Company of Heroes Test

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Test Oliver Haake Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Normandie: Am Morgen des 6. Juni 1944 ist es diesig und kalt. Aber keine Sorge, die Wehrmacht wird Ihnen bald Feuer unterm Hintern machen. PC Games testet Company of Heroes.

Nur wenige Minuten bleiben Ihnen, um Carentan - eine kleine Stadt im Norden Frankreichs - auf den Gegenangriff der Deutschen vorzubereiten. Und Ihre Verteidigungsmittel sind begrenzt: Nur Infanterie und eine Handvoll PAKs, keine Panzer. Die Wehrmacht wirft alles in die Schlacht, was sie hat. Ihre Ziele sind drei strategisch wichtige Brücken in der Stadtmitte. Kaum sind die letzten Minen gelegt und einige Rollen Stacheldraht gezogen, beginnt die Attacke. Sturmgeschütze walzen in Begleitung von Infanterie auf Ihre Stellung zu.

Als die ersten Deutschen die Brücke betreten, eröffnen GIs mit ihren Brownings das Feuer. Da rumpelt ein Sturmgeschütz vor, um die MG-Stellungen auszuschalten. Aber zu früh gefreut: Der gedrungene Tank fährt auf eine Mine - zusätzlich nehmen ihn Bazooka-Schützen aus einem nahe gelegenen Gebäude unter Beschuss. 15 Minuten lang tobt eine wilde Schlacht. Noch hält die Linie!

In ihrer Verzweiflung setzen die Deutschen Artillerie ein und zerstören systematisch einen Häuserblock nach dem anderen. Die US-Soldaten scheinen schon geschlagen und ziehen sich zur nahen Kirche zurück. Da trifft endlich die Kavallerie ein! Teile der 2. US-Panzerdivision drängen mit ihren Shermans die bereits angeschlagenen Deutschen über den Fluss zurück. Geschafft!

Filmreifes Spiel

Company of Heroes im Test (6) Quelle: PC Games Company of Heroes im Test (6) Carentan, Omaha Beach, Cherbourg - die meisten Strategiefans kennen diese Orte bereits besser als ihre Heimatstädte. Allein in den letzten Jahren gab es mehr als ein Dutzend Strategie- und Taktikspiele zum D-Day - der alliierten Invasion in der Normandie. Aber glauben Sie uns: So filmreif, anspruchsvoll und technisch brillant wie Company of Heroes ist keiner der Konkurrenten. Company of Heroes erzählt die frei erfundene Geschichte einer Gruppe Fallschirmjäger und US-Ranger, die am 6. Juni 1944 zur Befreiung Frankreichs antreten.

Wer Band of Brothers gesehen hat, wird an vielen Stellen an Steven Spielbergs und Tom Hanks grandiose TV-Serie erinnert. Statt aber eine Kompanie Fallschirmjäger bis nach Deutschland zu begleiten, kommandieren Sie in Company of Heroes Infanterie und Panzertruppen in der umkämpften Normandie. Extrem dichte Stimmung kommt durch die vielen Zwischensequenzen zustande, die vor, während und nach den Missionen die Storyline vorantreiben.

Diese Cutscenes sind größtenteils mit der erstklassigen Essence-3D-Engine erstellt worden. Zwischen den Missionen flimmern auch Zeichentrickvideos im Illustrationsstil der Dreißiger- und Vierzigerjahre über den Bildschirm, die dem Spiel Dokumentarcharakter verleihen.

Die Mischung aus Hollywood-Epos und Dokumentation ist nicht nur visuell gelungen, dramaturgisch hat Relic Entertainment ebenfalls ganze Arbeit geleistet. Die Protagonisten des Spiels sind Captain MacKay und Sergeant Conti. Die Männer kennen sich bereits seit der Grundausbildung und sie verbindet jenes Band, das in Kriegszeiten aus Kameraden Brüder macht. Die Charaktere erlangen besonders durch die charismatischen Sprecher Glaubwürdigkeit, die zumindest in der getesteten US-Version im Einsatz sind.

Taktisch auf hohem Niveau

Company of Heroes im Test (9) Quelle: PC Games Hardware Company of Heroes im Test (9) Bisher waren die meisten Echtzeit-Strategiespiele nach Schema F gestrickt: Der Spieler baut seine Truppe auf und zieht in von Missionsskripten geprägte Schlachten. Ist für eine Handlung des Spielers kein Skript vorgesehen, reagiert die KI kaum oder gar nicht. Ganze Regimenter lassen sich von einem Scharfschützen erledigen und bei Artilleriebeschuss halten Ziele stoisch ihre Position.

In Company of Heroes ist das anders. Sowohl Gegner als auch eigene Leute besitzen ein hohes Maß an Intelligenz und Überlebenswillen. Geraten Soldaten unter starkes Feuer, suchen sie Deckung und sind nur schwer davon zu überzeugen, weiter vorzurücken. Erleiden Einheiten zu hohe Verluste, flüchten sie. Und nimmt ein Scharfschütze beispielsweise Geschützbesatzungen unter Feuer, verlassen die Soldaten ihre Posten und rufen sogar verbündete Einheiten zu Hilfe, um den Angreifer aufzuspüren.

Aber keine Sorge, generell haben natürlich Sie die Befehlsgewalt. Auch wenn die künstliche Intelligenz ein hohes Maß an Eigeninitiative beweist, tun Soldaten in der Regel das, was Sie von ihnen verlangen. Wundern sollten Sie sich aber nicht, wenn Ihre Männer im Abwehrfeuer eines schweren MGs liegen bleiben.

Im Gegensatz zu Codename: Panzers - Phase Two dürfen Sie in Company of Heroes Basen bauen und während der Schlacht neue Truppen anfordern. Zudem "ernten" Sie in Company of Heroes Ressourcen, indem Sie auf der Spielkarte Sektoren erobern. Klingt nach Warhammer 40.000: Dawn of War? Die Ähnlichkeit ist kein Zufall. Beide Spiele stammen vom selben Entwickler und so hat das bewährte System aus Flaggeneroberung und Einheitenbau auch in Company of Heroes Einzug gehalten - aber in komplexerer Form. Statt nur eines Rohstoffs brauchen angehende Kompaniechefs drei Ressourcen: Arbeitskraft, Munition und Treibstoff.

Jeder der zu erobernden Sektoren bietet eins der drei Materialien, sodass Sie bei einem Angriff nicht nur die Geländemerkmale, sondern auch wirtschaftliche Aspekte bedenken sollten. Erhalten Sie zu wenig Treibstoff, geraten die Panzerlieferungen ins Stocken. Sind nur wenige Sektoren unter Ihrer Kontrolle, dürfen Sie nur eine kleine Truppe aufstellen und erhalten zudem weniger Arbeitskraft, die für die Rekrutierung von Einheiten notwendig ist.

Munition brauchen Sie für Spezialfunktionen- und -attacken wie Luftangriffe oder Artilleriesalven. Zudem verfügt fast jede Kampfeinheit über Sonderfunktionen. Infanterie kann für einige Munitionseinheiten Handgranaten und panzerbrechende Sprengkörper werfen oder den Gegner per Feuerüberlegenheit in Deckung zwingen.

Sie haben das Kommando!

Company of Heroes im Test (10) Quelle: Relic Company of Heroes im Test (10) Mit jedem ausgeschalteten Gegner erhalten Ihre Truppen Erfahrung. Haben sich genügend Erfahrungspunkte angesammelt, bekommen Ihre Männer Veteranenstatus und schießen genauer als grüne Einheiten. Veteranen können Sie sogar in späteren Missionen erneut anwerben, zu einem höheren Preis versteht sich. Aber jeder lernt dazu. Ähnlich dem Echtzeit-Strategiehit Age of Empires 3 sammeln Sie Punkte, die Sie gegen Spezialfähigkeiten und Nachschub eintauschen.

Je nach Missionstyp steht Ihnen eine der folgenden Kategorien zur Verfügung: Infanterie, Fallschirmjäger oder Panzerdivision. Auf diese Weise gewinnt Company of Heroes taktischen Spielraum, da die Spezialfunktionen den Missionsverlauf maßgeblich beeinflussen. Im Gefecht gegen das Panzerass Schultz erhalten Sie zum Beispiel besonders kampfkräftige Tanks wie den M26 Pershing. Für die Luftlandeoperation in der Normandie stehen dagegen Luftangriffe und Fallschirmjäger zur Verfügung.

Zusammen kämpfen

Company of Heroes im Test (11) Quelle: Relic Company of Heroes im Test (11) So brillant der Singleplayer-Modus auch ist, nach etwa 15 Stunden sind die meisten Spieler mit den 15 Missionen der Kampagne durch. Aber nicht verzagen: Neben Skirmish-Partien gegen die künstliche Intelligenz bietet Company of Heroes spannende Multiplayer-Gefechte. Hier dürfen Sie auch auf Seiten der Achsenmächte zur Waffe greifen und den Alliierten zeigen, was ein Tiger-Panzer alles kann. Insgesamt 15 Karten sind enthalten, die Platz für zwei bis acht Spieler bieten.

Fehlen Mitstreiter, besetzen Sie die offenen Posten mit KI-Kommandanten. Auf höchster Spielstufe heizen Ihnen die Computergegner gehörig ein! Bedauerlich ist nur, dass es lediglich zwei Parteien gibt. In Mehrspielerpartien suchen Sie jedoch auf beiden Seiten zwischen drei Kommandoarten aus. Die Alliierten wählen - wie gehabt - zwischen Infanterie-, Fallschirmjäger- und Panzerkompanie. Auf deutscher Seite entscheiden Sie sich für die Festungs-, Blitzkrieg- oder Terrordoktrin.

So lassen sich beide Fraktionen auf drei sehr unterschiedliche Weisen spielen. Spielmodi gibt es dagegen nur zwei: Auslöschung und Siegpunkte. Während Sie bei der ersten Variante alle Gegner komplett ausradieren müssen, kämpfen Sie bei Variante Nummer zwei um Flaggen. Halten Sie mehr Flaggen als die Gegenpartei, sinkt deren Punktestand. Ist das feindliche Punktekonto leer, haben Sie gewonnen.

Bildergalerie

Wertung zu Company of Heroes (PC)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Spannende und glaubwürdige StoryGrandiose Grafik und toller SoundTaktisch fordernd und actionreich zugleichAbwechslungsreiches Missionsdesign
Zu kurz! Nur eine Kampagne mit 15 Missionen
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