Vampire: The Masquerade: Bloodlines

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Vampire: The Masquerade: Bloodlines Wenn sich die Nacht wie ein finsterer Schleier über die Erde senkt, verändern die Menschenstädte ihr Antlitz: Düstere Kreaturen kriechen aus Abwasserkanälen hervor; kaum sichtbar huschen unheimliche Schatten durch die Dunkelheit; einsame Spaziergänger verschwinden im Nichts. Verabschieden Sie sich vom Sonnenlicht: Vampire: Bloodlines verwandelt Sie für circa 60 Spielstunden in einen nachtaktiven Blutsauger. Freuen Sie sich auf eines der besten Rollenspiele 2004!

Überleben lernen

"Ich habe entschieden, dieses Kind leben zu lassen", so schließt Vampirprinz LaCroix, Herrscher über den Bereich Los Angeles, eine geheime Gerichtsverhandlung. Der in Spielgrafik gehaltene Vorspann zeigt, wie ein älterer Vampir, der unseren Protagonisten ohne Erlaubnis des Prinzen transformiert hat, zur Strafe exekutiert wird. Allein durch eine glückliche Fügung lässt LaCroix unseren Helden am Leben - das Spiel beginnt. Zu Anfang tappen Sie buchstäblich im Dunkeln: Dass in Los Angeles ein blutiger Krieg zwischen vier Vampirfraktionen wütet und Sie unvermittelt zum Spielball der Mächtigen werden, erfahren Sie erst in späteren Gesprächen mit anderen Vampiren und Menschen. Ihren ersten Auftrag erhalten Sie, sofern Sie sich für das ausführliche Tutorial entscheiden, direkt nach dem Intro vom kumpelhaften Altvampir Jack, der mit seiner graubraunen Mähne und seinem wettergegerbten Gesicht aussieht, als wäre er Vorsitzender eines Harley-Davidson-Klubs. Die halbe Stunde für das Tutorial sollten auch Rollenspiel-Experten unbedingt investieren: In der brillant arrangierten und informativen Einführungsquest lernen Sie in der Praxis, wie man kämpft, schleicht, Schlösser knackt, Computer hackt und Blut von Menschen abzapft, ohne gesehen zu werden. Einziger Wermutstropfen beim Einstieg: Die wertvollen Erfahrungspunkte dieses Abschnitts erhält auch beim zweiten oder dritten Durchspielen von Blood-lines nur, wer die komplette Einführung durchexerziert.

Feuchte Hände für Vampire

Vampire: The Masquerade: Bloodlines Besonders stark: Ähnlich wie in Gothic 2 nimmt einen die detailreich gestaltete Spielewelt so gefangen, dass man alles um sich herum vergisst. In dunklen Gassen zwischen den Parkhäusern, Hotels und Wolkenkratzern von Downtown treiben sich Schlägerbanden herum, die Zivilisten überfallen; im Rotlichtbezirk von Hollywood reihen sich die Schaufenster mit schlüpfrigen Inhalten; in Chinatown bieten alte Wahrsager ihre zweifelhaften Prophezeiungen feil. Eine beispielhafte Szene mit Gänsehaut-Garantie: In einem verfallenen Krankenhaus stürmt Ihnen ein panischer Filmemacher entgegen - ein unvorstellbares Monster habe sein Team in den Keller gelockt ... schmerzvoll verzerrt dringt ein Schrei von der Treppe herüber. Auf einem Monitor ist gerade noch zu sehen, wie eine zappelnde Frau nach unten gezerrt wird, und eine verwischte Blutspur weist den Weg bis ins tiefste Gewölbe. Durch die engen Gänge des Krankenhauses zu staksen, im Bewusstsein, dass hinter jedem Winkel und jeder Tür ein schreckliches Ungeheuer hervorpreschen könnte, führt sogar bei hartgesottenen Spieleprofis zu feuchten Händen.

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