Spielspaß für Wochen

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Während es sich Charles und Nikolai in der Sitzecke gemütlich gemacht haben und Venus das Tanzbein schwingt, erzählt Billy Bob seine Alltagssorgen dem Robo-Doc. Während es sich Charles und Nikolai in der Sitzecke gemütlich gemacht haben und Venus das Tanzbein schwingt, erzählt Billy Bob seine Alltagssorgen dem Robo-Doc. Die Stronghold-Macher der Firefly Studios haben offenbar genug vom finsteren Mittelalter und schicken Aufbau-Strategen nun zu den Sternen. Space Colony ist halb Dungeon Keeper, halb Die Sims. Im Auftrag eines pangalaktischen Konzerns sollen Sie auf fernen Planeten Basen bauen und ihre Bewohner bei Laune halten. Genau 20 davon bilden Ihr Kolonistenteam, jeder mit eigenen Vorlieben, Bedürfnissen und Fähigkeiten. So bastelt Opa Zhang nur dann Arbeitsroboter zusammen, wenn er genügend Schlaf bekommt und ab und an im Meditationsraum entspannen kann. Stig Svensson rockt lieber in der stationseigenen Disco ab, ist sich dafür aber für keine Drecksarbeit zu schade.

Arbeitest du noch oder wohnst du schon?

Die Waubotter genannten Robo-Wachhunde eskortieren Venus durch hungrige Schwärme außerirdischer Fluginsekten. Die Waubotter genannten Robo-Wachhunde eskortieren Venus durch hungrige Schwärme außerirdischer Fluginsekten. Wenn Ihre bunte Truppe auf einem neuen Himmelskörper landet, steht auf der Oberfläche meist wenig mehr als das Kontrollzentrum. Dort wird für Energie und Sauerstoff gesorgt und die medizinische Einrichtung der Station überwacht. Sobald Sie Ihre Jungs und Mädels dafür eingeteilt haben, müssen Sie sich schleunigst an den Ausbau der Zentrale machen. Betten werden aufgestellt, Kantinenfraß füllt den Bauch, die Putzstation entsorgt die Reste und eine Duschkabine ist ebenso Pflicht wie Sitzecken, in denen Ihre Schützlinge den Alltag vergessen können. Je nach Auftrag folgen weitere Möbel und Anlagen. Der Einrichtungskatalog umfasst fast 80 Objekte, angefangen bei schlichten Topfpflanzen über Solarkollektoren bis hin zu Erzminen. Einige finden überall auf der Planetenoberfläche Platz, einige nur an bestimmten Stellen - Argon-Gas-Fördertürme verständlicherweise nur auf Gasquellen - und andere müssen in den schützenden Habitaten untergebracht werden.

Die Sims im Weltall

Die Oberfläche ist übersichtlich, leider erschließt sich manches dennoch erst beim Handbuchstudium. Die Oberfläche ist übersichtlich, leider erschließt sich manches dennoch erst beim Handbuchstudium. Nicht jeder Arbeiter ist an allen Geräten ausgebildet. Rapper Slim beispielsweise überfordert der ärztliche Notdienst, seine Kollegin Daisy taugt als Bergarbeiterin nicht viel. Sie müssen genau planen, welchen Kolonisten Sie für welche Aufgabe einteilen. Denn von den 20 Astronauten Ihrer Firma steht Ihnen pro Mission meist nur eine Hand voll zur Seite und jeder kann maximal zwei Stellen besetzen. Wenn es mehr zu tun gibt, können Sie Ihre Mitarbeiter zur Weiterbildung schicken (teuer und nicht immer möglich) oder Blech-Assistenten schmieden - eine Cyborg-Werkstatt vorausgesetzt. Die Roboter haben den Vorteil, dass sie nicht müde werden und auch keinerlei Wünsche hegen. Ganz anders als ihre Kollegen aus Fleisch und Blut: Der eine will eine Sauna, dem anderen ist ein Entspannungssessel lieber, seine Partnerin macht ohne ihren Internet-Shop keinen Finger krumm. Ganz zu schweigen von den fünf Grundbedürfnissen Es-sen, Schlaf, Pflege, Gehalt und Kommunikation. Mehr dazu im Extrakasten auf Seite 105.

Wer mit wem, wer gegen wen?

Die drachenähnlichen „Säureflügel“ zerstören mit ihren Spuck-Attacken in Sekunden jedes Gerät. Die automatischen Laserkanonen verhindern Schlimmeres. Die drachenähnlichen „Säureflügel“ zerstören mit ihren Spuck-Attacken in Sekunden jedes Gerät. Die automatischen Laserkanonen verhindern Schlimmeres. Im Gegensatz zu den anspruchsvollen Sims kümmert sich Ihre Crew normalerweise um sich selbst, sofern Sie für die entsprechende Einrichtung sorgen. Nur hin und wieder müssen Sie eingreifen und etwa das Landei Billy Bob unter die Dusche beordern, bevor er seinen Mitbewohnern auf die Geruchsnerven geht. Die große Ausnahme sind die zwischenmenschlichen Beziehungen. Allen Ihren Schützlingen steht hin und wieder der Sinn nach einem Plausch mit den Kollegen. Je seltener sich zwei Kolonisten begegnen, desto weniger können sie sich leiden. Sinkt das Freundschaftsbarometer auf den Tiefpunkt, gibt es Streit und im schlimmsten Fall rücken sich die beiden Kontrahenten mit den Fäusten zu Leibe. Damit es gar nicht erst so weit kommt, müssen Sie Ihre Schäfchen regelmäßig zum Kaffeekränzchen in eine der Plauderecken bitten. Sollten sich zwei ans Herz wachsen, umso besser: Pärchen arbeiten effektiver, solange sie zusammen sind. Wenn sich stellenweise zwei Dutzend Leute im Camp tummeln, können allerdings gerade solche Beziehungskisten für Stress sorgen. Zum Glück lässt sich der Echtzeit-Ablauf nach Belieben pausieren oder - wenn gerade wenig zu tun ist - beschleunigen.

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