Sprung in der Schüssel
GRANATENSLALOM Eine typische Situation - die grünen Murmeln müssen Sie aufsammeln; gleichzeitig sollten Sie die herabrollenden Handgranaten meiden. Sonst gibt's Wurmpüree.
Kommen Jump&Runs wieder in Mode? Es scheint fast so - nachdem Ubi Soft mit Rayman und Tonic Trouble gleich zwei Mal gut vorgelegt hat, schickt Interplay jetzt nach mehreren Verzögerungen endlich den alten Kämpfer Earthworm Jim ins Rennen.
Vor vier Jahren erblickte er zum ersten Mal das Licht der Spielewelt: Der Regenwurm Jim, der sich gelegentlich auch in einen Superhelden verwandelte und eine Vorliebe für das Werfen von Kühen hatte, entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einer Art Kultfigur. Für damalige Verhältnisse war das zweidimensionale Hüpf-Abenteuer nicht nur geradezu berauschend schnell, sondern auch durch eine Vielzahl abgedrehter Ideen konkurrenzlos abwechslungsreich. Nun kehrt Jim zurück - allerdings leicht lädiert. Bei seinen letzten akrobatischen Wurfübungen ist ihm versehentlich eine Kuh auf den Kopf gefallen. Seitdem liegt das arme Wuselwesen ohnmÄchtig im Bett. Um wieder zu sich zu kommen, erforscht Jim in seiner Bewusstlosigkeit nun den eigenen Geist. 30 Levels, aufgeteilt auf die vier Hauptbereiche seines Gehirns, muss Jim erforschen. Dabei rennt und hüpft er in erster Linie seinen Gegnern davon; besonders hartnäckige Feinde kann er allerdings auch mit einer Laserpistole attackieren oder durch einen kräftigen Schlag mit seinem peitschenartigen Kopf vertreiben. Zwischenzeitlich muss er noch Kuheuter und Murmeln aufsammeln, die Punkte bringen und den Eintritt in andere Spielabschnitte ermöglichen. In den frei begehbaren 3D-Räumen begegnet er so abstrusen und albernen Gestalten wie der schon aus den Vorgängern bekannte Psycho-Krähe, bewaffneten Kühen und Disco-Zombies. Die Grafik ist knallbunt, kann dem Vergleich mit Spielen wie Tonic Trouble aber nicht im Entferntesten standhalten - zumal die so genannte dynamische Kamera sich oftmals dermaßen katastrophal verhält, dass man in jedem Level mindestens einmal hoffnungslos die übersicht verliert. Auch die musikalische Untermalung überzeugt nicht gerade durch Stilsicherheit: Geboten wird unter anderem nervtötender Countrysound und gewöhnlicher Hardrock der 80er-Jahre.
