Indianer überm Ärmelkanal
Tuchfühlung: Als Abfangjäger zwischen den Bombern zu manövrieren, ist nicht ganz einfach.
Windpocken oder Armbruch? Die Frage, was den Grafiker wohl von seiner Arbeit abgehalten hat, drängt sich unweigerlich auf, wenn man nach dem Start von Adlertag[/i] mit den hübsch hässlichen Menüs konfrontiert wird. Unverdrossen startet man einen Schnelleinsatz und kurz darauf den Motor der Spitfire, die einen in den bleihaltigen Himmel über England bringt. Ein Blick aus dem Cockpit bestärkt die Krankheitstheorie: Die Texturen glänzen eher durch unnatürliche Farben als durch Detailreichtum. Erst nach ein paar Minuten tröstet das glaubwürdige Flugverhalten über optische Schwächen hinweg. Viel Zeit zum Genießen bleibt allerdings nicht, denn am Horizont taucht eine Wolke deutscher Bomber auf. Zwanzig, fünfzig, hundert. Vorne stürzen sich auch schon die ersten Hurricanes auf die Angreifer. Heckschützen lassen Leuchtspuren durch den Himmel schneiden, während die wendigen Jäger die Dornier-Bomber mit MG-Garben eindecken. Einer, zwei, vier der großen Stahlvögel spucken Qualm und drehen ab. Da verwandelt sich plötzlich eine Hurricane in einen Feuerball: Der Deutsche Jagdschutz ist durch die Wolken gestoßen, um die Verteidiger von den Bombern abzubringen. Kein anderes Spiel hat je so gigantische Luftschlachten nachgestellt wie Adlertag[/i], das neueste Werk der Simulations-Experten von Rowan Software (Flying Corps[/i]). Kernstück des Ganzen ist eine dynamische Kampagne, in der Sie auf britischer oder deutscher Seite die Einsätze der beiden Luftstreitmächte während der Luftschlacht um England planen. Sobald Sie auf einer 2D-Karte die Angriffsziele ausgewählt oder die Patrouillengebiete zugewiesen haben, läuft das Geschehen im Zeitraffer ab. Auf Wunsch dürfen Sie jederzeit selbst zum Steuerknüppel greifen und Geleitschutz, Abfangmissionen oder Stuka-Attacken fliegen. Mehr Einsatzvarianten stehen leider - szenariobedingt - nicht auf dem Programm.
