Spiele für Deutschland - ein teures Vergnügen
Soldier of Fortune 2 - in der deutschen Version werden menschliche Charaktere zu Robotern umfunktioniert.
Wer meint, der Jugendschutz in Deutschland käme vor allem bei den Herstellern selbst und bei kontrollierenden Instanzen zu kurz, irrt: Wie PR-Chef Frank Hermann von Electronic Arts (Command & Conquer-Reihe, Harry Potter und der Stein der Weisen) gegenüber der Financial Times Deutschland geäußert hat, entfallen bei Herstellungskosten von etwa 500.000 Euro für ein Spiel etwa acht Prozent des Betrags auf die Lokalisation - zu der unter Umständen auch inhaltliche "Anpassungen" für den deutschen Markt gehören. "Diesen Aufwand betreiben die Softwarehäuser nur in Deutschland," so Hermann. Und versuchen damit, Indizierungen und einen Image-Verlust zu vermeiden.
Mit wieviel Aufwand und Kosten so eine Umprogrammierung verbunden sein kann, lässt beispielsweise das Interview mit Activision in der aktuellen PC Games (Ausgabe 06/02, zur Zeit im Handel erhältlich) erahnen. Der Hersteller gibt hier unter anderem bekannt, dass alle menschlichen Charaktere im Ego-Shooter Soldier of Fortune 2 speziell für die deutschen Version zu Robotern umgestaltet werden.
Einen weiterer wichtiger (und aufwändiger) Faktor der Kontrolle ist hier zu Lande die Einstufung durch die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle), nach der die Spiele mit Altersempfehlungs-Plaketten versehen werden, bevor sie in den Handel kommen. USK-Leiter Peter Gerstenberger zu den USK-Beurteilungen: "Was in einem Spiel nicht gezeigt werden darf, ist einem 200-seitigen Katalog zusammengefasst. Dazu zählen beispielsweise nationalsozialistische Symbole und bestimmte Schimpfworte. Selbst Verpackungen werden umgestaltet. (...) Spiele in denen Gewalt zelebriert wird, werden gleich von uns abgelehnt da der Paragraph 131 des Strafgesetzbuches die Darstellung und Verbreitung von Gewaltverherrlichung gegen Menschen sowie die Verharmlosung verbietet." Bei der Beurteilung orientiere sich die USK "am gesprochenen Recht und an den bisherigen Entscheidungen der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, BBjS".
Die Kosten des USK-Einstufungsverfahrens trägt die Spieleindustrie.
Durch die derzeitige massive Stimmungsmache gegen Computerspiele befürchten die Herstellerfirmen laut Financial Times momentan dauerhafte und massive wirtschaftliche und Image-Verluste. Theodoridis Theodossios von Eidos Deutschland (Tomb Raider-Reihe, Commandos 2): "Hat sich ein solches Bild erst einmal festgesetzt, wird das sehr, sehr schwer für die Spiele-Branche, das wieder gerade zu rücken".



Vielleicht will man den Umsatz noch mehr steigern, um einen noch größeren…
MfG
Omnibrain
Aber zum Glück gibt es ja immer noch das Internet und auf Ami Seiten werde ich wohl mit der Hilfe meiner Kreditkarte immer noch…