Knights of the Temple 2
Kreuzritter Paul de Raque hat sich entwickelt: Jetzt darf er nicht nur metzeln, sondern auch herumreisen, mit Leuten sprechen und richtige Aufträge erfüllen.
Die Sonne brennt. Immer wieder schlagen im Hafen glühende Katapultgeschosse ein. Feuer prasselt, Säbel klirren. Wilde Sarazenenkrieger stürmen johlend auf die Stadtmauer von Ylgar zu. Virtuelles Blut spritzt. Ein Ritter pflügt mit seinem Schwert durch die Belagerer. "Tötet ihn!", brüllen diese. Doch der Mann lässt sich nicht stoppen. Blitzschnell hangelt er an einem Seil von einem Schiff zum nächsten, um zum Haupttor zu gelangen. Dort erklimmt er den Rammbock, um ihn zu zerstören. Willkommen bei Knights of the Temple 2!
Mehr als nur "Hau drauf!"
Wie beim Vorgängerspiel Infernal Crusade schlüpfen Sie in die Rolle des Kreuzritters Paul de Raque und murksen aus der Verfolgerperspektive mit Schwertern, Äxten, Streitkolben und Armbrüsten hunderte von Gegnern ab - zur Wahl stehen drei Schwierigkeitsgrade. Diesmal warten aber mehr als nur hervorragend animierte Kämpfe und tumbes Schalterdrücken sowie Schlüsselsuchen.
Um drei Artefakte zu finden, mit denen de Raque letztendlich einen mächtigen Höllendämon und seine Schergen zurückschlagen will, darf er diesmal wie in einem Rollenspiel zahlreiche Gespräche mit Nichtspielercharakteren führen und Aufträge annehmen. Die Dialoge sind etwas steif in Szene gesetzt, weil die angeblich Sprechenden nicht die Lippen bewegen, stattdessen teils albern gestikulieren.
Immerhin dürfen Sie zeitweise aus mehreren Gesprächsansätzen wählen, was auch Auswirkungen auf das Spiel haben kann. Es gilt unter anderem, Medizin für ein krankes Mädchen zu organisieren, als Geldeintreiber tätig zu werden, eine Horde Ghouls zu töten oder ein Leuchtturmfeuer zu entzünden. Ob Sie das Spiel in der römischen Stadt Sirmium, auf der Pirateninsel Ylgar oder in der arabischen Metropole Yusra starten, bleibt Ihnen überlassen.
Auch in der Folgezeit dürfen Sie per Schiff hin- und herreisen, wie es Ihnen beliebt. Das gilt für weitere Schauplätze ebenso. Unter anderem durchkämmen Sie eine fast schon idyllische Dschungelinsel, ein trübes Sumpfgebiet oder einen dunkel-düsteren Schiffsfriedhof. Nett sind ferner einige Klettereinlagen des enorm sportiven Ritters. Für weitere Abwechslung sorgen Minimissionen. So verdienen Sie sich als Gladiator Geld dazu oder nehmen an einem Trinkspiel teil. Hier schießt Ihr Held mit der Armbrust und immer unruhigerer Hand auf einen Apfel, der auf dem Kopf einer jungen hübschen Dame platziert ist.
Gut und böse
Gut, dass Skelette kein Gehirn haben. Die hier lassen sich einfach abknallen, suchen keine Deckung.
Letztlich folgen Sie natürlich dem Hauptstrang der Hintergrundgeschichte, die allerdings unterschiedlich enden kann. Je nachdem, ob Sie bestimmte Aufträge eher mildtätig oder bösartig gelöst haben, vergibt das Programm weiße und schwarze Schicksalspunkte. Apropos Punkte: Selbstverständlich sammelt Ihr Recke auch in Teil 2 Erfahrungspunkte, die er investiert, um immer mächtiger zu werden.
