Conflict: Vietnam
Der Irakkrieg hat als Schauplatz für die Conflict-Serie endgültig ausgedient. Im dritten Teil robben Sie nicht mehr über den brennend heißen Wüstensand, sondern pirschen sich während der Tet-Offensive im Jahr 1968 durch den vietnamesischen Dschungel. Das ist auch schon die einzige große Neuerung gegenüber den beiden Vorgängern Conflict: Desert Storm 1 und 2. Beim Spielprinzip hält Pivotal Games am altbekannten System fest. Das heißt, Sie ziehen wieder zu viert in den Kampf. Einen Soldaten steuern Sie persönlich aus der Verfolger- oder Ego-Perspektive, die drei anderen positionieren Sie theoretisch an strategisch wichtigen Stellen. Wobei die Betonung auf "theoretisch" liegt. Denn die heftig kritisierte Kommandosteuerung der bisherigen Folgen wurde fast unverändert übernommen. Gleich vier Tasten müssen Sie drücken, damit ein einziger Soldat die gewünschte Position einnimmt. Im Eifer des Gefechts ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Glücklicherweise erreichen Sie das Einsatzziel in der Regel auch, indem Sie die Taktikkomponente außen vor lassen und Conflict: Vietnam wie einen waschechten Shooter spielen. Ihre Kollegen marschieren dann als Feuerunterstützung stupide hinterher. Spaß macht's trotzdem. Nicht zuletzt, weil Langeweile in den 14 Missionen ein Fremdwort ist. Sie entschärfen Sprengfallen, beschützen Dörfer, sichern Erkennungsmarken gefallener GIs, heizen im Panzer durch den Wald oder bemannen das Bordgeschütz eines Huey. Weniger vorbildlich ist hingegen das konsolentypische Leveldesign. Die Spielwelt erinnert eher an ein enges Labyrinth mit Bambustapeten als an einen lebendigen Dschungel.
