Pro Evolution Soccer 3

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Pro Evolution Soccer 3 Ein schneller Doppelpass am rechten Flü-gel, der Außenstürmer spurtet Richtung Strafraumgrenze, während zwei Verteidiger ihm bedrohlich auf die Pelle rücken. Jetzt müsste er schießen, er schießt - geblockt. Nervenzerfetzende Torraumszenen, taktierendes Abtasten, spektakuläre Chancen und die brodelnde Atmosphäre im Stadion - das ist Fußball, wie ihn Millionen Fans Woche für Woche genießen, und wie Sie ihn jetzt in nie da gewesener Realitätsnähe auf dem PC erleben dürfen: Pro Evolution Soccer 3 bietet das bislang glaubwürdigste Spielgefühl.

Karriere light

Wenn Sie noch keine PES-Version auf der PlayStation gespielt haben, empfiehlt sich zunächst der umfangreiche Trainingsmodus; im Vergleich zu den bisherigen FIFA-Titeln ist das Spiel nämlich deutlich schwerer. Hier erhalten Sie unter anderem Tipps zu Standardsituationen, Verteidigung, Spielaufbau und Abschluss. Außerdem lernen Sie die Grundlagen der stark von FIFA abweichenden Steuerung kennen; beispielsweise nehmen Sie einem Gegner den Ball ab, indem Sie gegen ihn laufen. Danach stehen Freundschaftsspiele, Pokalwettbewerbe oder Ligen zur Auswahl, die Sie je nach Wunsch mit einer von 56 Nationalmannschaften oder einem der 64 Vereine spielen. Die Krönung des Einzelspieler-Parts ist jedoch die so genannte Meister-Liga, bei der Sie einen beliebigen Verein aus der 2. Division bis ins Masters-Finale führen. Dabei erhalten Sie durch erfolgreiches Spiel und geschickte Transfers Punkte, für die Sie später Spieler kaufen oder Verträge verlängern können. Zudem werden Sie mit PES-Zählern belohnt, die mit der Zeit in zusätzliche Stadien, Spieler, Mannschaften und Ähnliches eingetauscht werden.

Wichtig is auf'm Platz

Nahaufnahme von zwei verfremdeten Spielern aus der englischen Premier League. In den kurzen Zwischensequenzen nach Toren oder Großchancen zoomt die Kamera nah ans Geschehen und zeigt sehr gute Spielermodelle. Eine Fußballweisheit, die sich die Pro Evolution Soccer 3-Entwickler offenbar zu Herzen genommen haben. Das Spiel besticht auf dem Platz vor allem durch drei Aspekte: Der knackige Schwierigkeitsgrad bringt auch echte PC-Fußballprofis ins Schwitzen. Man lernt zwar schnell die Grundzüge von Kontrolle und Spielablauf, bevor man allerdings wirklich von Beherrschen sprechen kann, dauert es recht lange. Besonders bis zum erfolgreichen Abschluss ist es ein weiter Weg. Außerdem stehen Ihnen bei Standardsituationen keine FIFA-typischen Hilfen wie Fadenkreuze oder Pfeile zur Verfügung. Stattdessen ist es wichtig, durch ausdauerndes Training ein Gefühl für die richtige Schusskraft und -höhe sowie das Timing zu entwickeln. Der zweite Positivpunkt ist die auch von FIFA 2004 nicht erreichte, realistische Ballphysik. Das Leder wirkt tatsächlich wie ein eigenständiges Objekt, das auch Topspielern gelegentlich nach der Annahme verspringt oder beim Schuss über den Spann rutscht. Beim Sprinten legen sich Ihre Kicker den Ball wie in Wirklichkeit etwas weiter vor, danach dauert es einen Moment, bis sie ihn wieder unter Kontrolle haben. Und in der Verteidigung genügt es oft, den gegnerischen Stürmer leicht zu stören oder ihm die Kugel vom Fuß zu spitzeln, harte Tacklings sind nicht immer nötig. Dritte Stärke von Pro Evolution Soccer 3: die glaubwürdige Gegner-KI. Die computergesteuerten Mannen variieren sowohl im Angriffs- als auch Abwehrspiel geschickt ihre Taktik, daher müssen Sie sich auf immer neue Spielarten gefasst machen. Versuchen Sie beispielsweise, mit Kurzpassspiel zum Erfolg zu kommen, werden Ihre Kontrahenten aggressiv angreifen und Ihre Passwege stören. Die KI-Recken reagieren übrigens auch selbst realitätsgetreu auf Pressing: Sobald Sie früh angreifen und die Räume im Mittelfeld eng machen, häufen sich verunsicherte und übereilte Pässe bei der anderen Mannschaft.

Zu konsolig

Ein Fußballspiel aus der Seitenansicht Um den Gegner vom Ball zu trennen, reicht es, ihn beim Laufen etwas anzurempeln. Seine Herkunft verbirgt Pro Evolution Soccer 3 so gut wie ein Schotte, der noch seinen Rock trägt: gar nicht. Beim ersten Blick ins Menü springt Ihnen die PlayStation-2-Verwandtschaft förmlich ins Gesicht. Auf eine Maussteuerung wurde verzichtet; daher sind Sie gezwungen, mit Gamepad oder Tastatur durch die für PC-Verhältnisse unübersichtlichen Menüs zu navigieren. Das macht sich vor allem im komplexen Aufstellungs- und Taktikbildschirm unangenehm bemerkbar. Ebenfalls schade: das Fehlen von zahlreichen Lizenzen. Zwar durften die Spielerdaten größtenteils original eingebaut werden und die Akteure sehen ihren realen Vorbildern sogar wirklich ähnlich. Allerdings sind die Kader nicht mehr auf dem neuesten Stand (Seaman steht noch im Arsenal-Tor), außerdem wurden Logos, Trikots und Vereinsnamen verfremdet. Hinter London Nord verbirgt sich beispielsweise Arsenal, Bayern München taucht als "Rekordmeister" auf und Borussia Dortmund wird "Westfalen" genannt. Für Simulations-Fans, die über diese kleinen Mängel hinwegsehen können, ist Pro Evolution Soccer 3 in diesem Jahr die erste Wahl.

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Wertung zu Pro Evolution Soccer 3 (PC)

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      • Von SYSTEM Mitglied
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