Odyssee im Weltraum
DUMM GELAUFEN Der gegnerische Hubschraubereinsatz endet für die Gegner im Fiasko. Dank des multifunktionalen Raketenwerfers haben Sie selbst mit derart starken Feinden keine großen Probleme.
Ach ja, wie einfach ist doch die Welt in 3D-Shootern. Als einsamer Held schlagen Sie sich in einer unbekannten Umgebung mit zahllosen Feinden und Monstern herum, immer mit dem Ziel, den Oberfiesling auszuschalten. Ein simples Prinzip, das gut umgesetzt immer wieder für extrem viel Spielspaß sorgt. Das beweist Rewolf Software mit Gunman Chronicles einmal mehr in eindrucksvoller Manier.
Nach einer vernichtenden Niederlage gegen die schleimig-eklige Alienrasse , den Xenomes, kehrte unser Protagonist, Major Archer, Angehöriger einer Elitetruppe, als einer von wenigen Überlebenden zu Ihrer Raumbasis zurück. Doch die Kämpfe gehen weiter und Sie werden zur Untersuchung eines merkwürdigen Signals auf einen unbekannten Dschungelplaneten geschickt.
Bevor Sie richtig loslegen, absolvieren Sie ein Tutorial, das als Trainingsmission in die Story eingebunden ist. Dabei machen Sie sich mit der Steuerung vertraut, die einfach und präzise ausfällt sowie frei konfigurierbar ist. Neben den diversen Bewegungen Ihrer Spielfigur machen Sie sich auch mit den ersten Waffen sowie deren Feuermodi vertraut und besuchen die Panzerfahrschule.
Auf dem Planeten angekommen stellen Sie fest, dass Sie in einen Hinterhalt gelockt wurden. Von Ihrem Aufklärungsteam ist nach einem knallharten Angriff nichts mehr übrig. Allein bahnen Sie sich Ihren Weg durch alte, Mayabauten ähnelnden Tempelanlagen, die mit tödlichen Fallen gespickt sind " und auch der Rest des Planeten ist Ihnen nicht freundlich gesonnen. Als kampferfahrener Soldat wissen Sie sich jedoch trotz des anfänglich dürftigen Waffenarsenals zu wehren. Für das Ändern der Waffenkonfiguration ist ein Mausrad übrigens sehr vorteilhaft, da Sie damit am schnellsten zwischen verschiedenen Feuermodi umschalten können. Bei dem stattlichen Arsenal von acht Waffen bewiesen die Entwickler Sinn für Innovationen. Neben Klassikern wie Raketenwerfer und Maschinengewehr sind die Strahlenwaffe und die ChemGun nicht nur originell, sondern auch durchschlagskräftig. Während erstere besonders gegen mechanische Gegner Ihre Stärken ausspielt, sind alle organische Lebensformen verständlicherweise sehr empfindlich gegen hoch konzentrierte Säuregeschosse.
Die Story ist für einen Ego-Shooter überdurchschnittlich gut, hält im weiteren Verlauf diverse Überraschungen parat und schafft mächtig Atmosphäre. Auch die weiteren Hauptstärken offenbart der Shooter bereits nach kurzer Spielzeit: Abwechslungsreiches Leveldesign sowie eine gut durchdachte Mixtur aus Ballerei und Knobelei. Zwar bieten die Entwickler in Sachen Rätsel nichts wirklich Innovatives, schöpfen aber die gegebenen Möglichkeiten voll aus.
Was Rewolf aus der altehrwürdigen Grafikengine zaubert, beeindruckte selbst Valve, die Gunman Chronicles bei der erstmaligen Vorführung gar für Technologiestudien von Half-Life 2 hielten. Auch die Panzerfahrt-Einlage wurde von Valve zunächst nicht ernst genommen und als programmiertechnisch nicht möglich abgetan.
Gunman Chronicles ist insgesamt recht anspruchsvoll, bietet aber mit drei Schwierigkeitsgraden auch für Einsteiger grandiosen Spielspaß. Den soll es ebenfalls im Mehrspielermodus geben, der in der vorliegenden Version allerdings noch nicht integriert war. Die Systemanforderungen von Gunman sind aufgrund der betagten Engine sehr moderat, weshalb auch Actionfans ohne High-End-Rechner das Spiel in bester Qualität genießen können.
Georg Valtin
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