Starship Troopers
Spiele, die auf Filmlizenzen basieren, müssen nicht schlecht sein. Aktuelles Beispiel: Starship Troopers. Grundsolide Action und jede Menge Bugs warten.
In dunkleren Abschniten sorgt die Taschenlampe für Erleuchtung. Die Lichteffekte sind wirklich solide.
Hallo! 4, 3, 2, 1, scharf!", erklärt uns unsere Handgranate mit fiepsiger Stimme. Der Sprengkörper enthält ein Display, auf dem ein kleines Smiley-Gesicht angezeigt ist. Wir schleudern das Ding in eine Horde Bugs und sehen zu, wie es die Killer-Insekten in ihre Einzelteile zerlegt. Wenn das nicht abgefahren ist! Doch der kleine Freund und Helfer ist so ziemlich das einzig Außergewöhnliche an Starship Troopers.
Ansonsten erwartet Sie in der Filmumsetzung solide Standard-Shooter-Kost mit nur gelegentlichen Höhepunkten. 1997 erblickte Paul Verhoevens blutiges Effektfeuerwerk das Licht der Kinowelt. 2001 lieferte Atari dann ein Echtzeitstrategiespiel, das auf dem Starship Troopers-Universum basierte. Warum es allerdings bis heute dauerte, bis ein Spielehersteller einen waschechten Bug-Shooter auf die Reihe bekam, wundert viele.
Schließlich sind die gigantischen Schlachten gegen Arachniden-Scharen doch geradezu prädestiniert für Spaß und Spiel am PC. Wie dem auch sei, das Warten hat ein Ende, der Ego-Shooter ist jetzt da und kommt sogar mit zahlreichen Videosequenzen aus dem Film daher. Allein und häufig auch im Team ballern Sie sich durch zwölf Bug-verseuchte Innen- und Außen-Levels.
Das Arsenal enthält mehrere Feuerwaffen aus der Morita-Reihe, die es in verschiedenen Ausführungen gibt. Etwa mit integriertem Granatwerfer oder als Sniper-Gewehr. Zusätzlich noch die obligatorischen Schrotflinten, Railguns, Raketenwerfer und Granaten, die bei den Truppen ebenfalls zum guten Ton gehören.
Dauerfeuer und durch
Omaha Beach mal anders. Hin und wieder dürfen Sie stationäre Geschütze bedienen.
Der Spielablauf ist extrem linear und erfordert nichts außer schnellen Reflexen. Sie werden laufend mit Funkbefehlen bombardiert, Ihr aktuelles Einsatzziel ist als Punkt auf dem praktischen On-Screen-Radar markiert. Diese Aufgaben beschränken sich meist darauf, zu irgendeinem Punkt zu rennen, etwas einzusammeln, jemanden zu beschützen oder mittels Aktionstaste Schalter oder Geräte zu aktivieren.
Rätsel oder taktisch anspruchsvolle Einlagen dürfen Sie von Starship Troopers nicht erwarten. Damit die Dauerfeuer-Action nicht zu eintönig wird, erwarten Sie jede Menge geskriptete Ereignisse; etwa wenn Sie den aus dem Film bekannten Vorposten 29 von Bug-Hundertschaften säubern, damit der Truppentransporter landen kann und plötzlich ein riesiger Bossgegner die Evakuierung "verhindern" möchte. Solche Überraschungen sind das Salz in der Suppe.
Solides Gemetzel
Wie im Film greifen die Arachniden in Horden an, und stellenweise sorgt die Zahl der angezeigten Gegner für regelrechtes Staunen. Bis zu 300 Bugs gleichzeitig können den Schirm laut Entwicklerstudio bevölkern. Diese Masse von bewegten Objekten ist jedoch durch eine gewisse Detailarmut erkauft. Vor allem aus der Nähe betrachtet, sehen Freund, Feind und Spielumgebung vergleichsweise unspektakulär aus. Nette Effekte und das hohe Spieltempo kaschieren diese Mängel ein wenig.
Die Schlachtfelder selbst machen auch spielerisch nicht so viel her, sind sie in puncto Leveldesign doch relativ anspruchslos. Jeder Aspekt von Starship Troopers zielt eben auf den Abzugsfinger des Spielers ab. Die augenzwinkernde Ironie, die viel zum Charme des Film-Vorbildes beitrug, fehlt im Spiel völlig. Verbunden mit der schlechten deutschen Synchronisation wirkt Starship Troopers deshalb zumindest stellenweise unfreiwillig komisch. Glücklicherweise lässt sich das Spiel auch in der Originalsprache installieren.
Storytechnisch ist das Ganze fünf Jahre nach Verhoevens Plot angesiedelt, weshalb Sie außer in den Filmsequenzen auch keinen der Originalcharaktere zu Gesicht bekommen. Für die etwas dünne Geschichte des Spiels sind die Videoschnipsel übrigens absolut nicht von Bedeutung und dienen lediglich als nette Dreingabe.
Der Mehrspieler-Modus indes bietet drei Spielarten: Deathmatch, Team-Deathmatch und Kooperativ. Gespielt wird lediglich auf der Seite der Menschen. Die Möglichkeit, in den Panzer eines Bug zu schlüpfen, hätte diesen Part enorm aufgewertet. In der jetzigen Form empfiehlt sich als echte Singleplayer-Alternative nur der Kooperativ-Modus, in dem maximal acht Spieler gegen KI-Käfer antreten.
