreit zwischen Activision Blizzard, Electronic Arts und den Respawn Entertainment-Gründern West und Zampella wegen Call of Duty, verletzten Vertragsauflagen und Co. kam es zu einer ersten Einigung. Laut einem aktuellen US-Bericht haben die Publisher Activision und EA das Kriegsbeil in der Auseinandersetzung um 400 Millionen US-Dollar begraben. mehr... [0 Kommentare]
33°
 - 
Für World of Warcraft zählte Activision Blizzard bis Ende März 10,2 Millionen Abonnenten. Dies gab der Publisher im Rahmen des ersten Geschäftsberichts 2012 bekannt. Die Zahl hat sich im Vergleich zu Anfang Februar nicht verändert, das Erfolgs-MMORPG beschäftigt also sieben Jahre nach Release weiterhin eine stabile Spielerbasis. mehr... [14 Kommentare]
26°
 - 
Bereits heute Morgen hatten wir euch über das vergangene Geschäftsjahr EAs und dessen Erfolg berichtet. Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass der Publisher 80 Millionen US-Dollar in die Entwicklung der Next-Gen-Konsolenspiele für Xbox 720 und PS4 investieren will. mehr... [6 Kommentare]