Jagged Alliance 2: Wildfire
Sechs Jahre nach Jagged Alliance 2 steht mit Wildfire ein Nachfolger in den Läden, der eigentlich gar keiner ist. Vielmehr handelt es sich um eine Erweiterung des betagten Urspiels mit neuen Missionen, frischen Söldnern und einem überarbeiteten Waffen-Arsenal. Die triste 2D-Spielwelt präsentiert sich jetzt zwar in einer Auflösung von 1.024x768 Bildpunkten, sieht im Vergleich zum ähnlichen Silent Storm aber erschreckend detailarm und pixelig aus. Da es immer noch nicht möglich ist, die Karte zu drehen oder ins Geschehen reinzuzoomen, sorgt die höhere Auflösung eher für weniger als für mehr Übersicht.
Bewährtes Spielprinzip
Am unverwüstlichen Spielkonzept des rundenbasierten Taktik-Klassikers wurde nicht geschraubt: Aus einem Kontingent von 72 Söldnern mit Ecken, Kanten, Macken, Talenten und weiteren Eigenschaften stellen Sie schlagkräftige Zehnertrupps zusammen, um in dem aus Jagged Alliance 2 bekannten Arulco das Treiben eines skrupellosen Drogenkartells zu beenden. Über die mit 230 neuen und überarbeiteten Sektoren ausgestatte Spielwelt können Sie sich frei bewegen. Freilich weiß man vor dem Betreten eines Sektors nie, was einen erwartet. Trifft man auf Milizen, schaltet Wildfire in den Action-Modus, in dem jede Spielfigur pro Runde nur ein bestimmtes Kontingent an Aktionspunkten besitzt.
Anspruchsvolle Gefechte
Quelle: PC Games
Die Spielkarten sind dichter bebaut als zuvor und wirken dadurch viel lebendiger was allerdings auch an den zahlenmäßig stets überlegenen Gegnern liegt. Selbst im einfachsten, angeblich für Taktik-Grünschnäbel gedachten Schwierigkeitsgrad geht es gleich richtig rund. Und an der höchsten Spielstufe dürfte sich selbst so mancher Profi die Zähne ausbeißen. Daran ist die beindruckende KI schuld: Feindliche Einheiten verstecken sich geschickt und greifen oft aus dem Hinterhalt oder in Gruppen an. Deswegen ist bereits bei der Team-Zusammenstellung reichlich Gehirnschmalz gefragt, um eine finanzierbare Mischung aus technisch versierten, medizinisch ausgebildeten und natürlich kampferprobten Guerillakämpfern zu formen, die im Einsatz auch Türschlösser knacken oder unbemerkt Alarmanlagen ausschalten können. Wer bereits den Vorgänger liebte, wird begeistert sein - alle anderen schrecken der sehr hohe Schwierigkeitsgrad sowie die krümelige Optik ab.
