Grundsolide Aufbau-Kost im Reich der Mitte.
Drei asiatischen Glaubensrichtungen will im weiteren Spielverlauf gehuldigt werden - sonst sind Ihnen die Götter nicht gnädig.
Wenn Impressions erst einmal Blut geleckt hat, hält die so schnell nix mehr auf. An der Caesar-Thematik fanden die Strategie-Profis so viel Gefallen, dass sie gleich drei Teile entwickelten, Pharao und Zeus bekamen immerhin umfangreiche Erweiterungen spendiert. Das grundlegende Spielprinzip ändert sich dabei nie: Sie bauen eine Stadt auf, erfüllen die anspruchsvollen Bedürfnisse Ihrer Einwohner und setzen sich mit aufdringlichen Nachbarn auseinander. Der erste Kaiser bildet da keine Ausnahme - nur, dass Sie es hier eben mit dem Reich der Mitte zu tun haben.
Auch wenn Sie keinen der Vorgänger, dafür aber Anno 1602 gespielt haben, werden Sie sich mit der Spielmechanik von Der erste Kaiser schnell zurechtfinden. Eine jungfräuliche Karte wartet in den 40 Missionen der sieben Kampagnen darauf, mit einer Handvoll Häuser bebaut zu werden; sind die ersten Siedler eingezogen, sorgen Sie mit Jagdhütten für die rudimentäre Nahrungsversorgung. Von nun an geht es nur um die Aufwertung der Wohnungen: Damit sich die primitiven Holzhütten zu wunderschönen Domizilen entwickeln, müssen Sie nach und nach ausgewogeneres Essen, Unterhaltung, Sicherheit, sanitäre Einrichtungen und Tempel bereitstellen. Die meisten Bedürfnisse lassen sich durch die Errichtung eines entsprechenden Gebäudes relativ einfach erfüllen, problematisch wird die Sache erst, wenn es ums Futtern geht - obwohl die Warenkreisläufe nur selten komplexer als das Standard-Schema (Acker-Mühle-Marktplatz) sind, kann es durchaus zur abendfüllenden Beschäftigung werden, Ihre Bürger nicht vom Fleisch fallen zu lassen. Denn: Je weiter Sie die Wohnhäuser aufwerten wollen, desto umfangreicher muss das Nahrungsangebot sein. Reichen zu Beginn ein paar tote Säugetiere voll und ganz aus, wollen Ihre Einwohner später auch Reis, Fische und Brot haben. Wenn Sie einen Warenüberschuss produziert haben, muss der Krempel nicht in Ihren Lagerhäusern verrotten, sondern kann mit anderen Städten gegen dringend benötigte Produkte getauscht werden.
Alternativ könnten Sie damit auch einen berühmten Helden dazu animieren, Ihrer Stadt einen kleinen Besuch abzustatten - was je nach Persönlichkeit des Helden eine Vielzahl von Boni einbringt. Wenn Sie erst einmal eine blühende Metropole aufgebaut haben, wird das gierige Nachbarn auf den Plan rufen. Invasionen schlagen Sie mit sechs verschiedenen Einheiten - darunter Katapulten, Kavallerie und Streitwägen - zurück. Bei einer eigenen Attacke auf eine feindliche Siedlung haben Sie nach wie vor keine Kontrolle über Ihre Truppen - mehr als beten und auf das Beste hoffen, können Sie nicht tun. Auch grafisch bleibt Der erste Kaiser der Serie treu: Die um Nuancen erhöhte Detailfülle sorgt zwar für belebte Straßen und glaubwürdig agierende Arbeiter, spektakuläre Effekte oder gar eine 3D-Ansicht gibt es jedoch nicht - Sie müssen schon mit der gewohnten isometrischen Perspektive vorlieb nehmen. Untermalt wird das Geschehen von chinesischer Klimpermusik und vielen, gut passenden Sprachsamples. Für Einsteiger ärgerlich: Die Tutorial-Missionen sind eine Ecke zu umfangreich und die gebotenen Hilfestellungen oft zu vage. Für Veteranen der Reihe eine Offenbarung: Endlich gibt's den sehnlich erwarteten Online-Modus.
