A Vampyre Story
Eingebildete Ehegatten sind ein Problem, mit dem sich hierzulande professionelle Therapeuten, in Einzelfällen Boulevardjournalisten auseinandersetzen. Die Handhabung eingebildeter verblichener Möchtegern-Ehegatten dagegen ist ein klassisches Sujet für Point-and-Click-Adventures: Über vier Teile hinweg störte Zombie-Pirat LeChuck das Glück von Guy-brush Threepwood und Elaine Marley. Vier Spiele, mit denen Monkey Island Maßstäbe fürs Genre setzte, an denen sich heute noch sämtliche Adventures diesseits der Karibik messen lassen müssen.
Die Grundvoraussetzung "Verhältnismäßig wenig lebender, dafür umso heftiger turtelnder Antagonist", bringt auch A Vampyre Story mit. Ein gewisser Shrowdy von Kiefer hat Mona De Laffite entführt. Mittlerweile ist Shrowdy zwar nur noch als Geist präsent, aber erfahrene Adventure-Freunde wissen, dass ein fehlender Körper noch keinen Fiesling davon abgehalten hat, Voodoo-Flüche und sonstiges Unheil zu verbreiten.
Das Phantom der Oper
Anfangs ist sich Mona, die in Paris zur Operndiva aufsteigen möchte, der Veränderung vom Homo sapiens zum Vampir nicht bewusst - denn der feine Herr von Kiefer hat tatsächlich "vergessen", sie über die winzige Umgestaltung aufzuklären.
Als sie sich ihrer gewandelten Physiologie klar wird, beginnt, gleichermaßen witzig wie anrührend, ihr Versuch, wieder Menschlichkeit zu erlangen. Stets an ihrer Seite wacht dabei Fledermäuserich Froderick Batlicz, der auch für den einen oder anderen Batman-Witz herhält. In bester Adventure-Manier bitten wir: Betrachten Sie die Bilder auf dieser Seite. Kommt es Ihnen nicht auch so vor, als würde der Cartoon-Stil von The Curse of Monkey Island mit einer Prise Tim Burton (Filmregisseur; u. a. Nightmare before Christmas) in untote Gefilde getragen? Recht haben Sie, denn für A Vampyre Story ist kein Geringerer verantwortlich als Bill Tiller, Hintergrund- und Cover-Zeichner des Affeninselfluches.
Den allerersten Entwurf Mona De Laffites zeichnete Tiller vor rund zehn Jahren auf seiner Hochzeitsreise. Zusammen mit anderen ehemaligen Lucas-Arts-Mitarbeitern hat er ein Projekt aufgestellt, das nach unserer Auffassung den typischen Monkey Island-Stil an den Tag (respektive die Nacht) bringt. Grafisch legt die Vampirgeschichte natürlich einen Eckzahn zu: Autumn Moon Entertainment vermischt geschickt 3D-Lichtquellen mit 2D-Hintergründen. Inhaltlich hagelt es Witze und Anspielungen: So gibt es etwa in Dragselvanien, dem Ort des ersten der drei Kapitel von A Vampyre Story, ein Einrichtungshaus namens Ikillya.
Die Geschichte um die Rückkehr Monas zu den Lebenden und Singenden soll insgesamt so lustig sein, dass Sie permanent schmunzelnd vor Ihrem Monitor sitzen, andererseits Mona und ihren Weg so präsentieren, dass Sie mit ihr leiden und lachen wie mit ihrer Namensvetterin in Max Payne 2.
Tanz der Vampire
Der Grat zwischen zu leichten und frustrierend schweren Rätseln ist schmal, gleichzeitig steht und fällt die komplette Dramaturgie und der Spielfluss mit den Puzzles. Um zu verhindern, dass der Spieler wahllos Gegenstände miteinander kombiniert, setzt Autumn Moon Entertainment auf möglichst viele Hinweise der Nichtspielercharaktere und lässt Mona allerlei teils abgefahren-hilfreiche Kommentare von sich geben, wenn Sie scheinbar unsinnige Handlungen ausüben möchten.
Was alle vom Runaway-Spuk Geschädigten gern hören: Hotspots sind beim ersten Mal entweder aktiv und potenziell nützlich - oder niemals. Netter Einfall: Ist ein Gegenstand zu unhandlich, um ihn in Monas Inventar (passenderweise ein Sarg) zu deponieren, merkt sie sich die "Idee" des Objekts - so können Sie später ohne Mühsal frühere und entfernte Dinge benutzen. Außerdem besitzt Mona als Vampirin gewisse Spezial-fähigkeiten, die sich beim Knoblauch, pardon, Knobeln bezahlt machen. Sie kann sich etwa in eine Fledermaus verwandeln und über Gebiete fliegen. Anspielen konnten wir A Vampyre Story noch nicht - was wir aber bisher vernommen haben, deutet auf ein grandioses Abenteuer im besten Lucas-Arts-Format hin, das am Halloween-Tag (31. Oktober) in die Läden flattert.


auch bei mir löst der anblick dieser screenshots lange vergessen geglaubte glücksgefühle aus.
ich hab hier seit urzeiten mal wieder das gefühl, dass ein spiel zumindest in reichweite der lucasarts klassiker kommen könnte, was den spielspass angeht; obwohl mir die protagonistin eigentlich nicht mal so besonders zusagt.
Geht mir nicht anders, daher freue ich mich jetzt schon sehr auf das Spiel. Das könnte wirklich DAS Adventure des Jahres werden. Ich bin gespannt.
auch bei mir löst der anblick dieser screenshots lange vergessen geglaubte glücksgefühle aus.
ich hab hier seit urzeiten mal wieder das gefühl, dass ein spiel zumindest in reichweite der lucasarts klassiker kommen könnte, was den spielspass angeht; obwohl mir die protagonistin eigentlich nicht mal so besonders zusagt.