Castle Strike
Wird eine Abteilung von einem der Helden angeführt, erhält sie Angriffs- und Verteidigungsboni und diesen schicken Schimmer.
Nachdem die Mainzer Entwickler von Related Designs für America und No Man's Land den Wilden Westen zur Echtzeit-Kampfzone auserkoren haben, geht's in Castle Strike ins Europa des Mittelalters. Das wurde mit allem ausstaffiert, was Rittersagen und Kostümfilme so hergeben: edle Recken, ehrfurchtgebietende Festen nebst liebreizenden Burgfräulein, hinterhältige Verräter und erbitterte Fehden.
Adel verpflichtet
Ihr Held der ersten von drei Kampagnen hört auf den Namen Thorwald, seines Zeichens Thronerbe des Herzogtums Rabenhorst. Als sein Vater hinterrücks von seinem Erzfeind Alrich gemeuchelt wird und der auch noch Thorwalds Schwester Svea entführt, beginnt ein Rachefeldzug über acht Missionen, an dessen Ende die Erstürmung von Alrichs schwer befestigter Burg liegt. Die späteren 16 Aufträge führen Sie unter anderem an der Seite der Engländer im Hundertjährigen Krieg gegen die Franzosen ins Feld, das Schicksal der Rabenhorsts verlieren Sie dabei aber nie aus dem Blick. Wenn die Geschichte auch kaum ein Klischee auslässt, so liefern die In-Game-Zwischensequenzen doch zumindest einen willkommenen Hintergrund für die Mittelalter-Metzelei.
Ritter-Commandos
Bogenschützen und Schwertmeister ziehen das feindliche Feuer auf sich, damit die beiden Kanonen gefahrlos die Türme beharken können.
Festen zu planen oder zu stürmen macht nur einen Teil der Feldzüge aus. Unter den Missionen finden sich die mittlerweile gewohnten Abenteuer mit einer Hand voll Getreuer ebenso wie typische Echtzeit-Kriege mit Massenproduktion und Kamikaze-Attacken. Die meisten davon haben erfahrene Computer-Generäle so oder ähnlich schon anderswo gespielt, nichtsdestotrotz sind die Aufgaben abwechslungsreich verpackt. Um etwa Svea aus ihrer Gefangenschaft zu befreien, bringen Thorwald und seine Anhänger in einer Mission zunächst ein paar Dorfbewohner auf ihre Seite, indem sie sie von den tyrannischen Steuereintreibern Alrichs befreien. Im Gegenzug versprechen die Bauern, ihren Obolus künftig bei Thorwald abzuliefern, der mit dem Geld Söldner anheuert, um schließlich den Kerker zu stürmen. An anderer Stelle werden Pestkranke geheilt oder schwer bewachte Holzkarren beschlagnahmt, sogar einen Einsatz im Commandos-Stil gibt es, in dem sich der junge Rabenhorst bei Nacht und Nebel unter den Augen der Wachposten durch feindliches Gebiet schleicht.
Burgenbau leicht gemacht
Während den Grafikern die Rüstungen und Uniformen der Figuren gut gelungen sind, überzeugen die Comic-Gesichter nicht.
Wenn dann doch wieder Burgenbau angesagt ist, macht Ihnen Castle Strike die Aufgabe leichter als Stronghold. Zum einen ist der Wirtschaftsteil weit weniger ausgefeilt als bei Take 2s erfolgreichem Aufbau-Strategiespiel. Rohstoffe (Erz, Stein, Holz) sind unbegrenzt vorhanden und werden automatisch abgebaut. Falls Sie mal mehr Bretter als Eisen benötigen, legen Sie über einen komfortablen Schieberegler die Prioritäten fest. Zum anderen geht die Konstruktion der Wehranlagen flüssiger von der Hand als bei der Konkurrenz. Denn erst, wenn der Grundriss fertig gezogen ist, wachsen Mauern, Tore und Türme auf Befehl aus dem Boden. Änderungen sind auch nachträglich noch jederzeit möglich. Allerdings sind die Bastionen im Vergleich zu Stronghold auch weit weniger bedeutend. Der größte Teil der Wirtschaftsgebäude muss außerhalb der Wehranlagen platziert werden, wo er - je nach Beschaffenheit der Karte - Angriffen ausgeliefert ist. Einbunkern funktioniert nicht, mobile Verteidigung heißt die Devise.
