Die Schlacht um Mittelerde 2 - Aufstieg des Hexenkönigs

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"Kein Mann vermag mich zu töten", tönt der Nazgul-Anführer Ihnen im Add-on des Herr-der-Ringe-Strategiespiels entgegen. Sicher?

Noch immer pixeln die Schatten auf und standardmäßig ist keine 1.280er-Auflösung vorgesehen. Noch immer pixeln die Schatten auf und standardmäßig ist keine 1.280er-Auflösung vorgesehen. Eine gute Möglichkeit, lange, sehr, sehr lange Winterabende angenehm zu verbringen, stellt die erweiterte Herr der Ringe-Fassung auf insgesamt sechs Silberscheiben dar. Wer sich mit einem hinreichenden Pizza- und Cola-Vorrat an das Heimkino-Epos macht, begegnet auf der dritten DVD der neuen Szene "Die Stunde des Hexenmeisters", in der der Anführer der Neun Gandalfs Stab zerbricht. Wie kam es zum Aufstieg des finsteren Ritters und welche Spezialfähigkeiten abseits einer markanten Stimmlage bringt das Nazgul-Dasein mit sich? Diesen Fragen gehen Sie in den gut zehn Spielstunden zum Add-on zu Die Schlacht um Mittelerde 2 nach.

Beherrschten Sie im Hauptspiel unter anderem Isengart und Mordor, taktieren Sie nun im Nordwesten Mittelerdes auf Tolkiens Spuren und errichten das dunkle Reich Angmar. Zunächst muss der Hexenkönig in den Bergen Verbündete finden, um im Wortsinne heroisch in die Schlacht zu ziehen - ein Bergtroll kommt dabei gerade recht. Anschließend kämpfen Sie Schlacht um Schlacht um die Vorherrschaft im Reiche Arnor, dass passenderweise vor kurzem zerfallen und damit geschwächt ist.

Der Weg der Grauen Schar

Die neuen Hexenmeister lassen Leichen regnen und verschlingen Seelen. Die neuen Hexenmeister lassen Leichen regnen und verschlingen Seelen. Das Reich Angmar mitsamt seiner neuen Einheiten, Trolle und Helden begleiten Sie auch im verfeinerten Ringkrieg-Modus und im Freien Spiel. Die Hauptgeschichte verläuft diesmal streng linear und baut eine sehr dichte Erzählung auf. Der finstere Hexenkönig profitiert atmosphärisch davon, dass er in den Filmen deutlich präsenter war als Glorfindel und Konsorten.

Die Chance, hier aber etwa am Epilog anzuknüpfen, wurde (bewusst?) vertan - auf die erneute "Stunde des Hexenmeisters" freuen Sie sich vergebens. Abseits dieser Enttäuschung bieten die Missionen alles, was sich der Mittelerde-Jünger wünscht. Sie schwitzen in spannenden Gefechten mit wenigen Einheiten, in denen ein kluger Einsatz der Spezialfähigkeiten hilft, etwa um auf gefrorenem Terrain besser gerüstet zu sein oder in den Rücken des gegnerischen Trupps eine Horde Orks zu beamen.

Auch in der Missions-Gemeinschaft: Burgaufbau- und -verteidigungsszenarien, die beinahe ans fulminante Helms-Klamm-Szenario heranreichen und in denen Sie Ihrem Einigeltrieb in Gänze nachgeben können, um etwa von grimmigen Trollen Gebrauch zu machen, die von den Zinnen Tod bringende Gesteinsbrocken durch die Gegend schicken. Das Missionsdesign nutzt dabei die neuen Features des Spiels: Die finsteren Zauberer zum Beispiel setzen Sie in einer hektischen Rangelei um die Entweihung von Grabhügeln ein, während die Uhr unerbittlich tickt, weil Sie Ihr unheilschwangeres Werk vor Morgengrauen zu verrichten haben. In solchen hitzigen Momenten packt der Aufstieg des Hexenkönigs den Spieler wie die Macht des Rings in Peter Jacksons Film.

Wanderung zum Scheideweg

Jede Fraktion verfügt über neue Spe-zialeinheiten. Hier sehen Sie die elbischen Nordor-Kämpfer. Jede Fraktion verfügt über neue Spe-zialeinheiten. Hier sehen Sie die elbischen Nordor-Kämpfer. So gut sich die Kämpfe auch spielen, der Aufbaupart des Hexenkönigs ist durchwachsen. Der Grund ist ebenso simpel wie ärgerlich: Selbst in der höchsten Zoomstufe zwingt jede nur halbwegs große Basis zum ständigen Scrollen und Suchen. Das macht jene Missionen mit längeren Basisaufbau übermäßig träge.

Weil nebenher der bekannte Soundtrack von Howard Shore Mittelerde aufleben lässt, die Landschaft nach wie vor detailliert gestaltet ist und die Animationen spektakulär über den Bildschirm flimmern - etwa, wenn der Sprung des Bergtrolles ganze Einheitenverbünde durch die Luft schleudert -, kommt beinahe Kino-Atmosphäre auf. Gestört wird diese allerdings durch kleinere Schwächen im Spieldesign.

Allen voran die künstliche Intelligenz hat den Verfasser ein ums andere Mal dem Aussehen Gollums um einiges näher gebracht. Da stehen gegnerische Pikeniere trantütig vor der Burg rum wie Sumpfkraut rauchende Halblinge - und lassen sich seelenruhig zusammenschießen. Im Gegenzug sind Mauern nach ihrer Erbauung nicht immer ein Hindernis für die scheinbar von David Copperfield angelernten Soldaten. Immerhin: Die Wegfindung ist gelungen, Verhaltens- und Formationseinstellungen verfeinern die Taktik.

Zumeist ist solch überlegtes Vorgehen aber nicht erforderlich. Besonders ärgert es Hobby-Strategen, etwa in der an sich so gelungenen Verteidigungsschlacht um Carn Dum, wenn nach vielen Versuchen mit verschiedenen Taktiken die Lösung so simpel ist: in den letzten Burgring viele billige Einheiten stellen - fertig. Die grandiose Atmosphäre allerdings sorgt dafür, dass Sie am Ende einer siegreichen Schlacht locker über solche Fehler hinwegsehen.

Bildergalerie

Wertung zu Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Der Aufstieg des Hexenkönigs (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Überzeugende, spannende MissionenNeue Einheiten und Detail-VerbesserungenPackende, nahezu cineastische Atmosphäre
Unübersichtlicher Basis-BauVerpeilte künstliche Intelligenz

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