Denk ich an Deutschland in der Nacht - Kommentar zum Entwicklerpreis 2007
Nach Oscar-Nächten beginnt der entsprechende Kommentar für gewöhnlich mit den Worten "Der große Abräumer der Preisverleihung war ...". Sie können lesen und, auch wenn Herr Beckstein es nicht für möglich hält, sicher im Zahlenbereich bis zwanzig versiert addieren und wissen daher, wer gestern am meisten für die heimische Vitrine gesammelt hat.
Dass Benedikt Grindel, Produzent von Die Siedler: Aufstieg eines Königreichs, seinen Platz auch gleich auf die Bühne hätte legen können, ist dem Team zu gönnen - genau wie allen Preisträgern. Aber wenn man sich die Konkurrenz anschaut, überrascht das kaum. Overclocked, Undercover, Jack Keane und Anno 1701 (entweder als DS-Variante oder in der Add-on-Version) wurden zumeist nur in unterschiedlicher Trailerrotation vorgeführt. Mangels Crysis in der Kandidatenriege war die Verleihung in der Summe wenig spannend.
Für 2008 hoffe ich auf etwas wirkliche Spannung. Crysis, Sacred 2, Das Schwarze Auge 4: Drakensang, Gothic 4, Projekt RPB, Jack Keane 2 sowie ein paar Produkte, über die ich jetzt nichts verraten darf - das könnte wirklich Kopf-an-Kopf-Rennen ergeben, wenn die Spiele denn alle kommen.
Ein Organisator meinte, die Lage würde sich verbessern, wenn im Zuge eine Restrukturierung regelmäßigere Entwicklungszyklen am Markt herrschten. Dem widerspreche ich - hätte man lediglich ein paar generische Jahresupdates (wer hat da EA gesagt?), wie langweilig wäre das erst!
Nein, wenn man schon einen deutschen Entwicklerpreis braucht, wird dieser durch die Vielzahl von guten, vergleichbaren Spielen interessant. Und hiervon gibt es schlichtweg zu wenig - wo waren gestern die Konsolenspiele? Rollenspiele? Nein, Deutschland als Entwicklungsland ist noch auf einem langen Weg - der aber zumindest hoffnungsvoll beginnt.
Eine Randbemerkung bleibt mir zu machen: Christine Henning (Ehrensenf) für die Moderation auszusuchen, war geschickt. Nur hätte man ihr auch einen dementsprechend intelligenten Text mit auf die Bühne geben sollen. So kam sie mir verloren vor wie mancher ZDF-Moderator, der nur darauf wartet, endlich wieder abzugehen. Und wo wir dabei sind: Die Skripte mancher Redner sollte vorher auch mal jemand gegenlesen, der nicht im Selbstschutz-Modus ("Ja, Schatz, tolltolltoll") wandelt.
im moment sicher nicht.
die vergabe ist, wie du ja selber sagst, eine einzige farce, da man ja zwischen gerade mal vielleicht maximal 20 dt. entwicklungen (darunter noch 3 oder 4 serien) wählen.
lächerlich- das sollte man sich lieber sparen.
damit tut man keinem einen gefallen.
"wir" waren, für meine begriffe schon mal weiter:
- factor 5- abgewandert
- tunnel b1 ein wipeout clone für konsolen - jahre her
- irgendein ego- shooter rmit ue2 engine war mal in der mache - gestrichen wegen geldmangels
- einen dt. publisher gibts eigentlich überhaupt nicht mehr - vielleicht das grösste problem
- westka ent. entwickelte ein rpg für konsole - floppt leider, vemutlich auch wegen verfrühten release
klar stimmen auch mich die genannten titel hoffnungsfroh, aber ehrlich gesagt bezweifele ich, dass die dt. entwicklerszene jemals wirklich die kurve bekommt.
oder sollte tastsächlich ein zweites crytek möglich sein (wobei abzuwarten ist, wie lange crytek noch "deutsch" sein wird)
woran das liegt, kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen.
denn, so weit ich das beurteilen kann, gibt es ja gerade in deutschland eine riesige independant/ demo- szene.
und daraus rekrutieren sich ja vermutlich oftmals kommende entwickler.
vielleicht liegts auch an den banken, die sich scheuen für das medium "computerspiele" geld vorzuschiessen.
wobei ja mittlerweile bekannt sein sollte, das damit milliardenumsätze erzielt werden.