Simples Action-Adventure mit mittelalterlichem Flair
Scheinheilig: Colin verkündet seinem Herrn die Vergehen des Templers Jacques, der nach sanfter Folter-Befragung die Ketzerei zugegeben hat.
Eigentlich sollte ein Taschendiebstahl kein Problem für den jungen Mathieu darstellen. Aufgrund eines tölpelhaften Fehlers wird er trotzdem erwischt, auch eine waghalsige Flucht durch die Pariser Straßen des 14. Jahrhunderts kann ihn nicht mehr retten: Er wird in Le Châlet festgesetzt. Beim Ausbruch und den darauffolgenden Abenteuern lenken Sie die Geschicke Mathieus aus der 3rd-Person-Perspektive. Kleinere Rätsel können mit Hilfe der stetig wachsenden Diebestalente gelöst werden; etwa muss man einen Wärter ablenken, um sich dann hinter seinem Rücken vorbeizuschleichen. Die düstere Story wird durch häufige Zwischensequenzen gut erzählt, die misslungenen Überblendungen werden dabei durch die guten Synchronsprecher etwas kompensiert (glaubwürdige Stimmen der Charaktere, situationsangemessene Betonung). Weniger atmosphärisch sind die eigentlichen Spielparts: Die Dungeons und Landschaften sehen zwar mittelalterlich, leider aber auch etwas steril aus; es fehlen belebende Elemente und etwas abwechslungsreichere Texturen. Außerdem kommt kein Diebes-Feeling wie bei Dark Project auf, weil man auch ohne Waffen gegen voll gerüstete Ritter im offenen Kampf gewinnt und die päpstlichen Schergen auf Geräusche kaum reagieren. Schlafende wachen beispielsweise nicht mal auf, wenn man auf ihnen rumtrampelt. Trotzdem ein unterhaltsames Ritter-Spektakel.
