Rainbow Six: Lockdown

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Teil vier bricht mit vielen Traditionen der Serie und überrascht nicht nur deshalb Taktik-Experten.

Ein befreundeter Hubschrauber taucht auf und nimmt mit dem MG Gegner aufs Korn. Ein befreundeter Hubschrauber taucht auf und nimmt mit dem MG Gegner aufs Korn. Seit 1998 lehrt die internationale Spezialeinheit Team Rainbow Verbrechern am heimischen PC das Fürchten. Diesmal bekommen es die Anti-Terror-Experten um Ding Chavez und Louis Loiselle mit einem heimtückischen Virus zu tun, mit dem Bio-Terroristen die Welt verseuchen wollen. Ein Routineauftrag für Rainbow Six-Veteranen? Mitnichten! Denn Red Storm Entertainment hat das bewährte Spielprinzip der Vorgänger nahezu komplett über Bord geworfen und stattdessen einen einsteigerfreundlichen Ego-Shooter mit Taktik-Elementen gestrickt.

Zunächst einmal ziehen Fans der Serie lange Gesichter: Das Markenzeichen von Rainbow Six schlechthin, die umfangreiche Planungsphase, fiel dem Rotstift zum Opfer. Auch wenn man dabei früher die unterschiedlichsten Taktiken ausprobieren konnte, ein echter Grund zur Trauer ist dieser Verlust für uns aber nicht. Denn die Bedienung dieses komplexen Tools war immer mit einem enormen Zeitaufwand verbunden. Ganz beim Alten geblieben ist das öde Missionsbriefing in Form einer Dia-Show.

Story-Elemente bleiben dabei wieder gänzlich auf der Strecke und man stellt sich die Frage, warum Red Storm die aufwändig gerenderten Zwischensequenzen der Konsolenfassungen beim PC unter den Tisch fallen ließ. Mit denen würden die 16 Missionen nicht völlig zusammenhanglos aufeinander folgen und die Charaktere blieben nicht gänzlich blass. Im Moment scheint es unmöglich, seine aalglatten Mitstreiter lieb zu gewinnen.

Kein starkes Team

Bei strömendem Regen kämpfen Sie im Hof eines mittelalterlichen Schlosses. Bei strömendem Regen kämpfen Sie im Hof eines mittelalterlichen Schlosses. Zogen Sie in Raven Shield noch mit bis zu drei Feuerteams in die Schlacht, ist Ihnen in Lockdown lediglich ein Dreiertrupp unterstellt, den Sie aus der Ego-Perspektive durch die Levels scheuchen. Im Gegensatz zu früher nimmt immer nur die ganze Gruppe Befehle entgegen. Das heißt, Sie können nicht mal eben den Franzosen Louis Loiselle an die nächste Hausecke schicken, sondern es rückt das gesamte Team vor.

Was Vor- und Nachteile mit sich bringt: Auf der einen Seite ist das manchmal nervige Mikromanagement ad acta gelegt, auf der anderen sind die taktischen Möglichkeiten arg eingeschränkt. Das Stürmen eines Raumes von mehreren Seiten etwa fällt flach. Erfreulich simpel gehen die Kommandos von der Hand. À la Brothers in Arms setzen Sie mit einem Tastendruck Wegmarkierungen; visieren Sie hingegen eine Tür an, erscheint ein übersichtliches Pop-up-Menü, aus dem Sie mit der Maus genretypische Manöver wie "Blenden und Sichern" oder "Schloss knacken" wählen.

Ärgerlich: Ihre Kollegen gehen dabei in etwa so dynamisch zu Werke wie die aussterbende Spezies der Postschalterbeamten beim Briefmarkenstempeln. Statt die von einer Blendgranate verwirrten Gegner zu überrumpeln, schleichen die Typen so langsam durch die Tür, dass das Überraschungsmoment längst futsch ist. Generell ist auf die Damen und Herren in den schicken Tarnklamotten weniger Verlass als auf einen italienischen Sportwagen  der mangelhaften KI sei "Dank".

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