Die Schlacht um Mittelerde 2 - Mehrspieler-Test
Multiplayer-Mittelerde rüstet auf: Sechs Völker, 46 Spielkarten, dutzende Einheitentypen und bis zu 1.000 Truppen!
Da Armeen bis zu 1.000 Einheiten umfassen, kommt bei größeren Begegnungen schnell Film-Feeling auf.
Träge fließt der silberne Strom Anduin durch Mittelerde, als plötzlich die schwer gepanzerten Männer Gondors die trügerische Stille durchbrechen. Auf der anderen Seite der Furt gehen hässliche Orks unter lautem Gekreisch in Stellung, in ihren Reihen dutzende Bogenschützen. Pfeile zischen bereits durch die Luft und lichten die Reihen, als der Boden erzittert.
Der Feldherr Gondors hat weiter südlich Reiterei über den Anduin geführt und greift nun die orkischen Bogenschützer von hinten an. Dies ist das Angriffssignal! Unterstützt von einem mächtigen Zauberer stürmen die Menschen über den Fluss und erschlagen die Diener Mordors. Victory!
Wie im Film
Magier sind anderen Helden deutlich überlegen.
Auch wenn Die Schlacht um Mittelerde 2 nicht mehr viel mit der Buch- und Filmvorlage zu tun hat, kommt doch sehr schnell Der Herr der Ringe-Stimmung auf: Bis zu 1.000 Fantasy-Einheiten darf der Spieler nämlich nun ins Feld führen! Im ersten Teil waren es noch maximal 350 (Menschen und Elfen) beziehungsweise 750 (Mordor und Isengart).
Dazu haben die Entwickler Formationen und einen wesentlich freieren Siedlungsbau eingeführt, was Mehrspielerpartien zugute kommt. Es lohnt sich zwar nicht, im großen Stil teure Wälle, Türme und Verteidigungsanlagen zu bauen, da die im Verhältnis zu den Kosten viel zu wenig einstecken. Dafür haben Sie bei der Positionierung von Produktionsanlagen, Minen und Bauernhöfen gänzlich freie Hand.
So ist es für den Gegner wesentlich schwerer, Ihre Siedlung zu finden und auszuschalten. Die Formationen sind im Mehrspielermodus ebenfalls eine nützliche Stütze, allerdings sind sie nicht spielentscheidend. Mithilfe der Formationen sortieren Sie Ihre Truppen vor größeren Angriffen. Kommt es dann jedoch zum Feindkontakt, zerfallen die Formationen in ein heilloses Durcheinander.
Völker und Helden
Da Sie nun überall Gebäude aufstellen dürfen, sind interessante Strategien wie Tower-Taktiken oder vorgeschobene Kasernen möglich.
Insgesamt sechs Völker bietet Die Schlacht um Mittelerde 2 im Mehrspielermodus: Menschen, Elfen und Zwerge auf der guten, Mordor, Isengart und Goblins auf der bösen Seite. Die Balance ist aber noch weit von der Perfektion entfernt. Die Zwerge sind zum Beispiel den anderen Völkern unterlegen, da ihre Kampfwagen im Vergleich zu den Reitern der Gegner zu schwach sind.
Außerdem erreichen ihre Lanzenträger (Abwehreinheit gegen Reiterei) nur die Geschwindigkeit von fußkranken Schildkröten. Nicht genug der Nachteile - auch die Spezialkräfte, über die jedes Volk verfügt, sind bei den Zwergen ziemlich erbärmlich. Während die Goblins den mächtigen Balrog und einen Drachen beschwören können, stehen den Winzlingen nur ein mittelstarkes Erdbeben sowie eine weitere Festung zur Verfügung.
Die bringt wiederum wenig, da Gebäude eben zu leicht zerstörbar sind. Es gibt noch eine Zahl weiterer Ungereimtheiten, etwa das Kräfteverhältnis zwischen mächtigen Mountain und Attack Trolls zu den behäbigen Belagerungswaffen der Zwerge und Menschen.
