Wächter der Nacht

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Die Designer bei Nival können gute Taktik-Spiele entwickeln. Diesmal haben sie offenbar eine Auszeit genommen.

An einer Bushaltestelle geraten Tag- und Nachtwache aneinander: Unser Magier schleudert einen Feuerball in die Menge. An einer Bushaltestelle geraten Tag- und Nachtwache aneinander: Unser Magier schleudert einen Feuerball in die Menge. Manche Witze sind witzig, weil sie nicht witzig sind. So wie dieser, etwa zehn Stunden nach Spielbeginn. Obernazi: "Die Kugel hat endlich genug Energie, um Siegfried zu beschwören!" Held: "Freud?" Solche Dialoge haben die Qualitätssicherung bei Nival durchlaufen, das spricht Bände. Der Rest ist Storywirrwarr, der Gehirnwindungen verstopft: Von lichten Anderen ist die Rede, von dunklen Anderen, von seltsamen Spiegeln, Artefakten und Waffenstillständen. Die Figuren reden, reden und reden, aber man versteht nur bla, bla und bla. Irgendwann sagt die Hauptfigur, sichtlich erleuchtet: "Jetzt macht das Sinn!" Und man selber weiß nicht, was tun: lachen oder weinen?

Kämpfe auf Rundenbasis

Wächter der Nacht Wenn sich Wächter der Nacht nicht im Story-Dreck suhlt, gibt es ein passables Taktik-Spiel ab, dem die Mechanik von Silent Storm zugrunde liegt: Rundenbasierte Kämpfe in drehbarer 3D-Grafik.
Die Spielfiguren heißen Formwandler, Hexer oder Magier, und ihr Ungleichgewicht ist bestechend. Zauberkundige richten Schaden an, indem sie Lichtsäulen beschwören, Feuerbälle oder Messer werfen.

Formwandler hingegen, in der Beschreibung als großartige Krieger gerühmt, entpuppen sich als Spielball der Feinde: Die Aktionspunkte reichen gerade aus, um an den Gegner heranzukommen, da spricht dieser einen Telekinese-Zauber und wirft einen wieder zurück. Man könnte auf Distanzwaffen wie Pistolen oder magische Taschenlampen ausweichen, aber dann bleiben viele der Fähigkeiten unbenutzt.

Sucht trotz Designfehler

Wächter der Nacht Wächter der Nacht ist das Spiel zum Film. Als solches darf das Zwielicht nicht fehlen: Eine Art Paralleluniversum, in das die lichten und dunklen Anderen eintreten können. Die Idee ist gut, die Umsetzung nicht. Beinah jeder Gegner, der Ihnen im Verlauf des Spiels begegnet, verschwindet sofort im Zwielicht, Sie haben keine Wahl, außer die Verfolgung aufzunehmen. Drinnen ist es ungemütlich: Pro Runde verlieren die Helden Mana oder Leben, man muss ein ständiges Auge auf Werte haben. Das kann man ertragen.

Ziemlich bescheuert aber ist, was sich die Entwickler als Grafikstil ausgedacht haben: Ein weiß-blaues Lichtermeer, dessen Konturen bei Bewegung verschwimmen. Das sieht schön aus - für etwa zehn Sekunden, dann wünscht man sich Übersichtlichkeit zurück.

Wächter der Nacht leistet sich mehr Fehler, als man von Nival gewohnt ist. Eine Sache aber beherrscht es: Stufenanstiege und besser werdende Fähigkeiten machen das Aufhören schwer.

Bildergalerie: Wächter der Nacht
Bild 1-3
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Wertung zu Wächter der Nacht (PC)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Ordentliches FähigkeitensystemRundenkämpfe der alten Schule
Lächerlich schlechte DialogeUnerhört hardwarehungrige GrafikÄrgerliche Detailfehler im Spielablauf

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