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  • 1979 Revolution: Black Friday im Test - Iran einmal anders
    Quelle: PC Games

    1979 Revolution: Black Friday im Test - Iran einmal anders

    Mit 1979 Revolution: Black Friday wollen euch die Entwickler von iNK Stories die Geschichte der iranischen Revolution näher bringen. Wir haben die interaktive Geschichtsstunde durchgespielt und schildern euch im Test die Stärken und Schwächen des Titels.

    Seit Jahrzehnten steht der Iran im Fokus der Weltöffentlichkeit aufgrund der anhaltenden Spannungen zwischen dem Mullah-Regime und dem Westen. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete das Land als Teil der Achse des Bösen. Entsprechend wird der Iran auch bei uns vor allem als radikaler islamischer Staat wahrgenommen. Dabei hat das Gebiet zwischen Kaspischen Meer und Persischen Golf, das bis Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem als Persien bezeichnet wurde, eine lange und bewegte Geschichte. In einem Teil dieser Geschichte entführen uns die Entwickler von iNK Stories (darunter einige Exil-Iraner) mit 1979 Revolution: Black Friday.

    Viva la Revolucion

    Das Adventure erzählt die Geschichte von Reza Shirazi, einem aufstrebenden Fotojournalist, der 1978 in Teheran unweigerlich zu einem Teil der immer stärker werdenden Revolution gegen den herrschenden Schah wird. Nach einem Brandanschlag auf ein vollbesetztes Kino nehmen die Reza ist gespalten zwischen seiner dem Schah treuen Familie und Freunden bei den Revolutionären. Reza ist gespalten zwischen seiner dem Schah treuen Familie und Freunden bei den Revolutionären. Quelle: PC Games Unruhen im ganzen Land immer weiter zu, bis sie schließlich in den Schwarzen Freitag mündeten. An diesem 8. September 1978 eskalierte eine Demonstration in Teheran zu blutigen Kämpfen mit der Armee, bei denen 64 Menschen ums Leben gekommen sind. Nun erzählt das Spiel nicht einfach nur trockene Geschichtsfakten.

    Stattdessen verpackt es die wirklichen Ereignisse, die auf Berichten von Augenzeugen und realen Fotos basieren, in die Geschichte des hin und her gerissenen Reza. Auf der einen Seite stehen sein bester Freund Babak sowie sein Cousin, die mit ganzem Herzen die Revolution unterstützen. Dem Gegenüber steht die Familie des Fotografen mit dem Schah-treuen Bruder, der zudem ein Offizier von SAVAK ist, dem iranischen Geheimdienst. In dieser schwierigen Situation müsst ihr immer wieder entscheiden, auf welcher Seite ihr steht und wofür ihr eintreten wollt.

    Das Telltale-Prinzip

    Spielerisch orientiert sich 1979 Revolution an der typischen Telltale-Formel. Die Interaktivität beschränkt sich also auf die zahlreichen Dialoge und das Erkunden diverser Schauplätze. In den Gesprächen stehen meist an die vier Antworten zur Wahl, von denen ihr unter Zeitdruck eine auswählen müsst. Häufig ist das Zeitlimit hier aber viel zu streng, so dass man teilweise nicht mal alle vier Antworten lesen konnte, bevor man sich entscheiden muss. Mehr Zeit könnt ihr euch dagegen in den Gebieten lassen, die zur Erkundung einladen. Die Areale sind zwar in der Regel nicht sonderlich groß, bieten für aufmerksame Spieler aber einiges zu entdecken.

    Nur wenig Zeit bleibt in den Multiple-Choice-Dialogen. Nur wenig Zeit bleibt in den Multiple-Choice-Dialogen. Quelle: PC Games Die nach Angaben der Entwickler über 80 optionalen Interaktionen liefern zusätzliche kleine Geschichten, die euer Bild von der iranischen Revolution verfeinern. Häufig zückt Raza dabei seine Kamera und ihr könnt Bilder von bestimmten Szenen machen. Das Spiel zeigt euch dann häufig auch eine reale Aufnahme dieser Szenen und verdeutlicht damit die historische Verknüpfung des Spiels. Allerdings wird die Suche nach diesen versteckten Objekten manchmal auch zur Last, weil vor allem die Bewegungssteuerung über WASD etwas hakelig wirkt.

    Nicht nur spielerisch haben sich die Entwickler viel bei Telltale abgeschaut. Auch grafisch erinnert 1979 Revolution stark dem Stil der beliebten Episodenspiele. Eine ähnlich stimmige Atmosphäre erreicht das Spiel allerdings nicht. So sehen die Menschen abgesehen von den wichtigen Hauptfiguren sehr Polygon-arm aus und in Menschenmassen fällt schnell auf, das sich lediglich eine Hand voll Modelle immer wiederholen. Auch die Animation wirken bisweilen eher steif und hölzern. Dafür sind die Figuren durch die Bank hervorragend vertont (auf englisch).

    Spielerisch durchschnitt, aber historisch wertvoll

    Dazu haben die Entwickler bekannte iranischstämmige Schauspieler verpflichtet, die unter anderem aus Serien wie Homeland, House of Cards und Better Call Saul bekannt sind. Als besonderes Schmankerl bietet das Spiel sogar eine Vertonung auf Farsi an, der persischen Sprache des Iran. Leider ist das Vergnügen nur von relativ kurzer Dauer. Nach zwei bis maximal vier Stunden sind alle 19 Kapitel durchgespielt. Nach bisherigen Aussagen der Entwickler handelt es sich nicht um ein Episodenspiel. Dafür wirkt das Ende allerdings sehr abrupt, als wenn das Team mehr erzählen wollte, ihnen dann aber die Zeit ausgegangen ist.

    1979 Revolution hat Mängel unter anderem in der technischen Ausführung und der Spiellänge. Allerdings muss man ihm zu Gute halten, dass es einen erfrischenden Weg geht, um ein schwieriges historisches Thema aufzuarbeiten. Daher richtet sich das Spiel auch vor allem an Geschichtsinteressierte und alle, die etwas darüber lernen wollen, wie der Iran zu dem Staat geworden ist, den wir heute kennen. Erhältlich ist 1979 Revolution: Black Friday bei Steam für rund zwölf Euro für Windows und Mac.


    1979 Revolution (PC)

    Spielspaß
    72 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Unverbrauchtes Szenario
    Vermittelt interessantes Geschichtswissen
    Verknüpfung von Spiel und historischen Dokumenten
    Farsi als Sprachoption
    Sehr kurze Spielzeit
    Menschenmenge wenig ansehlich
    keine deutschen Texte
    steife Animationen
    Abrupt wirkendes Ende

    01:33
    1979 Revolution: Release-Trailer zu Episode 1 "Black Friday"
    • Es gibt 1 Kommentare zum Artikel

      • Von MrFob Erfahrener Benutzer
        Oh, wo kommt das denn ploetzlich her? Noch nie was von gehoert. Klingt aber sehr interessant. Werde ich mir evtl. demnaechst mal anschauen.
        Auf jeden Fall danke fuer den Test. Immer schoen zu sehen wenn auch mal etwas unbekanntere Titel etwas Aufmerksamkeit kriegen. 
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1979 Revolution
1979 Revolution: Black Friday im Test - Iran einmal anders
Mit 1979 Revolution: Black Friday wollen euch die Entwickler von iNK Stories die Geschichte der iranischen Revolution näher bringen. Wir haben die interaktive Geschichtsstunde durchgespielt und schildern euch im Test die Stärken und Schwächen des Titels.
http://www.pcgames.de/1979-Revolution-Spiel-55855/Tests/Black-Friday-im-Test-Iran-einmal-anders-1192755/
19.04.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/04/1979-revolution-test-0007-pc-games_b2teaser_169.png
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