In 80 Tagen um die Welt
Das Abenteuer führt tatsächlich rund um den Globus. Doch hätte auch Jules Verne seine Freude daran gehabt?
In den Katakomben von Kairo sperren Sie einige Gangster ein. Mit solchen Rädern lassen Sie die Fallgitter herab.
Im Jahr 1899, also zu einer Zeit, in der an Lufthansa oder ICE noch niemand denken konnte, soll der hitzköpfige junge Oliver für seinen Onkel die Welt bereisen, um ihm vier wichtige Dokumente zu beschaffen. Eine fast unlösbare Aufgabe! Sachkundige Leser bemerken: Das Computerspiel In 80 Tagen um die Welt lehnt sich zwar an die berühmte Buchvorlage von Jules Verne an, ist zeitlich jedoch gute 20 Jahre später angesiedelt.
Sie steuern Oliver in gängiger Tomb Raider-Manier, also aus der Third-Person-Perspektive. Per Mausrad blättert man in seinem Inventar, mit den Pfeiltasten gibt man die Richtung vor. Keine Sorge, Action-Sequenzen gibt es keine. Gleich zu Beginn steigt man am Hafen von Kairo in ein kleines Boot und damit in das erste von mehreren Transportmitteln.
In jeder größeren Stadt, darunter Bombay und San Francisco, können Sie wahlweise gemütlich auf Kamelen reiten oder in kleinen Flitzern über die Straßen düsen. Zudem stehen auch - frei von Logik und Fahrphysik - bizarre Einräder und fliegende Teppiche parat. Die Städte sind groß und mit einigen NPCs bestückt, wirken jedoch ziemlich leblos. Ordentlich synchronisierte Gespräche laufen automatisch ab und auch sonstige Interaktion ist kaum möglich.
Der Name verrät es: Sie haben genau 80 Tage Zeit, um die Reise zu erledigen. Ein Tag entspricht etwa 30 Spielminuten und wird mit echtzeitberechneten Tag- und Nachtwechseln illustriert. Oliver ist jedoch auch nur ein Mensch und muss von Zeit zu Zeit schlafen und essen. Eine nette Idee, jedoch eher lästig umgesetzt: Wenn ihm gerade in einer Grabkammer die Puste ausgeht, kündigt er gähnend "Ich bin müde" an, kippt um und verliert kostbare Stunden.
Deshalb soll man das Zeit-Feature auch auf Wunsch ausschalten können. In der uns vorliegenden Testversion war das jedoch nicht möglich. Blöd: Die Musik ist ungeheuer laut und dudelt in den unpassendsten Momenten los. Wirklich übel ist jedoch die Steuerung: Mehr als einmal wird das Schleichen, Rennen und insbesondere das Springen auf Grund der miserablen Kollisionsabfrage zur echten Tortur.
