Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia
Wie einst Der Herr der Ringe versucht sich Narnia als arcadelastiges Action-Spektakel.
Der Kampf gegen einen Riesen beschäftigt Sie lange. Um ihn zu besiegen, müssen die Kinder zusammenarbeiten.
Nachdem Der Herr der Ringe seinen Weg in Kino und Computerspiel gefunden hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich jemand an Die Chroniken von Narnia heranmacht. Ob Autor Clive Staples Lewis (1898-1963) das Computerspiel zum Film letztendlich abgesegnet hätte, lässt sich nicht mehr feststellen - immerhin entpuppt es sich als Arcade-Schnetzelei, in der wenig Zeit zum Schwelgen in ausufernden Hintergrundgeschichten bleibt.
Die Buchreihe über das Fantasieland Narnia umfasst sieben Bände, Film und Spiel widmen sich dem zweiten Teil: Der König von Narnia. Er erzählt die Geschichte der vier Geschwister Pevensie, wie sie während des Zweiten Weltkriegs aufs Land geschickt werden und wie Lucy, jüngstes Pevensie-Kind, ein Portal ins magische Narnia entdeckt. Dort regiert eine Hexe, die das Land in einem unnatürlichen Winter gefangen hält.
Im Laufe der mit biblischen Motiven gespickten Handlung sind es die Geschwister Pevensie, die Narnia aus dem Würgegriff befreien und die Hexe besiegen. Das ist guter Lesestoff für Kinder, doch im Spiel bleibt das Literarische unter der Action begraben: Gleich in der ersten Spielminute geht ein wildes, ganz und gar nicht pädagogisch wertvolles Geprügel los, als hätten die vier Helden einen Wutanfall von beängstigenden Proportionen.
Die Chroniken von Narnia spielt sich genau so wie EAs Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs. In linearen Levels steuert man einen der vier Pevensie-Sprösslinge - idealerweise per Gamepad - durch die Filmhandlung und schlägt Massen an Wölfen, Minotauren und Monstern nieder. Teamwork verleiht den sonst simplen Gefechten einen Hauch von Abwechslung: So können sich Edmund und Peter zusammentun und in einer Kombo-Attacke herumwirbeln.
Hin und wieder braucht es den oder die richtige Pevensie, damit es vorangeht. Die kleine Lucy etwa passt durch enge Passagen, während der agile Edmund wie ein Affe auf Bäume und Masten klettert. Einen Spaßschub bringt der kooperative Modus: Zwei Spieler agieren gleichzeitig auf einem Bildschirm und können sich gegenseitig aushelfen - vor allem Bosskämpfe sind so einfacher.
Technisch ist alles im grünen Bereich: Zwischen den Levels spinnen Filmsequenzen die Handlung fort; nahtlos beginnt dann die Action im Anschluss ans Gezeigte. Die Texturen sind okay, so lange man ein Auge zudrückt: Bei näherer Betrachtung wird aber deutlich, dass Narnia ursprünglich Konsolenlandschaft war. Ausnahmslos schön dagegen die Animationen: Wenn sich in der finalen Schlacht ein Riese ins Gefecht wuchtet, muss man staunen.
